Neues Saisonprogramm des Staatstheaters Nürnberg und eine Abschiedsgala

Abschiedsgala „Addio del passato“ nach 10 Jahren Staatsintendanz von Peter Theiler im Opernhaus am 30. Juni 2018. (Foto: Staatstheater Nürnberg/Peter Theiler)
 
Schauspieler Frank Damerius ist u.a. in ,,Die Jungfrau von Orleans" zu sehen. Premiere am 10. Juni 2017. (Foto: Frank Damerius)
 
Schauspielerin Lilly Gropper ist seit der Spielzeit 2016/2017 festes Ensemble-Mitglied des Staatstheaters Nürnberg. Zu sehen u.a. in ,,Pension Schöller". (Foto: Lilly Gropper)
Highlights aus dem Programm 2017/2018 - Moderne Neuinszenierungen - Wiederaufnahmen auf gut fränkisch - Staatsphilharmonie im Juli auf dem Hauptmarkt - Abschiedsgala für Peter Theiler

NÜRNBERG (pm/nf) - Im Foyer des Schauspielhauses stellte Staatsintendant Peter Theiler den Spielplan für die Saison 2017/2018 vor – zusammen mit dem Geschäftsführenden Direktor Christian Ruppert und den Spartenleitern des Staatstheaters, Schauspieldirektor Klaus Kusenberg, Generalmusikdirektor Marcus Bosch und der Leiterin der Theaterpädagogik Anja Sparberg. Sowohl die Besucherzahlen seien auf hohem Niveau stabil, verzeichneten sogar noch einen leichten Anstieg, als auch der finanzielle Rahmen.


Die Opernsaison eröffnet mit Hector Berlioz‘ Großwerk „Die Trojaner“ (Les Troyens) in einer Neuinszenierung des spanischen Regisseurs Calixto Bieito unter der Musikalischen Leitung von GMD Marcus Bosch (Premiere: 8. Oktober 2017). Mit der Eröffnungsproduktion setzt Peter Theiler einen inhaltlichen Schwerpunkt, der sich durch den Spielplan 2017/2018 zieht, denn Berlioz‘ „Die Trojaner“ ist nur eine von drei Neuproduktionen, die im Sagenkreis des Trojanischen Krieges angesiedelt ist. Auch Wolfgang Amadeus Mozarts selten gespielter „Idomeneo“ erzählt von einem der Kriegsheimkehrer; inszeniert wird das Drama per musica von David Bösch, der damit zum ersten Mal in Nürnberg arbeitet. Die Musikalische Leitung der Produktion hat Marcus Bosch, die auch eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen in Antwerpen ist (Premiere: 17. Februar 2018). Die dritte Produktion, die thematisch an den Troja-Mythos anknüpft, ist Claudio Monteverdis „Die Rückkehr des Odysseus“ (Il ritorno d’Ulisse in patria).
Die in Nürnberg durch ihre Inszenierungen von „Platée“ und „Die Hochzeit des Figaro“ bestens bekannte Regisseurin Mariame Clément führt Regie, die Musikalische Leitung liegt in den Händen eines Spezialisten für Alte Musik, des Dirigenten und Lautenisten Wolfgang Katschner. Es ist die zweite Koproduktion des Staatstheaters mit dem Théatre des Champs-Èlysées, Paris, und die erste mit der Opéra de Dijon (Premiere: 3. Juni 2018).
Das Symposium „Krieg, Irrfahrten und Heimkehr“ widmet sich am 19. November 2017 von wissenschaftlicher Seite dem Mythos Troja bei Berlioz, Mozart und Monteverdi, steht aber auch interessierte Laien und Opernliebhabern offen (Eintritt frei). Das Symposium setzt die langjährige Zusammenarbeit mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen fort.

Für das Fach des Unterhaltungs-Musiktheaters steht schon seit einigen Jahren der Name des österreichischen Regisseurs Thomas Enzinger am Staatstheater Nürnberg. Gemeinsam mit seinem Ausstatter Toto setzt er Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ in Szene, unter der Musikalischen Leitung des 1. Kapellmeisters Guido Johannes Rumstadt (Premiere: 5. November 2017). Zum Jahresausklang und anknüpfend an zahlreiche erfolgreich Musical-Produktionen der zurückliegenden Jahre bringt das Staatstheater eine eigene Musical-Revue heraus: „The Lights of Broadway“.

Die Repertoire-Schiene der gutgemachten Unterhaltung vervollständigt die Wiederaufnahmeserie des Dauerbrenners „My Fair Lady“ (ebenfalls: Regie Thomas Enzinger) mit dem ganz speziellen fränkischen Zungenschlag sowie Volker Heißmann als Alfred Doolittle und Martin Rassau als Mrs. Higgins als Local-Star-Guest der Produktion. Die Musikalische Leitung hat Kapellmeister Andreas Paetzold (1. Oktober 2017).

