Schottische Würze mit Janet M. Christel und Band

Janet M. Christel und Band im Zeltner
Nürnberg: Kulturladen Zeltnerschloss | Nürnberg (li) Den Auftakt der Reihe Live im Zeltnerschloss 2017/18 machte Janet M. Christel und Band mit einem wunderbaren Abend voll Lyrik, humorvollen Erzählungen und natürlich schottisch-keltischer Musik vom feinsten.

Janet M. Christel ist in Glasgow geboren und sie ist mit ihrer klaren sehnsuchtsvollen Stimme, ihrer tiefen Verbundenheit mit der Heimat und ihrer humorvollen Art, das eigene Leben zu betrachten, eine überzeugende Repräsentantin für Schottland. Da sie seit über 30 Jahren mit "Hermann, the German" in Oberasbach lebt und deutsche Lyrik begeisternd rezitiert, gelingt ihr der Brückenschlag zwischen den Kulturen.

Häufig tritt sie nur mit dem Gitarristen und Sänger Ralf Trautner auf, mit dem sie auch eigene Songs schreibt. Für Live im Zeltner hat sie ihre Band mit Christian Barthel (Akkordeon und Percussions) und Jerry Röschmann (E-Bass, Percussions und Gesang) mitgebracht und die Vier harmonierten perfekt.

Es war bereits der 5. Auftritt im Zeltnerschloss und der Saal war bis auf den letzten Stuhl besetzt. Nach einem Instrumental mit Flöte zur Eröffnung erzählt Janet M. Christel die Geschichte von einem jungen Mann, der seine Verlobte verlässt und schließlich von ihr erschossen wird - die schottische Bedeutung von "she takes care of it". Es folgt die Ghost Story um Lady Alice und danach das Gedicht Herbst von Theodor Storm: "Nur noch einmal ... und ein Strahl der alten Wonne rieselt über Tal und Kluft". Sie beendet das Gedicht mit "die süßen Sommertage sind vorbei" und sagt "wir haben noch ein bisschen Altweibersommer, oder um die englische schönere Variante zu nehmen "Indian Sommer". Und tatsächlich ist dieser Konzertabend wie ein letzter schöner Sommerabend.

Sie singt von dem Liebsten, der eine rote Rose ist und von Lizzy Lindsay und fordert das Publikum auf, beim Walking-Song kräftig mitzumachen. Es ist ein Sound von den Inseln, der beim Walken der Wäsche gesungen wurde und stark an die Lautmalerei der Oberpfalz erinnert. So wäre er doch für alle singbar. Nach einem Walfang-Song geht es in die Pause.

Auch der zweite Teil ist sehr abwechslungsreich und amüsant. Emotionaler Höhepunkt ist, wenn sie mit ihrer klaren Stimme Auld Long Syne über die längst vergangene Zeit singt, das mit seiner Anfangszeile "Should auld aquaintance be forgot" oder "Nehmt Abschied Brüder" allen bekannt ist, aber von ihr interpretiert, neu gehört und empfunden wird. Nach langem Applaus und einer Zugabe der Band, bleibt Janet alleine auf der Bühne und singt ihr Abschiedslied zur shrutibox, die seit den 60er-Jahren bekannt ist und Dudelsack-ähnlich klingt.

Mehr von Janet M. Christel und Ralf Trautner gibt es bei der Offenen Kirche St. Klara am St. Andrews Day am 29. November, 17.45 Uhr unter dem Motto " Scottish Heartbeat."

Die nächste Veranstaltung von Live im Zeltner ist am Freitag, den 10. November mit Bettina Ostermeier & Stefan Grasse "Romanza, Pasión y Danza".
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