Eröffnung des Nürnberger Christkindlesmarktes 2016 am 25. November

Wann? 25.11.2016 17:30 Uhr

Wo? Christkindlesmarkt, Hauptmarkt, 90403 Nürnberg DE
Ansicht des Nürnberger Christkindlesmarktes am Abend. (Foto: ©alexgres/Fotolia.com)
 
Barbara Otto ist das Nürnberger Christkind für 2016. (Foto: Stadt Nürnberg/Christine Dierenbach)
 
Barbara Otto (r.) ist das Nürnberger Christkind der Jahre 2015/16. Die 18-Jährige wurde von einer Jury für das zwei Jahre währende Ehrenamt gewählt. Auf dem Bild mit ihrer Vorgängerin, Teresa Treuheit, dem Christkind der Jahre 2013/14. (Foto: Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg)
 
Krippe am Nürnberger Christkindlesmarkt. (Foto: ©Thiemo Wenkemann/Fotolia.com)
Nürnberg: Christkindlesmarkt | Beginn des Christkindlesmarktes am 25. November 2016 - Der berühmte Prolog - Das Nürnberger Christkind - Chronik des Christkindlesmarktes

NÜRNBERG (pm/nf) - Der wohl bekannteste deutsche Weihnachtsmarkt ist der Christkindlesmarkt in Nürnberg. Bereits 1628 wurde er schriftlich erwähnt. Das Nürnberger Christkind, das für eine zweijährige Amtszeit gewählt wird, eröffnet in jedem Jahr am Freitag vor dem ersten Advent den Markt mit einem feierlichen Prolog. In diesem Jahr findet die Eröffnung am Freitag, 25. November 2016, um 17.30 Uhr statt. Bis zum Heiligen Abend werden wieder viele Gäste aus aller Welt erwartet. Im vergangenen Jahr zog der Christkindlesmarkt weit mehr als zwei Millionen Besucherinnen und Besucher an.

Der besondere Charme des Christkindlesmarkts liegt in der historischen Kulisse auf dem Nürnberger Hauptmarkt mit Frauenkirche, Schönem Brunnen und Blick auf die gotische Altstadtkirche St. Sebald. Das „Städtlein aus Holz und Tuch“ aus rund 180 Buden mit rot-weißen Stoffdächern bildet ein weihnachtliches Ensemble. Großen Wert legen die Verantwortlichen auf ein traditionelles Warenangebot. Neben den typischen Nürnberger Lebkuchen und Früchtebrot können die Besucher Süßwaren, Spielzeug, Nürnberger Zwetschgenmännle, Weihnachts- und Christbaumschmuck sowie kunstgewerbliche Erzeugnisse kaufen. Zur Stärkung werden Glühwein und Rostbratwürste angeboten. Interessant ist auch ein Bummel über den Markt der Partnerstädte mit Kunsthandwerk und Spezialitäten aus Ländern wie Nicaragua, China, Schottland oder der Ukraine.

Die kleinen Besucher kommen auf der Kinderweihnacht mit historischen Fahrgeschäften, bei einem Kinderkulturprogramm im Sternenhaus und Fahrten mit der Postkutsche auf ihre Kosten.

Mit seinem traditionellen Gesicht ist der Nürnberger Christkindlesmarkt Vorbild für viele andere Weihnachtsmärkte, unter anderem für den Chicago. Als malerische Kulisse für Fernsehproduktionen ist er ebenfalls gefragt.

Geöffnet ist der Christkindlesmarkt vom Eröffnungstag, Freitag,
25. November 2016, bis einschließlich Freitag, 23. Dezember, von 10 bis 21 Uhr. Am Schlusstag, dem 24. Dezember, öffnet der Markt von 10 bis 14 Uhr seine Pforten.

Das Christkind und der Prolog zur Eröffnung

„Ihr Herrn und Fraun, die Ihr einst Kinder wart,
Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt,
ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!“

So beginnt der Prolog, mit dem alljährlich am Freitag vor dem 1. Advent das Nürnberger Christkind „seinen“ Markt eröffnet. Am 25. November 2016 um 17.30 Uhr spricht das Nürnberger Christkind Barbara Otto als 24. gewähltes Christkind den Text zum Auftakt des berühmten Christkindlesmarkts.

