Meisterhafte Kreaturen mit Seele

Auch Michael Hatzius und „Die Echse“ geben sich unter dem Motto „Das volle Programm“ die Ehre beim diesjährigen Festival. Foto: André Wirsig

REGION (pm/mue) - 65 Kompagnien, 20 Länder, 130 Vorstellungen, zehn Tage, drei Städte, ein Festival: Die heuer vom 8. bis 17. Mai in Erlangen, Nürnberg und Fürth stattfindende Biennale gehört zu den wichtigsten Festivals für zeitgenössisches Figuren-, Bilder- und Objekttheater in Europa.


Die Eröffnung des nunmehr 19. Internationalen Figurentheater-Festivals wird in allen drei Städten gleichzeitig zelebriert: Während in Erlangen die weltweit gefeierte Compagnie 111 von Aurélien Bory in „Sans Objet“ Artisten mit einem tonnenschweren Roboter aus der Automobilindustrie tanzen lässt und die Trapezkünstlerin Chloé Moglia das Risiko als Motor der künstlerischen Arbeit entdeckt, kosten in Nürnberg Nico and the Navigators und das Puppentheater Halle die metaphorische und klangliche Vielfalt der schönsten Sonette Shakespeares aus. In Fürth wagt das Puppentheater Magdeburg mit einer wilden und dämonischen Interpretation des Romans „Der Untertan“ von Heinrich Mann einen tiefen Blick in die „deutsche Seele“.

Breit gefächertes Programm

Zu den Höhepunkten des Programms gehören unter anderem die belgischen Großmeister des Bildertheaters, die Compagnie Mossoux-Bonté mit „Whispers“; „Ramkoers“, das visuelle und musikalische Abenteuer der niederländischen Band BOT; die poetische Tauben-Geschichte „The Pigeoning“ der New Yorker Künstlerin Robin Frohardt oder auch die immer zwischen Bildender und Darstellender Kunst vermittelnde Eva Meyer-Keller, die ein Tryout ihrer neuesten Arbeit „Things on a Table“ zeigt und ihre sehr spezielle Kochshow „Cooking Catastrophes“ präsentiert.

Anlässlich der Ausstellung „#catcontent“ des Kunstpalais Erlangen beschäftigt sich Antonia Baehr in ihrem „Abecedarium Bestiarium“ mit ausgestorbenen Tieren und in ihren „Animal Performances“ – Aufführungen für Haustiere – verhandeln Krööt Juurak und Alex Bailey die Rolle des Künstlers und des Zuschauers. Eine eigene Reihe – „Profils“, „Actéon miniature“ und „Manto“, eine Koproduktion mit der „Numen Company“ – widmet das Festival dem TJP Centre Dramatique National d’Alsace Strasbourg, das sich zu einem der wichtigsten Produktionszentren für zeitgenössisches Figurentheater in Europa entwickelt hat.

Die regionale Figurentheater-Szene ist mit Thalias Kompagnons, dem Theater Salz+Pfeffer, dem Papiertheater Nürnberg und zwei Premieren vertreten: Das Theater Kuckucksheim zeigt Shakespeares „Sommernachtstraum“ in einer fränkischen Fassung, und Stefan Drücke ergründet in „Parzival – Ich habe den Faden verloren“ den Sehnsuchtsort Theater. Eine weitere Premiere ist der in Nürnberg stattfindende Puppetry Slam, der von Jana Heinicke und dem aus Theater und Fernsehen bekannten René Marik moderiert wird. Mit rund 20 Vorstellungen spielt zudem das Kindertheater eine wichtige Rolle.

Weitere Informationen unter:

www.figurentheaterfestival.de
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