1. Intelligentes LKW-Parkleitsystem auf der A9 zwischen Nürnberg und München

Telematik Kongress Nürnberg (v.l.) Norbert Schäfer (Vorstandsvorsitzender CNA e.V.), Karl-Hermann Klausecker (Clustersprecher Bahntechnik), MDirig. Karl Wiebel (Oberste Baubehörde), Dr. Kurt Bechtold (Oberste Baubehörde), Dr. Michael Fraas (Wirtschaftsreferent Stadt Nürnberg), Ulrich Schaller (IHK Nürnberg für Mittelfranken), Wolfgang Legath (Geschäftsführer PB Consult). (Foto: CNA/Fuchs)
 
Branchenexperten informieren sich beim Telematik-Kongress 2014 in Nürnberg. (Foto: CNA/Fuchs)

- Internationale Experten beim Telematik-Kongress 2014
- Trends und Chancen vernetzter Mobilität

NÜRNBERG (pm/nf) - Wie lässt man sich auf der „grünen Welle“ durch den Verkehr tragen? Wie kann Signaltechnik auf einen europaweit einheitlichen Standard gebracht werden? Und wie lassen sich mit Hilfe von Smartphone-Daten Gefahrensituationen rechtzeitig erkennen?

Diesen und vielen weiteren Fragen widmeten sich auf Einladung des Clusters Bahntechnik/CNA rund 120 nationale und internationale Verkehrsexperten in
Nürnberg. Die sinnvolle Verknüpfung unterschiedlicher Technologien und Verkehrsträger stand im Mittelpunkt des Telematik-Kongresses mit begleitender Fachausstellung am 27./28. Mai 2014 in der IHK-Akademie. Die Schirmherrschaft
hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Vorgestellt wurden Innovationen der Verkehrstelematik aus den Bereichen Leitsysteme und Informationssysteme sowie den Bereichen Strecke und Fahrzeuge. Ein internationaler Workshop zum Thema „Rail Signalling“ im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der European Railway Clusters Initiative (ERCI) rundete den Kongress ab. Der Cluster Bahntechnik Bayern zählt zu den Gründungsmitgliedern des ERCI-Netzwerks, das mittlerweile neun Netzwerke aus sieben europäischen Ländern umfasst. „Gegenseitig von best-practice-Beispielen zu lernen ist eines der Ziele des Netzwerks“, erläuterte Clustersprecher Karl Hermann Klausecker bei der Begrüßung.

Darüber hinaus unterstütze man sich gegenseitig bei der Partnersuche im Rahmen von Projekten oder tausche sich über Fördermöglichkeiten aus. Dass der Telematik-Kongress die ideale Plattform sei, um aktuelle Trends in der Verkehrstelematik aufzunehmen und Ideen zu konkreten Projekten weiterzuentwickeln, betonte Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg.
„Hochwertige Information ist ein wesentlicher Bestandteil eines leistungsfähigen Verkehrsangebots“, betonte Dr. Kurt Bechtold, stellvertretender Leiter der Verkehrsabteilung, Oberste Baubehörde im Bayerischen Innenministerium. Der Freistaat habe diesen Aspekt frühzeitig erkannt und nehme mit der verkehrsträgerübergreifenden Fahrgastinformation DEFAS eine Vorreiterrolle ein. „Ein solch flächendeckendes System auf Basis von Echtzeitdaten ist deutschlandweit einmalig“, so Bechtold. Kostenlose Verkehrs-Apps wie „Bayern-Info“, „Bayern-Fahrplan“ und „Bayernnetz für Radler“ böten den Nutzerinnen und
Nutzern speziell auf Individualverkehr oder Öffentlichen Verkehr zugeschnittene Informationen und würden sehr gut angenommen.

Verkehrsabläufe sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten ist auch das Ziel der Intelligenten Verkehrssysteme (IVS), die Ministerialdirigent Karl Wiebel vorstellte. Ein wesentlicher Bestandteil der intelligenten Verkehrssysteme seien die Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf den hoch belasteten Autobahnen. In Nürnberg stellte Wiebel ein Novum vor: „Mit dem bundesweit ersten intelligenten Lkw-Parkleitsystem auf der Autobahn A9 zwischen Nürnberg und München wollen wir künftig gezielt die Lastwagenfahrer in digitaler Form über freie Stellplatzkapazitäten informieren.“ Darüber hinaus biete die Verbindung von Fahrzeug und Straßeninfrastruktur viele neue Möglichkeiten. So sei z.B. eine Verkehrs-App in Planung, die es Autofahrern ermögliche, die „Grüne Welle“ auf Außerortstraßen besser zu nutzen.

Am zweiten Tag des Kongresses diskutierten die Experten, moderiert von Wolfgang Legath, PB Consult GmbH, über Trends und Entwicklungen bei Fahrzeugen. Dabei wurde deutlich, dass der Einsatz vernetzter Komfort- und Sicherheitssysteme, Echtzeit- Videoüberwachung oder Gleisbettüberwachung längst keine Zukunftsmusik mehr sind.
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