Die Eröffnungszeremonie gehört zu den Hauptaufgaben des Nürnberger Christkinds. Eröffnung und Prolog blieben während der vergangenen Jahrzehnte nahezu unverändert. Der Text wurde in den 1950er und 1960er Jahren mehrmals leicht verändert. Er nimmt im Kern Bezug auf die Situation und die Umgebung des Markts im Jahr 1948, als nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals wieder der Christkindlesmarkt in Nürnberg stattfand. Er stammt aus der Feder des Dramaturgen Friedrich Bröger (1912 bis 1973), einem Sohn des Nürnberger Arbeiterdichters Karl Bröger.

Zu den weiteren Aufgaben des Christkinds zählen in der Zeit vor Weihnachten vor allem die Auftritte auf dem Markt und der Kinderweihnacht. Viermal in der Woche, Dienstag bis Freitag, können die Besucherinnen und Besucher ihm auf der Kinderweihnacht (von 14.30 bis 15 Uhr) und auf dem Markt (von 15 bis 16 Uhr) begegnen. Dazu kommen mehr als 150 weitere Termine in karitativen Einrichtungen. Besuche in Altenheimen, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäusern bereiten viel Freude. Kurz vor Weihnachten beschert das Christkind die kleinen Patienten in der Kinderklinik des Klinikums Nürnberg. Außerdem absolviert es viele Interviews und Fernsehauftritte und besucht als Botschafterin Nürnbergs Weihnachtsmärkte in anderen Städten.

Mit dem Slogan „Hier ist das Christkind zu Hause“ wirbt die Weihnachtsstadt Nürnberg für sich. Es ist jedoch bis heute ein streng eingehaltenes Prinzip, die Figur des Nürnberger Christkinds nicht kommerziell zu vermarkten. Seine Auftritte dienen überwiegend sozialen und karitativen Zwecken und der Herstellung freundschaftlicher Verbindungen zur Bevölkerung anderer Städte. Bekannt ist das Nürnberger Christkind bis in die USA. Die Weihnachtsmärkte in Philadelphia und in Baltimore eröffnet das Nürnberger Christkind der Vorjahre, heuer also Teresa Treuheit.

Das Nürnberger Christkind wird seit 1969 alle zwei Jahre in einer Wahl ermittelt. Zuvor hatten seit 1948 die Nürnberger Volksschauspielerin Sofie Keeser und seit Beginn der 1960er Jahre die Nürnberger Schauspielerin Irene Brunner die Figur dargestellt. Das erste gewählte Christkind war 1969 Gabriele Bergmann. Barbara Otto ist das Christkind der Jahre 2015 und 2016. Das Christkind wird für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt.

Eine Chronik des Christkindlesmarktes

1530 In einem Brief des Nürnberger Ratsherren und Humanisten Willibald Pirckheimer (1470 bis 1530) heißt es, die Nonnen aus dem Kloster Bergen nahe Hersbruck – einer Außenstelle des Klosters Neuburg an der Donau – haben im Advent „nach Gewürzen von dem Markt“ geschickt. Vermutlich war hier die Rede vom Nürnberger Markt.

1545 Der Reformator Martin Luther lässt seine Kinder vom „Heiligen Christkind“ bescheren. Bislang hatten Kinder ihre Gaben vom Heiligen Nikolaus bekommen.

1564 Der Nürnberger Patrizier Endres Imhoff trägt unter dem Datum vom 22. Dezember Ausgaben für Geschenke ein, die er noch ein Jahr zuvor erst nach Weihnachten gemacht hat. Solche Mitteilungen legen die Vermutung nahe, dass das Nürnberger Patriziat ab 1564 an Weihnachten statt Neujahr beschert haben könnte.

1610 Mit einem Ratserlass vom 22. Dezember werden unzüchtige Scherzartikel beschlagnahmt, die ein Drechsler zum „Kindleinsbescheren“ angeboten hatte.

