Macht und Pracht: Rund 7.500 Denkmale öffnen am 10. September ihre Türen!

Wagen Sie mal einen Blick hinter die Kulissen beim Tag des offenen Denkmals am 10. September. Auch die Frauenkirche (Bild) ist mit dabei! (Foto: Nicole Fuchsbauer)
 
Seit 2009 betreiben die Altstadtfreunde den Wiederaufbau des Hofes, wobei die Sandsteinarbeiten mit der Errichtung des Schaugiebels kurz vor dem Abschluss stehen. Zum Tag des offenen Denkmals zeigt der Verein das kontrovers diskutierte Projekt am Egidienplatz 23 von 11 bis 16 Uhr in Führungen. (Foto: Uwe Kabelitz)
NÜRNBERG (nf) -  Am 10. September 2017 öffnen in ganz Deutschland rund 7.500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten ihre Türen. In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto ,,Macht und Pracht". Das Motto bezieht sich auf Denkmale, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden: prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck oder große historische Fabrikhallen. Es öffnen aber auch Denkmale ihre Türen, an denen sich Machtmissbrauch erklären lässt und solche, die an die Armut und Ohnmacht ihrer Zeit und Bewohner erinnern.

Das aktuelle bundesweite Programm ist ab sofort unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden. Dort kann man sich alle teilnehmenden Denkmale einer Region anzeigen lassen, nach Denkmalkategorien suchen und über einen Merkzettel persönliche Denkmaltouren zusammenstellen. Die mobile Nutzung vor Ort ermöglicht eine kostenfreie App.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals in Deutschland. Der große Erfolg des Tags des offenen Denkmals wird getragen vom partnerschaftlichen Miteinander der lokalen und regionalen Veranstalter wie Vereinen und Ehrenamtlichen, Kirchengemeinden, Denkmalbesitzern, Denkmalnutzern und Denkmalbehörden.

In Nürnberg können Besucher u.a. hinter die Kulissen folgender Denkmäler blicken:
Kaisermacht und Seelenheil, Stiftung und Bau der Frauenkirche, Macht und Pracht im Dorf Großgründlach, Herrensitz Hallerschloss in Mögeldorf, das Wohnstallhaus in Stein (Asbacher Weg 3), St. Johannis Friedhof, St. Rochus Friedhof, Mittelalterliche Nürnberger Pfarrhäuser (Lorenzer Platz, ab 11 Uhr), Pellerhaus (Egidienplatz). 

Paradebeispiel Pellerhaus: Tag des offenen Denkmals 2017 „Macht und Pracht“

Welches Nürnberger Gebäude könnte den Titel des Tags des offenen Denkmals „Macht und Pracht“ besser treffen als das Pellerhaus? Der aus Radolfzell am Bodensee stammende Großkaufmann Martin Peller ließ sich den prunkvollen Palast am Egidienberg zwischen 1602 und 1605 durch Jakob Wolff d. Ä. errichten. Wie sein Schwiegervater Bartholomäus Viatis wurde Peller von der führenden Schicht der Reichsstadt stets als „Emporkömmling“ betrachtet. Mochten beide auch noch so geschäftstüchtig sein, gesellschaftlich konnten sie sich nie völlig durchsetzen und hatten stets ihre Neider.
Peller zog sich den Unmut des Rats zu, als er aus „Fürwitz und Hochmut“ daran ging, die Anhöhe eines der schönsten Plätze der Stadt mit einem Haus zu krönen, das in der Nürnberger Baugeschichte ohne Beispiel war, eines, das die Sitze der alten Geschlechter an Prunk bei weitem übertraf. Mit seiner reich verzierten Fassade im Stil der ausgehenden Renaissance und seinem prächtigen Innenhof galt es als das herausragende Nürnberger Bürgerhaus. Insbesondere im 19. Jahrhundert erlangte es Weltgeltung und war das am häufigsten abgebildete Nürnberger Gebäude.
Anders als vergleichbar zerstörte Denkmäler (Kaiserstallung, Tucherschloss, Wolff’sches Rathaus) wurde das Pellerhaus in den 1950er Jahren nach seiner teilweisen Zerstörung nicht rekonstruiert, sondern unter Verwendung von Originalteilen modern aufgebaut. Der Gesamtkomplex, also auch die moderne Ergänzung, steht heute unter Denkmalschutz. Seit 2009 betreiben die Altstadtfreunde den Wiederaufbau des Hofes, wobei die Sandsteinarbeiten mit der Errichtung des Schaugiebels kurz vor dem Abschluss stehen. Zum Tag des offenen Denkmals zeigt der Verein das kontrovers diskutierte Projekt am Egidienplatz 23 von 11 bis 16 Uhr in Führungen.
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