32.000 Fahrgäste ohne Fahrschein

Schwarzfahren kein Kavaliersdelikt

NÜRNBERG (pm/nf) - Was bewegt Menschen dazu, eine wichtige Leistung wie Mobilität in Anspruch zu nehmen und nicht dafür zu bezahlen? „Die Gründe sind so vielfältig wie die Ausreden“, weiß Tim Dahlmann-Resing, Vorstand Marketing und Vertrieb der VAG. Aber was auch immer die Gründe sein mögen, eines gilt für alle Ertappten: Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt, es ist eine Straftat.
Wird jemand dreimal auffällig, droht eine Anzeige. In 2013 war das genau 2.284 Mal der Fall. Insgesamt waren jedoch 98 Prozent der 1,5 Millionen kontrollierten Fahrgäste mit gültigem Fahrausweis unterwegs. Von den zwei Prozent, sprich 32.000 Fahrgästen, ohne gültigen Fahrschein waren ein Prozent echte Schwarzfahrer, das andere Prozent teilt sich je zur Hälfte auf in Kulanzfälle und Fahrgäste, die ihre Zeitkarte vergessen hatten.


Der VAG entgehen nach eigenen Angaben pro Jahr rund eine Million Euro an Einnahmen durch Schwarzfahren, etwa die Hälfte davon holt sie durch die Kontrollen wieder rein. Allerdings muss sie für diese rund zwei Millionen Euro investieren. „Wir kontrollieren folglich nicht, um uns die Kassen zu füllen. Vielmehr wollen wir unsere zahlenden Kunden in ihrem Tun bestätigen und die bisherigen Nichtzahler zum Kauf einer Fahrkarte motivieren“, erklärt Tim Dahlmann-Resing die Absicht hinter den Kontrollen, „denn unser oberstes Ziel muss es sein, unsere Einnahmen zu sichern, um weiterhin gute Verkehrsleistungen in Nürnberg anbieten zu können.“
Um dieses Ziel zu erreichen, hat die VAG unter anderem seit 2006 ihren Kontroll-Prozess fortwährend optimiert. 30 ausgebildete Fahrausweisprüfer sind täglich in 65 Nürnberger Prüfbereichen im Einsatz. In welchem sie wann schwerpunktmäßig kontrollieren, entscheidet die Fachabteilung der VAG mittels eines modernen Dispositionsmoduls. Dieses wird von Mobilen Datenerfassungsgeräten gespeist, welche die Fahrausweisprüfer bei jeder Kontrolle mitführen. Steigt die Beanstandungsquote in einem Prüfbereich über zwei Prozent, wird dort vermehrt kontrolliert. Ein klarer Schwerpunkt liegt dabei auf der U-Bahn. Außerdem müssen die Fahrgäste seit 2006 beim Betreten eines Busses ihre Fahrkarte beim Fahrer vorzeigen. All diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass die VAG ihre Schwarzfahrerquote seit 2006 dauerhaft halbieren konnte.
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