1616 In der Chronik von St. Sebald beklagt Pfarrer Lüder am Heiligen Abend, dass er die Vesper- und Nachmittagspredigt ausfallen lassen musste, weil „wegen des Einkaufens zum Kindleinsbescheren keine Leut vorhanden gwest“.

1628 Auf dem Boden einer 19 Zentimeter langen, ovalen und mit Blumen bemalten Spanschachtel aus Nadelholz – sie ist im Besitz des Germanischen Nationalmuseums – steht: „Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628“. In dieser Schachtel befinden sich zwölf Seidenstränge unterschiedlicher Stärke, die den originalen Inhalt darstellen. Sie wurde wohl 1628 auf dem Markt samt Inhalt angeboten.
Die Beschriftung der Spanschachtel gilt derzeit als ältester Nachweis der Existenz des Nürnberger Christkindlesmarkts.

1697 Der Altdorfer Universitätsprofessor Christoph Wagenseil nennt in der zweiten, lateinisch gedruckten Stadtgeschichte „De ... civitate Norimbergensis commentatio ...“ den „Christkindleinsmarck“.

1729 Der Rat lehnt den Vorschlag eines Goldschmieds ab, eine Lotterie auf dem Markt zu veranstalten. Damit sollte der Entwertung dieser Messe zur Weihnachtszeit entgegengesteuert werden.

1737 Eine Liste gibt wertvolle Hinweise auf die Marktbeschicker. Sie zeigt, dass fast alle Nürnberger Handwerker in der Budenstadt vertreten sind. 140 Personen waren damals berechtigt, Waren feilzubieten.

1898 Der Christkindlesmarkt muss seinen angestammten Platz auf dem Hauptmarkt verlassen. Er wird auf die Insel Schütt verlegt.

1919 Ein neuer Standort tut sich am Gewerbemuseumsplatz auf.

1923 Der Markt wird weiter verdrängt. Die Händler müssen in die Räume des gerade leer stehenden Verkehrsmuseums umziehen.

1933 Der Christkindlesmarkt kehrt auf seinen angestammten Platz am Hauptmarkt zurück. Er wird am 4. Dezember mit einem neuen Zeremoniell eröffnet. Eine als Christkind kostümierte Schauspielerin rezitiert einen Vorspruch, Kinderchöre singen, Kirchenglocken läuten.

1948 In der zerstörten Altstadt wird der erste Markt nach dem Krieg abgehalten. Das Eröffnungszeremoniell bleibt fast unverändert. Friedrich Bröger verfasst einen neuen Prolog.

1973 Der Stadtrat beschließt, die Eröffnung des Christkindlesmarkts vom 4. Dezember (Barbaratag) auf den letzten Freitag vor dem 1. Advent vorzuverlegen. Er will damit erreichen, dass sich der Besucherstrom besser verteilt. Die Zahl der Gäste in der Budenstadt überschreitet erstmals die Rekordmarke von einer Million Menschen. Seit den 1990er Jahren zählt der Markt jährlich mehr als zwei Millionen Menschen jährlich.
1996 Ein erstes Logo des Christkindlesmarkts wird als Wort-Bild- Zeichen entwickelt, ein Jahr später der Name „Nürnberger Christkindlesmarkt“ auch als Wortzeichen markenrechtlich geschützt.

1999 Zum 950. Stadtjubiläum öffnen auf dem Hans-Sachs-Platz erstmals die „Nürnberger Kinderweihnacht“ und das „Sternenhaus“.

2012 Der Christkindlesmarkt bekommt ein neues Logo in Form eines stilisierten Christkinds, das als Wort-Bild-Zeichen geschützt ist.

Öffnungszeiten:

Eröffnungstag 25.11.:10:00 Uhr - 21:00 Uhr
Eröffnung mit Prolog:17:30 Uhr
Montag - Sonntag:10:00 Uhr - 21:00 Uhr
Heilig Abend 24.12.:10:00 Uhr - 14:00 Uhr
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