Nürnberger Traditionsgruppe führt den Faschingszug an

Ablasskrämer - eine Abbildung aus einem der vielen erhaltenen Schembartbücher diente als Vorlage für das Kostüm. (Foto: Nürnberger Schembart-Gesellschaft e.V.)
„Ablasskrämer“ als Sonderfigur zum Lutherjahr

NÜRNBERG (pm/nf) - Kommenden Sonntag ist die Nürnberger Schembart-Gesellschaft e.V. wieder an der Spitze des Nürnberger Fastnachtszuges zu sehen. Wie schon seit dem Mittelalter Tradition gehen die Schembartläufer dem Fastnachtszug voran und bahnen den Weg durch die Altstadt. Mit dabei sind wieder Junghandwerker aus dem Fleischerhandwerk, aus dem bekanntlich der Brauch des Schembartlaufens entstanden ist.


Besonders stolz ist die Schembart-Gesellschaft in diesem Jahr, dass passend zum Lutherjahr ein Ablasskrämer als Sonderfigur mitlaufen kann. Ablasskrämer verkauften im Auftrag der katholischen Kirche Sündenerlässe (sog. Ablässe) gegen Bares. Ein in vorreformatorischer Zeit vielfach heftigst kritisiertes Vorgehen. Auch in Schembartbüchern des beginnenden 16. Jahrhunderts findet sich deshalb diese Figur, die Vorlage für die Sondermaske war.

Der Ablasskrämer ist mit gesiegelten Ablässurkunden behangen, die den Käufern am Straßenrand die Vergebung ihrer Sünden bis Aschermittwoch versprechen. Begleitet wird der Ablasskrämer von einem Wilden Mann, einem Waldwesen mit einer Baummaske. Und auch der Basilisk, dessen Blick versteinert, wird, auf Kufen gezogen, den Zug begleiten.

Die Schembartläufer werden an ausgewählten Plätzen im Zugverlauf ihren traditionellen Schembarttanz zu den Klängen der Sackpfeifer und Trommler präsentieren, während Mitglieder der Nürnberger Fleischer-Innung an Wurststangen hängende Stadtwurst an das närrische Volk am Straßenrand verteilen.
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