Premiere: Tschaikowsky goes Swingkowsky

Hilde Pohl Trio
Nürnberg: Hubertussaal | Nürnberg (li) Der Hubertussaal als Außenspielstätte des Gostner Hoftheaters mit seinem Jugendstilambiente war ein würdiger Rahmen für die Premiere des Hilde Pohl Trios mit seinem Tschaikowsky Programm. Zum Trio gehören: Hildegard Pohl – Konzert-/Swingpianistin, Yogo Pausch – Schlagzeuger und Norbert Meyer-Venus – Kontrabassist.

Mit einer Ouvertüre aus dem Nussknacker begann der unterhaltsame Abend der drei Profi-Musiker, denen es gelang Klavier, Schlagzeug und Kontrabass zu stimmigen Improvisationen zu vereinen, mit Solis ihr Können als Meister ihrer Instrumente zu beweisen und als Gesamtpaket gute Laune zu verbreiten.

Mit der Biografie Tschaikowskys geht Hilde Pohl gewohnt locker um. Während der Stücke erzählt sie nur von den bedeutenden Frauen im Leben des Meisters: Nadeschda von Meck, die ihm große finanzielle Unterstützung gewährte (die Zuckerfee) und Antonia Iwanowa Miljukowa, die er geheiratet hat, mit der er aber nur wenige Wochen zusammenlebte. Seine Homosexualität bleibt unerwähnt. Sein Werdegang mit einer französischen Gouvernante, einer Musiklehrerin, einem Beamtenleben und der späten Berufung zum Musikstudium, die große Kritik und schließlich die sieben oder acht Jahre mit weltweiter Anerkennung und der frühe Tod mit 53 Jahren im Jahr 1893 werden erzählend in Schwanensee, arabischen Tanz, russischen Tanz , chinesischen Tanz, Klavierkonzert, autumn in Venice und Flower Power Walze eingefügt.

Vor der Pause darf das Publikum Wünsche für Musikstücke von klassisch bis modern aufschreiben und Hilde Pohl erweist sich als echte Konzertpianistin nach dem Motto „Sie wünschen, wir spielen“. Wünsche wurden gezogen und sie fügte die unterschiedlichen Stücke zu einer Reizwortgeschichte mit großer Musik zusammen: Yesterday (also damals 1850 ungefähr) war Tschaikowsky in Florenz und hörte aus einer Kapelle die Tocata. Er trat ein und sah dort Marina. Sie begrüßte ihn mit „Für dich soll’s rote Rosen regnen“. Das war ihm aber zu viel und er verließ die Kapelle. Draußen traf er auf Elise, mit der er den Nachmittag verbrachte. Aber wirklich glücklich war er erst am Abend, allein am Klavier (O Happy Day). Mit ihrem unvergleichlichen Swing verband Hilde Pohl große Klassik mit leichter Unterhaltung, ihre Musiker ergänzten und improvisierten in großer Harmonie.

Eine gelungene Premiere, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde und als Weihnachtskonzert am 26. Dezember wieder gespielt wird.
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