Herbstfest und Mittelaltertage im Freilandmuseum Bad Windsheim

Die Ochsen des Freilandmuseums Bad Windsheim haben beim Herbstfest ihren großen Auftritt. Fritz (l.) und Hanni stehen dann im Mittelpunkt. (Foto: Ute Rauschenbach/Freilandmuseum Bad Winsheim)
 
Ernte wie früher im Freilandmuseum Bad Windsheim. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
,,Ernte einfahren wie früher" beim Herbstfest am 20./21. September 2014 und vom 27. September bis 5. Oktober 2014 lockt die Mittelalterwoche im Freilandmuseum Bad Windsheim

REGION (pm/nf) - Herbstzeit ist Erntezeit im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim. Zum Herbstfest werden die Früchte des Feldes wie früher geerntet, in die Museumsbauernhöfe gebracht und dort weiter verarbeitet. Für viele Familien ist dieses Ereignis ein fester Termin im Jahreskalender.

Am Wochenende des 20. und 21. September gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu probieren. Auf den Feldern sind Ochsen- und Pferdespanne unterwegs, um die Kartoffeln einzufahren und die Erde für den Winter vorzubereiten. Die letzten Zwetschgen, Birnen und Äpfel werden von den Obstbäumen gepflückt und wie früher haltbar gemacht. Das kleine Dörrhäuschen aus Schlichenreuth (Lkr. Forchheim) ist angeschürt und hier werden Zwetschgen und Birnen gedörrt. Im Seubersdorfer Hof (Lkr. Ansbach) ist die Dämpfkolonne zum Kartoffeldämpfen angeschürt. Noch bis in die 1960er Jahre war sie in vielen Dörfern im Einsatz, denn in diesem Koloss aus Eisenblech konnten große Mengen Kartoffeln zubereitet werden. Mit Butter und Salz können die Kartoffeln zum Herbstfest auch probiert werden. Frischen Zwiebel- oder Zwetschgenkuchen gibt es im Hopfenstadel aus Thalheim (Lkr. Nürnberger Land) und dazu den ersten Federweißen der Saison.

Im Hof aus Herrnberchtheim (Lkr. Neustadt a.d. Aisch – Bad
Windsheim)
ist die dampfbetriebene Lokomobile im Einsatz. Sie wurde bis vor 50 Jahren in vielen Dörfern noch genutzt, um Landmaschinen unterschiedlichster Art in Bewegung zu setzen. Zum Herbstfest treibt sie die große Dresch- und Strohbindemaschine an – ein eindrucksvolles Schauspiel. Die ausgeklügelte Technik der Flederichs-Ölmühle (Lkr. Aschaffenburg) ist beim Rapspressen zu sehen. Doch nicht nur Lebensmittel werden zum Herbstfest verarbeitet, sondern auch Flachs, der zur Herstellung von Leinengeweben dient. Die ersten Arbeitsschritte dazu sind im Flachsbrechhaus zu sehen, dann folgt das Spinnen, das in der Schäferei aus Hambühl (Lkr. Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim) vorgeführt wird und schließlich das Verweben der gesponnenen Fasern im Köblerhaus aus Oberfelden (Lkr. Ansbach) an einem originalen Webstuhl aus dem Jahr 1749.
Schon Tradition ist die ,,Rocknstubn” am Sonntagnachmittag in der Stube des Bauernhauses Gungolding und in der Unterschlauersbacher Mühle, wenn sich Männer und Frauen wie einst die Bauersleute zum Spinnen, Stricken und Musizieren treffen und dabei alte Geschichten und Neuigkeiten aus dem Dorf erzählen.
Ein besonderer Höhepunkt ist der kleine Festumzug durch das Museumsgelände mit Pferde- und Ochsengespann, historischen Schleppern, Handwerkern und Bauern am Sonntag. Start ist um 13 Uhr vor dem Museumsweinberg.
Museumseintritt 6 €, ermäßigt 5 €, Familienkarte 15 €,
Teilfamilien 9 €.

Mittelalterfestwoche vom 27. September bis 5. Oktober 2014

Zehn Tage lang stehen die Baugruppe Mittelalter im Süden des Museumsgeländes und die kleinstädtischen Gebäude aus dem Mittelalter rund um den Alten Bauhof im Zentrum des Geschehens. Ein bunter Strauß Veranstaltungen mit viel Musik, Vorträgen Handwerkervorführungen und der Darstellung eines Mittelaltermarktes verlocken zu einem Besuch in das Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim.

Im Zentrum der Veranstaltungen stehen die Wiedereröffnung des Zweigmuseums der Archäologischen Staatssammlung München und die Wiedereröffnung des Archäologischen Dorfes im Fränkischen Freilandmuseum, beides am Samstag, 27. September um 15 Uhr.

Einen weiteren Höhepunkt findet die Festwoche am Samstag, 4. Oktober um 11 Uhr mit der Eröffnung des Hofhauses aus Stöckach von 1474 und der Grundsteinlegung des Badhauses aus Wendelstein von 1450. Es ist das älteste seiner Art im europäischen Raum und hatte schon beim Abbau für überregionales Interesse gesorgt. Schon die Örtlichkeiten sind einen Besuch wert: in Bad Windsheim sind gleich zwei Mittelalter-Baugruppen mit insgesamt zwölf Häusern aus dem Mittelalter zusehen – und das ist einmalig unter den Freilandmuseen. Die eine zeigt die ländlichen Bauten im Süden des Museumsgeländes und die andere rund um den Alten Bauhof die städtischen Bauten. Das älteste Haus stammt aus dem Jahr 1322.

Mehrere Darsteller- Gruppen bewohnen diese Gebäude während der gesamten Festwoche und lassen Geschichte lebendig werden. Vom 3. Oktober ist die Darstellung eines mittelalterlichen Straßenmarktes mit Töpfer, Schuhmacher, Reliquienhändler, Würfelmacher, Schneider, Nestelmacher, Buchbinder, Krämer und Futteralmacher zu sehen und auch die Musik kommt dabei nicht zu kurz.

Vorträge zu den Themen mittelalterliche Medizin, Textilien und Mode, Kochen und mittelalterliche Bauwerke bieten umfassende Informationen, Führungen zu den Themen Fegefeuer, Mittelalter und Reformation, Brot und Rosen laden ein, sich näher mit ausgewählten Aspekten zu beschäftigen. Für Kinder gibt es zahlreiche Mitmach-Angebote.

Pünktlich zur Mittelalterfestwoche erscheint auch ein Buch über das Leben im Mittelalter, das sich sowohl an Kinder, als auch an Erwachsene richtet. Mit einem Konzert von Corvus Corax startet die Festwoche bereits am Freitagabend, 26. September um 20 Uhr im Alten Bauhof. Karten gibt es noch an der Abendkasse, Einlass 19 Uhr.

Genaues Programm unter
www.freilandmuseum.de
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