Ergreifender Nachruf: Ehemaliger Obdachloser ehrt seine Hauswirtin

Der ehemalige Obdachlose Max Bryan zusammen mit der im Dezember verstorbenen Heinke von Löw (93†) (Foto: Facebook Max Bryan)
 
"Ich steig nicht eher aus dem Sattel, bis ich eine Wohnung habe", hat Max Bryan einmal gesagt und das ist ihm auch gelungen. 2012 war es soweit. (Foto: Facebook Max Bryan)

Max Bryan schreibt ergreifenden Nachruf für verstorbene Heinke von Löw (93†)

Seit 3 Jahren begeistert der aus Hamburg stammende ehemalige Obdachlose Max Bryan seine Lesergemeinde mit einem Tagebuch im Internet. Darin zu lesen ist nun auch ein bewegender Nachruf, der zu Herzen geht. Darin gedenkt Max Bryan seiner im Dezember verstorbenen Hauswirtin Heinke von Löw (93†).

"Sehr bewegend (...) mir kamen die Tränen" und "mir fehlen die Worte! Dein Nachruf ist ganz wunderbar!", schreiben die Leser seines Blogs. Mehr als 700 Fotos hat Max Bryan begleitend zu seiner Gedenkschrift veröffentlicht. Kondolenzen von Graz bis Jerusalem sorgen für ergreifende Stimmung.

Die Steinfurther Ökogärtnerin Heinke von Löw† nahm den damals 36-Jährigen Anfang 2012 bei sich auf, nachdem dieser monatelang auf der Suche nach einer Wohnung quer durch Deutschland irrte und dabei fast erfroren wäre. Seine "Tour d´apartement" (Hamburger Abendblatt) sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Quelle: http://www.mein-suedhessen.de/friedberg/kultur/rue...

Eine wunderbare Geschichte und davon gibt es viel zu wenige. So herzliche Menschen machen auch anderen Mut. Zitat aus dem Text: "Diese Bilder machen Mut sich selbst auch einzusetzen" und "jeder Mensch kann dazu beitragen, Liebe und Hoffnung in die Welt zu senden", schreibt eine Leserin.

http://maxbryan.wordpress.com/2015/03/15/nachruf-h...

Und ich kenne kaum jemanden, der in so kurzer Zeit so viel erreicht hat, bedenkt man, dass er mal ganz unten war. Hier ein Video von 2011: https://www.youtube.com/watch?v=7EqGx5TVHzo da war er selbst noch sehr schwach, das sieht man und das hört man.

18 Monate lebte Max Bryan in Hamburg auf der Straße, danach 4 Monate mit dem Fahrrad quer durch Deutschland. "1000 Kilometer für die Wohnung", hieß es damals, gut 3 Jahre ist das jetzt her und inzwischen ist viel passiert. Nach wie vor lebt er auf einem Gartenhof im hessischen Steinfurth bei Bad Nauheim, schreibt dort ein Buch, inmitten malerischen Idylls. Er scheint sein Glück gefunden zu haben. Respekt für das, was er tat und wie er damit umging.

Dieser Nachruf jetzt für seine verstorbene Hauswirtin zeugt von großer Dankbarkeit und ist "nicht zu übertreffen", schreibt ein Mann aus Jerusalem - Elazar Benyoëtz. Der berühmte Aphoristiker fand sehr lobende Worte für das, was Max Bryan im Gedenken an seine "Schutzherrin", wie er sie nannte, zu Papier brachte und damit ist er nicht allein. Auch viele andere hatten auf den Nachruf reagiert und ihre Anteilnahme bekundet.

So schreibt eine Frau in seinem Blog: "Auch wenn ich diese bemerkenswerte Frau nicht persönlich kannte, durch Dich ist sie uns nah geworden und ich empfinde einen großen Verlust" und "Catrin M." schreibt: "Ganz wunderbar, wie Du ihr Andenken so vielen näher bringst und ihre Ideen weiter trägst und lebst". (Quelle: Facebook Max Bryan / Max Bryan Wordpress).

http://www.maxbryan.wordpress.com

Unfassbare 700 Bilder hat der Blogger und Tagebuchfilmer dort veröffentlicht. So viele Eindrücke und Geschichten, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Bryan´s Gespür für Bilder und Situationen ist grandios und sein "Framing" ist Weltklasse. Selten habe ich so stimmige Fotostrecken gesehen, das ist etwas ganz Besonderes und er selbst will damit ja auch helfen, will "Menschen für Menschen begeistern und andere ermutigen, an sich und ihr Glück zu glauben", so sein Statement dazu.

http://www.facebook.com/notes/max-bryan/fr%C3%BChl...

Unvergessen auch seine Aktionen mit den Kleiderspenden für Obdachlose in Hamburg und als er Weihnachten 2013 die Armenspeisung dort mit organisierte, nebst Freikarten für "Rocky" (2012), darauf muss man erst mal kommen. Klasse, wie er das alles so macht und der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, das ist beispiellos.

Eine Leserin seines Blogs schreibt: "Die kostbarste Brücke bist Du selbst, lieber Max, denn Dir gelingt es, uns, die wir ein Zuhause haben, die Herzen zu öffnen, für die Menschen, die unsere Unterstützung brauchen" und eine andere wünscht sich, "dass wir alle ein bisschen näher zusammenrücken und aufmerksam ohne Vorurteile durchs Leben gehen", was für tolle Menschen, die ihm da folgen. Dabei wirkt er selbst manchmal noch sehr traurig. Zum Muttertag zum Beispiel postete er ein Bild von zwei Möhren, die sich umarmen, wie Mutter und Kind, das geht ganz tief und berührt ganz viele Herzen.

https://www.facebook.com/161102710574227/photos/a....

Auch der renommierte "Spiegel"-Autor Matthias Matussek kam nicht umhin, Bryan´s Blog hin und wieder mal zu besuchen und hinterließ dort des Öfteren schon Kommentare. 2012 widmete er Max Bryan sogar ein ganzes Buchkapitel in die "Apokalypse nach Richard", eine Weihnachtsgeschichte mit Heldenstatus.

https://www.youtube.com/watch?v=7EqGx5TVHzo

https://maxbryan.wordpress.com/?attachment_id=1152

Kein Zweifel: Dieser Mann hat ganz viel Herz und trägt es offen mit beiden Händen in die Welt. "Hast Du ein Ziel, hast Du eine Aufgabe". "Stelle Dich dem Feedback der Leute. Zuspruch motiviert und bringt Dich von A nach B" - "wer A sagt, muss auch B sagen", rät er einer Frau, die erst neulich um Rat bei ihm auf seinem Facebook suchte und ein Jürgen Domian hätte das kaum besser beantworten können. "Du brauchst jemanden, der Dir sagt, dass Du gut bist!", rät Max Bryan der Frau auf Nachfrage hin und toll, dass es ihn und so etwas gibt! Die Welt braucht unbedingt mehr davon!
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