Lesen Sie hier im MarktSpiegel: Kabarettistin Anka Zink über ,,Die Quote"

Mit Anka ZInk endet die Frauenkabarettreihe im Loni-Übler-Haus - aber die beliebte Kabarettistin wird auch die neue Reihe am 10. Januar 2015 eröffnen. (Foto: Veranstalter/Linn Marx)

Humorvoll, kritisch und geistreich - 25 Jahre Frauenkabarett im Loni-Übler-Haus

NÜRNBERG (pm/nf) - Preisgekrönte Künstlerinnen aus der Schweiz, aus Österreich, aus Bayern und Nordrheinwestfahlen haben das bunt gemischte Publikum wieder in Scharen ins Loni gelockt. Dass das Frauenkabarett immer noch zeitgenössisch ist und ein breites Publikum anspricht, hat die diesjährige Jubiläumsreihe des Loni-Übler-Hauses erneut gezeigt. Nahezu alle Termine waren im Vorfeld ausverkauft. Dadurch konnte die Reihe kostendeckend gestaltet werden. Vera Deckers, Nadja Maleh, Kernölamazonen, Knuth & Tucek (die diesjährigen Preisträgerinnen des Deutschen Kleinkunstpreises in der Sparte/Chanson/Lied/Musik) und Mia Pittroff, das sind die Namen, die das Loni-Publikum von Januar bis April 2014 im Loni begeistert haben.

Mit Anka Zink - der Frau, die den Zeitgeist trifft - endet die diesjährige Frauenkabarett-Reihe am 12. April mit ihrem aktuellen Programm „Leben in vollen Zügen“. Nachdem die Veranstaltung mit der Kölner Perle schon seit Monaten ausverkauft ist, wird diese auch die 26. Frauenkabarettreihe am 10. Januar 2015 eröffnen.

Weitere Highlights der 26. Reihe, die von Januar bis April 2015 stattfindet, sind beispielsweise Senay Duzcu (http://www.senay.tv/), die erste weibliche, türkische Stand-up-Comedian in Deutschland. Sie erobert zum ersten Mal am 7. März 2015 die Loni-Bühne. Aber auch bekannte Größen wie Vera Deckers (31. Januar 2015) (weitere Infos unter http://www.vera-deckers.de/) und Christine Prayon (weitere Infos unter http://www.christineprayon.de/), bekannt als Birte Schneider aus der ZDF heute show, zu sehen am 14. Februar 2015, werden beispielsweise im Loni zu Gast sein sowie weitere Künstlerinnen.

Der Vorverkauf für die 26. Frauenkabarettreihe startet am 22. April 2014 unter: www.kuf-kultur.de/loni oder www.reservix.de, Infotelefon: 0911- 54 11 56.

Anka Zinks Gedanken zum Thema ,,Frauenquote"

Liebe Leserin, lieber Leser!


,,25 Jahre gibt es Kabarett von und mit Frauen im Loni Übler Haus.
Aus meiner Sicht ist dies eine gute Gelegenheit,
einmal etwas zum Thema „Quote“ zu sagen.

Ich zum Beispiel rede nicht gerne von „Frauenkabarett“ weil die vermeintliche Qualifikation eher als Einschränkung wirkt. So als sei Kabarett von Frauen nur für Frauen .... mal ehrlich meine Herren, da fällt doch die Hälfte des zahlenden Publikums von vorne herein weg! So blöd ist man auch als Frau nicht.

Als die Mitternachtsspitzen (im WDR) unlängst ihr ebenfalls 25 Jähriges Jubiläum feierten, hatte der Redakteur seine liebe Not ein paar Frauen ins Bild zu bringen. Die hatten einfach nichts zu den Themen gesagt, nach denen er den Rückblick geordnet hatte. Vielleicht hatten sie aber über andere wichtige Dinge geredet.
Nun ja, so ist das eben. Männer reden gerne über die Welt und Frauen reden darüber, wie sie die Welt erleben. Das eine ist mehr politisch dafür das andere mehr sozial. Beides aber sind Aspekte unseres Gemeinwesens.
Ich gebe offen zu, dass es natürlich sehr viel schicker ist, wenn man sagen kann, dass die anderen die Doofen sind. Insbesondere wenn man sie wie bei Politikern mit Namen benennen kann, die jeder kennt.

