5. Nürnberger Gesundheitsdialog: Bildung als Prävention

Zum nunmehr 5. Nürnberger Gesundheitsdialog konnte Andreas Haupt (Regionalgeschäftsführer BARMER GEK) neben Staatssekretär Stefan Müller MdB auch Prof. Dr. Harald Tauchmann (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) sowie Gerhard Potuschek (Landesgeschäftsführer Bayern der BARMER GEK / v.r.n.l.) begrüßen. Foto: U. Müller

NÜRNBERG (pm/mue) - Zum mittlerweile fünften Mal hatte Andreas Haupt, Regionalgeschäftsführer der BARMER GEK in Mittelfranken dieser Tage Vorstände, Geschäftsführer und Personalverantwortliche zum Dialog mit Experten aus Gesundheitswesen, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingeladen. Gemeinsam diskutierte man über den Zusammenhang von Bildung und Gesundheit und darüber, wie man die Gesundheitskompetenz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern fördern kann.


Bildung und Gesundheit gehören untrennbar zusammen und die Betriebe können einiges tun, um das Wohlbefinden ihrer Belegschaft zu verbessern – so der Tenor beim 5. Nürnberger Gesundheitsdialog. „Bildung ist die beste Prävention“, unterstrich Gerhard Potuschek, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK Bayern. „Sie fördert gesundheitsbewusstes Verhalten – gebildete Menschen leben im Schnitt länger und leiden seltener unter chronischen Erkrankungen.“

„Ob wir krank werden, hängt auch von Lebensstil, Umwelteinflüssen, genetischer Veranlagung, Geschlecht und Alter ab“, so Stefan Müller, CSU-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Er beleuchtete in seinen Ausführungen den Stand der Versorgungsforschung, über die Gesundheit, medizinische Versorgung und Prävention langfristig verbessert werden sollen. Bildung allein sei dabei aber auch kein Garant für Gesundheit, „... weil sie zu unspezifisch ist“, erklärt Harald Tauchmann, Professor für Gesundheitsökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Auch der Hochschulabsolvent müsse sich Gesundheitskompetenz gezielt aneignen, dann jedoch könne „... spezifischer, gesundheitsbezogener Bildung eine wichtige Rolle beim Erwerb gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen zukommen“, so Tauchmann weiter.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Andreas Haupt, Regionalgeschäftsführer der BARMER GEK Nürnberg betonte, dass Bildung in der Familie beginne und niemals ende – auch nicht im Berufsleben. Der Job sei sogar ein denkbar geeigneter Ort, um Bildung in Form von Gesundheitskompetenz zu erwerben. „Durch Maßnahmen für mehr Bewegung, gesunde Ernährung oder Stressabbau lernen Beschäftigte im Arbeitsumfeld, wie sie verantwortungsvoll mit sich umgehen. Die Unternehmen fördern so die geistige und körperliche Fitness der Belegschaft. Und davon profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen“, erklärte Haupt. Insgesamt, so führte er weiter aus, haben die gesetzlichen Krankenkassen 2013 die stolze Summe von 54 Millionen Euro für gesundheitsbildende Maßnahmen im Betrieb ausgegeben (+18%) und damit 1,1 Millionen Menschen erreicht. Fakt ist: In die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren, lohnt sich. Der „Return on prevention“ ergibt sich etwa durch die Verringerung der Kosten und Ausfallzeiten, die in Bayern im Jahr 2013 bei 15,2 Arbeitsunfähigkeitstagen je Erwerbsperson lagen. Sie können durch gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb um durchschnittlich 35 Prozent gesenkt werden; gleichzeitig profitieren die Mitarbeiter von mehr Wohlbefinden und einer höheren Arbeitszufriedenheit (+20%).

Gesundheitsmanagement ist Demografiemanagement

Bereits im Jahr 2024 werden die 50- bis 65-Jährigen über 40 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland ausmachen. Sie und ihr Know-how, so ein weiterer Tenor der Veranstaltung, gelte es zu halten. Gerade ältere Mitarbeiter bräucten jedoch immer wieder Anregungen für einen gesunden Lebensstil; zumal die krankheitsbedingten Ausfallzeiten mit zunehmendem Alter prinzipiell steigen. Unter demografischen Gesichtspunkten werde betriebliche Gesundheitsförderung damit immer mehr zum Erfolgsfaktor. Durch betriebliches Gesundheitsmanagement, so wurde unterstrichen, könne zudem eine gesunde Unternehmenskultur etabliert werden. Führungspersonen hätten dabei eine wichtige Vorbildfunktion, wie viele Studien zeigen. „Sich selbst und andere gesund führen hat einen bedeutenden Einfluss auf die Mitarbeiter und wirkt sich positiv auf den Erfolg des Unternehmens aus“, betonte Andreas Haupt.
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