Stadtdekan Hubertus Förster fordert mehr Verantwortung für die Eine Welt

Stadtdekan Hubertus Förster. (Foto: oh/Elke Pilkenroth/Katholische Stadtkirche)

„Freudenbote des Friedens“

NÜRNBERG (pm/nf) - Weihnachten wahrzunehmen als „Fest der Liebe und Freude, des Friedens und der Solidarität“ war die zentrale Botschaft des Katholischen Stadtdekans Hubertus Förster in seiner Weihnachtspredigt.

„Heute müssen wir Freudenboten sein für die sozial Schwachen, die trotz eines regulären Arbeitsverhältnisses kaum von ihrem Einkommen leben können.“ Als Freudenboten (ein Begriff des Propheten Jesaja) könnten wir den Menschen wieder ein Selbstwertgefühl vermitteln. „Ansonsten“, so Förster wörtlich, „ist letztlich der soziale Friede immer mehr gefährdet.“ Es sei auch unsere Aufgabe als Christen, Populisten und Scharfmachern von rechts vorzubeugen. „Lassen Sie uns Freudenboten sein für alle, die unsere Zuwendung und unsere Dienste brauchen und erfahren sollten: für Jung und Alt, für Gesunde und Kranke, für Schwache und Starke, für Familien und allein Lebende und weltweit für die vom westlichen Lebensstil wirtschaftlich klein gehaltenen Nationen und Menschen.“ Verantwortung für die Eine Welt zu übernehmen dürfe nicht nur eine Floskel sein, sondern müsse jeder Einzelne von uns im Alltag permanent im Konsum-, Mobilitäts- und Wirtschaftsverhalten kritisch überprüfen. „Jetzt müssen wir unseren Lebensstil ändern“, forderte Förster.

Bei seiner Weihnachtspredigt am Heiligen Abend in St. Elisabeth ermutigte der Katholische Stadtdekan, sich wieder in die Rolle des Neugeborenen hineinzuversetzen. „Man spricht vom freudigen Ereignis, alle gratulieren den Eltern, stolze Dankbarkeit erfüllt sie, man spricht geradezu ‚vom Segen‘, der bei ihnen einkehrt.“ Mit dem Neugeborenen beginne der Blick auf die in ihm angebrochene neue Zukunft und auf die Entwicklung des Kindes. „Übertragen wir diesen Gedanken auf das Weihnachtsfest: Dieses neugeborene Kind will Gottes Freudenbote für seine Welt sein.“ Diese Gefühle, die ein Neugeborenes in uns wecke, sollten uns erfüllen, wenn wir von Weihnachten her die Welt anschauen. „Jeder von uns war einmal als Neugeborenes so ein Freudenbote des Friedens.“ Wir seien also selbst in unserem Ursprung Freudenboten des Friedens.
Und von Weihnachten her betrachtet, seien wir eben nicht nur Kind unserer Eltern, sondern zugleich in die Sohnschaft und Tochterschaft Gottes hinein genommen. Diese unmittelbare Beziehung von uns Menschen zu Gott verpflichte uns auch zu Solidarität und Nächstenliebe. „Diesen ermutigenden Blick auf jeden von uns als Geschenk Gottes, den will das Weihnachtsfest immer aufs Neue vermitteln.“

Am 1. Weihnachtstag, Montag, 25. Dezember, predigt Hubertus Förster um 10 Uhr im Festgottesdienst in der Frauenkirche; am 2. Weihnachtstag, Dienstag, 26. Dezember, steht der Nürnberger Stadtdekan dem Gottesdienst um 11.15 Uhr in St. Elisabeth vor.
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