Eine Erkenntnis der Verhaltensforschung ist nämlich folgende: Männer lachen gerne über jemanden, weil das stark macht. Man gehört zum richtigen Rudel. Frauen hingegen lachen über komische Situationen und eventuell auch über sich selber. Wir sind unser eigenes Rudel. Frauen haben einen höheren Anteil an Selbstreflektion, weil sie das „schwächere“ Geschlecht sind, Männer haben den nicht, weil sie das „stärkere“ sein müssen. Es geht aber in beiden Fällen nur um eine Überlebensstrategie, die man nicht bewerten muss.

Die Beliebtheit aller Programme in denen es um Männer und Frauen geht zeigt, dass auch Männer Freude am „Sozialen“ haben wenn es um „Sex“ oder um die „Beziehungsebene“ geht. Manche Kollegin spielt auf diesem Klavier perfekt. Was Männer gar nicht leiden können, ist, wenn sie nicht vorkommen. Da verrate ich Ihnen noch etwas: auch Frauen sind verstimmt, wenn sie gar nicht beachtet werden.
Bei jeder nennenswerten TV Sendung geht es häufig darum „ eine Frau“ zu besetzen, wegen „der Quote“. Neulich rechnete ein Moderator aus, das in seiner Sendung bei vier Gästen eine 40 % Quote nur bei 1,6 Frauen zu erreichen sei... sich selbst hatte er nicht mitgezählt. ( „Wie lustig“. Frauenwitz) Dann wären es zwei von fünf gewesen, also 40 % hätte prima gepasst. Wäre aber nicht lustig gewesen. („Genau!“ Männerwitz)
Daher ist ein heimliches Mobbing üblich: ,Frauen sind nicht richtig gut' oder offen, ein zweifelhaftes Kompliment, dass ich häufig höre „ Ich musste mitkommen, ich hätte nie gedacht, das ich mich bei Ihnen so gut amüsiere!“.
Also eigentlich geht es nur darum, dass Jungs ihre Positionen beschützen. Täte ich vielleicht auch, wenn ich ein Mann wäre. Aber ich bin eine Frau. Eine „gute“ Frau. Rein statistisch. Ich bin seit 30 Jahren dabei und mein Reihenhaus ist bezahlt. Allerdings habe ich keine Finca auf Malle, sonst wäre ich eine „sehr gute“ Frau. Nuuuur....eine „ausgezeichnete“ fällt mir nicht ein. Aber die kann ja noch kommen.
Daher möchte ich eine Sache klarstellen: Es ist einfach sachlich nicht zutreffend, das Frauen im Vergleich mit Männern die schlechteren Unterhalterinnen sind. Denken sie an die Erzählerin der Märchen aus Tausend und einer Nacht, an Geishas, an Kurtisanen.
Nur man möchte doch nicht gleich...wie schreibe ich dies jetzt höflich auf fränkisch... man möchte sich doch nicht gleich hinlegen müssen, nur weil man einen guten Witz auf der Pfanne hat.
Die Zeiten haben sich nicht in allem, aber doch in einigen Details geändert. Die westliche Welt muss damit fertig werden, dass ihr Wohlstand und ihr sozialer Frieden, ihre Toleranz und ihre enorme Anpassungsfähigkeit an die sich verändernden politischen Gegebenheiten mit der Gleichberechtigung eng verbunden sind. Das „Ertragen“ vom Umständen aller Art ist Frauensache, ok, wir machen das weiter, darin sind wir geübt. Aber wir nehmen uns ein bisschen Raum, ok?
Eine Prise „Reflektion“ schadet nieman(n)dem. Im Gegenteil. Es hilft dabei, sich im Wertedurcheinander der Mehrheitsgesellschaft zurechtzufinden und die eigene Position zu klären. Beispiel: Es ist bekannt, warum die Amis in Afghanistan geheimdienstlich versagt haben. Es gibt weder Sex noch Alkohol. Wenn man das zu Ende denkt, dann doch lieber eine Quote, oder?

In diesem Sinne freue ich mich die 25. Saison „Frauenkabarett“ im Loni Übler Haus zu beenden, von dem Loni und nicht der Loni, wie ich unbedarft einst dachte, von einem Mann erfunden und von zahlreichen guten, sehr guten, und ausgezeichneten Kolleginnen begleitet. Nur: der Saal könnte größer sein...was?... Na gut, streichen wir das."

Ich freue mich auf Sie!

Ihre und Seine Anka Zink
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