Den Spielplan runden einige Wiederaufnahmen von Inszenierungen ab, die vom Nürnberger Publikum in vergangenen Spielzeiten besonderes geliebt wurden, wie Alexandra Szeméredys und Magdolna Parditkas Inszenierung von Giacomo Puccinis „La Bohème“, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 20. Oktober 2017). Ein Wiedersehen gibt es auch mit Laura Scozzis frech-frischer „Zauberflöten“-Inszenierung unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt (WA: 24.November 2017).
Gleich zwei Opern Giuseppe Verdis kommen zum Abschied noch einmal auf die Nürnberger Opernhausbühne: Die bewegende „Othello“-Inszenierung von Gabriele Rech, unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt (WA: 14. Januar 2018), und Peter Konwitschnys aufsehenerregende Inszenierung von „La traviata“, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 7. April 2018). Eine weitere Reminiszenz an das Genre der französischen Oper ist die Wiederaufnahme von Bizets „Carmen“ (WA: 27. Januar 2018) in der Inszenierung von Laurent Laffargue unter der Musikalischen Leitung von Volker Hiemeyer. Und schließlich kehrt auch noch einmal – vor der Übernahme der Staatstheaterintendanz – Jens Daniel Herzogs „Tosca“-Inszenierung zurück, die Musikalische Leitung dieser Puccini-Oper hat Volker Hiemeyer (WA: 15. Juni 2018).

Neben der Fortsetzung der Reihe „LiedGut“ im Gluck-Saal ist auch für die kommende Saison ein besonderes Highlight in Planung: Kammersänger Jochen Kupfer präsentiert im Opernhaus ein ganz besonderes Liederprojekt unter dem Titel „Wanderer“, begleitet am Klavier von Marcelo Amaral (18. Januar 2018).

Die im Vorjahr so erfolgreiche Kooperation mit dem Festival NueJazz wird auch 2017/2018 fortgesetzt, das Mark Guiliana Jazz Quartet und das Avishai Cohen Quartet bestreiten das Starkonzert im Opernhaus (10. November 2017). Eine weitere Kooperation geht das Staatstheater Nürnberg mit den Machern von Nürnberg.POP ein und präsentiert gemeinsam das Auftaktkonzert mit Tom Schilling & The Jazz Kid (22. Oktober 2017).

In der neuen Reihe „Bei Egerdörfers unterm Sofa“ mit dem fränkischen Kultkabarettisten und Tatort-Darsteller Matthias Egersdörfer und Claudia Schulz wird es, nach der Auftaktveranstaltung am 29. Mai 2017, drei weitere Talk/Musik/Kabarett-Abende mit neuen Gästen im Opernhaus geben (1. November 2017, 19. Januar 2018, 16. Mai 2018).

Unter dem Titel „Powerhouse“ präsentiert das Staatstheater Nürnberg Ballett einen weiteren dreiteiligen Tanzabend, für den Nürnbergs Ballettdirektor erneut zwei der international gefragtesten Choreographen unserer Zeit gewinnen konnte: Der Schwede Alexander Ekman, u.a. 2016 mit dem Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet, studiert in Nürnberg seine temporeiche und pulsierende Choreographie „Tuplet“ zur elektronischen Musik von Mikael Karlsson ein. Der Israeli Hofesh Shechter, der u.a. für das Staatsballett Berlin, das Cedar Lake Contemporary Ballet, das Nederlands Dans Theater und das Royal Ballet London choreographiert, vertraut dem Nürnberger Ensemble sein preisgekröntes Stück „Disappearing Act“ an. Goyo Montero selbst wird für dieses Programm ein neues Stück kreieren. (Premiere: 21. April 2018)

Eine Reihe von außergewöhnlichen Sonderkonzerten vervollständigt das facettenreiche Konzertprogramm der kommenden Saison: Zur Verleihung des Menschrechtspreises 2017 der Stadt Nürnberg spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg Werke syrischer Komponisten (24. September 2017). Die „Einkehr mit Beethoven“ führt nach dem großartigen „Deutschen Requiem“ in der vergangenen Saison erneut in die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche (30. April 2018), diesmal mit Ludwig van Beethovens anspruchsvoller „Missa solemnis“, dem Chor der vocapella und dem Vokalwerk Nürnberg.

Die beliebten Neujahrskonzerte präsentieren zum Jahreswechsel diesmal klassisch „Wiener Blut“ u.a. mit Werken von Johann, Josef und Eduard Strauß – alles Walzer beim Neujahrskonzert 2018, es dirigiert Mikhel Kütson. Auch das Konzert zur Blauen Nacht steht wieder mit auf dem Programm ebenso wie der fulminante Spielzeitabschluss mit dem Klassik-Open-Air unter dem Motto „Summertime“ (22. Juli 2017) inklusive Familienkonzert am Vormittag.

Mit einer festlichen Abschiedsgala „Addio del passato“ feiert das Staatstheater Nürnberg nach 10 Jahren den Abschied von Staatsintendant Peter Theiler im Opernhaus am 30. Juni 2018. Mit dem 2. Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“ vom 21. bis 26. Juli 2018 endet die Saison 2017/2018. Krönender Abschluss nach dem Finalkonzert am 25. Juli wird das Preisträgerkonzert mit der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung von Marcus Bosch auf dem Hauptmarkt. (26. Juli 2018).

Aktuelle Inszenierungen, Programmvorschau und Kartenvorverkauf auf der Website des Staatstheaters
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.