Iaido - die vornehme Schwertkunst Japans

Matthias Herty, 3. Dan Iaido, Vizepräsident des Bayerischen Iaido Bundes
Nürnberg: Dr.-Theo-Schöller-Schule |

Anfang Juni trafen sich über 40 begeisterte Anhänger der japanischen Schwertkunst Iaido in München auf dem Landeslehrgang des Bayerischen Iaido Bundes, der Iaido als Geistes- und Körperkultur fördert, sowie Fortbildungen und Meisterschaften organisiert. Rudi Müller - Präsident des Bayerischen Iaido Bundes - begrüßte als Lehrgangsreferenten Peter Röder aus Braunschweig, den neugewählten Präsidenten des Deutschen Iaido Bundes.

Die Kampfkunst Iaido zählt in Deutschland zu den kaum bekannten Randsportarten. Von Außen betrachtet erscheinen dem Neuling manche Abläufe beim Training unverständlich: Vergebens sucht er nach Kampfgetümmel und hört kein Kampfgeschrei. Ruhig, diszipliniert und mit schlichter Eleganz bewegen sich die Iaido-Adepten im Dojo, der Trainingshalle, oder bei einer Iaido-Meisterschaft - eine völlig andere Atmosphäre wie beispielsweise beim Florettfechten.

Denn eine besondere Eigenart der japanischen Kampfkünste lag darin, dass deren Darbietung als gleichwertig mit den Schönen Künsten wie Theater und Musik, Kalligraphie und Tee-Zeremonie geschätzt wurde. Dieses Phänomen entwickelte sich in der friedlichen Edo-Zeit - im 17. bis 19. Jahrhundert - als Japan seine Außengrenzen geschlossen hielt, um sich von der restlichen Welt bewusst zu isolieren, und ein Vierständesystem mit den Samurai an der Spitze herrschte.

Durch standesspezifische Kleidung, den charakteristischen Haarknoten und vor allem das alleinige Vorrecht, Schwerter zu führen, unterschieden sich die Samurai von den anderen Bevölkerungsschichten Japans. Das Samurai-Schwert änderte sich von der Kriegswaffe zum Standesabzeichen. Auch wandelte sich die Aufgabe der Samurai - sie hatten nun eine Doppelfunktion als Krieger und Beamter, als kultivierter Erzieher und Bewahrer der öffentlichen Ordnung. Ziel der Kampfübungen mit dem Schwert war es nicht mehr sich darauf vorzubereiten, Menschen zu töten, sondern bei sich selbst schlechte Charaktereigenschaften, Nachlässigkeit und Unkonzentriertheit zu besiegen.

Die Iaido-Praktizierenden unserer Zeit folgen diesem alten japanischen Weg: Mit Konzentration vollführt man die Bewegungen mit dem Übungsschwert, verhält sich korrekt, leise und höflich im Übungsraum und folgt dem Trainingsgrundsatz: Anschauen, nachmachen und unzählige Male wiederholen, um jede einzelne Bewegung immer perfekter zu beherrschen.

Iaido in Nürnberg bei ZANCHIN Kampfkunst e.V.: www.zanchin.de + Facebook
Beitragsfreie Schnupperstunde möglich am: Dienstag, 20:30 - 22:00 in der Schulgymnastikhalle, Schnieglinger Straße 38, 90419 Nürnberg-St.Johannis. Unbedingt vorher anmelden unter info@zanchin.de oder 0911-2878222.
Mehr zu Iaido in Bayern: www.bayerischer-iaido-bund.de
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