Letzte Meisterschaft auf der Kult-Radrennbahn Reichelsdorfer Keller

Steger-Ruder (Startnummer 1) im Duell mit Schäfer-Bäuerlein (Nummer 2). Foto: © Manfred Marr
Nürnberg (pm) – Frankens treue Radsportfans werden am Freitag und Samstag, 7. und 8. Juli zur Stelle sein, wenn auf der legendären Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller zum 15. und letzten Mal die Deutschen Stehermeisterschaft stattfindet.

Ende einer Ära! Hintergrund: Die traditionsreiche Piste (1904 eröffnet) soll in einigen Monaten abgerissen werden. Eine neue Hallen-Radrennbahn ist im Stadtteil Langwasser geplant.

In zwei Vorläufen Freitagabend ab 18 Uhr und zwei Finalläufen am Samstag (ab 16 Uhr) geht's auf Bayerns ältester Sportstätte noch einmal gewaltig rund. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Mit Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h brettern die Gespanne in Positionskämpfen über die 400-Meter-Zementpiste. Als Top-Favorit für das DM-Finale über eine Stunde startet Titelverteidiger Stefan Schäfer aus Cottbus. Mit seinem Nürnberger Schritmacher Peter Bäuerlein will der amtierende Europameister nach drei DM-Siegen seinen vierten Titel in Folge gewinnen: „ Das wäre im deutschen Stehersport ein bisher einmaliger Rekord“, sagt Stefan Schäfer, der die leicht lädierte Nürnberger Piste besonders liebt: „ Am Keller fahre ich sehr gerne, denn die nicht allzu leichte und inzwischen schon etwas holprige Piste liegt mir einfach“.
Neben Europa-Vizemeister Franz Schieber, dem deutschen Vizemeister Nico Heßlich (beide ebenfalls aus Cottbus), dem Aachener Robert Retschke, zählt auch Bayerns Stehermeister Thomas Steger vom RV Union 1886 Nürnberg zum engsten Kreis der Favoriten. Der ehrgeizige Lokalmatador hat hart trainiert und peilt mit seinem Nürnberger Stamm-Schrittmacher Thomas Ruder einen Platz auf dem Treppchen an.

Woher kommt der Begriff ,,Steher"?

Bei Steherrennen werden Geschwindigkeiten von teilweise über 100 km/h erzielt und auch über längere Abschnitte gehalten. Der Begriff „Steher“ leitet sich vom englischen „stayer“ ab, das heißt jemand mit Ausdauer. Die früher übliche deutsche Entsprechung „Dauerrennen“ weist auf denselben Umstand hin.

Einmal selbst auf der Bahn fahren

Eine besondere Aktion zugunsten Krebskranker und der Krebsforschung hat der Förderverein ,,Engelein e.V." geplant: mit Claudia Porwik (ehemalige ATP-Weltranglisten-Tennisspielerin aus Franken) und Ex-Slalom-As Christa Zechmeister sowie den Lokalmatadoren Christoph Schwerdt und Bernhard Wächter kann jeder Radsport-Fan selbst auf der Zementbahn seine Runden drehen! Der Erlös (pro Runde 1 Euro) geht in die Finanzierung der Behandlung zweier junger Krebspatienten: eines Jungen (7) mit dem bereits zweiten Hirnturmor und eines 16-Jährigen mit Leukämie, der im Rollstuhl sitzt.
2 Kommentare
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Armin Koch aus Nürnberg | 30.06.2017 | 09:09   Melden
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Armin Koch aus Nürnberg | 30.06.2017 | 11:49   Melden
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