60 Gemeinden feierten erste Sternwallfahrt und Gottesdienst in St. Sebald

Erzbischof Ludwig Schick (r.), Regionalbischof Stefan Ark Nitsche (2.v.r.), der katholische Stadtdekan Hubertus Förster (2.v.l.) und der evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein (l) beim Pfingstgottesdienst in St. Sebald. (Foto: Udo Dreier)
 
Erzbischof Ludwig Schick bei seiner Predigt. (Foto: Udo Dreier)
NÜRNBERG (nf) - 60 katholische und evangelische Gemeinden (rund 1.700 Gläubige) machten sich am Pfingstsonntag in Nürnberg gemeinsam auf den Weg zur 1. Ökumenischen Sternwallfahrt mit Gottesdienst. Erzbischof Ludwig Schick und Regionalbischof Stefan Ark Nitsche erinnerten in der Sebalduskirche gemeinsam an 500 Jahre Reformation.

Aus allen Richtungen kamen die Pilger trotz des Regens zur Sebalduskirche – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder als ,,singende" U-Bahn beziehungsweise Straßenbahn. Erzbischof Schick allerdings steckte im Stau fest und verfolgte die erste halbe Stunde des Gottesdienstes übers Smartphone. Die Christen setzten mit der gemeinsamen Feier ein deutliches Zeichen im Jahr des Reformationsgedenkens. Für den Ausruf der beiden Stadtdekane ,,Endlich feiern wir das Geburtsfest der Kirche zusammen", gab es sogar Applaus. Unter dem Eindruck des neuerlichen Terroranschlags in London, gelte es, Zeichen der Hoffnung zu setzen und Wege aus der Gewalt zu bahnen. „Wir haben mitzuwirken an einer menschenwürdigen Gesellschaft. Wer in Christus bleibt, wer bei ihm sicher und geborgen ist, der kann sich weit hinauswagen für die Gerechtigkeit." Das war die Kernbotschaft des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick beim heutigen ökumenischen Pfingstgottesdienst.

Die gemeinsame Feier des Geburtstages der Kirche mit einer ökumenischen Sternwallfahrt und einem ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „Kirchen auf dem Weg zueinander“ war ein besonderes Ereignis im Jahr des Reformationsgedenkens. Der Ökumenische Gottesdienst mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, dem Evangelischen Regionalbischof Stefan Ark Nitsche sowie den beiden Stadtdekanen Hubertus Förster und Jürgen Körnlein war daher für die Pilger der Höhepunkt des Tages. ,,Toll, dass wir das anlässlich des Reformationsgedenkens ökumenisch feiern, dass wir uns gemeinsam auf Christus besinnen und ein Christusfest daraus machen", freute sich Stadtdekan Hubertus Förster. ,,Wir haben einen gemeinsamen Kern und den stellen wir heraus." So sei die immer wieder neue Ausrichtung der Kirchen am Christusglauben das Anliegen sowohl der Reformation unter Luther als auch des Zweiten Vatikanischen Konzils gewesen. Die Sternwallfahrt an Pfingsten ist eine gemeinsame Aktion der Nürnberger Pfarreien als Symbol der guten Ökumene.

Von einem ,,Traum, der in Erfüllung geht", sprach der evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein. Die vergangenen zehn Jahre der Reformationsdekade seien wichtig für die weitere Annäherung gewesen. ,,Das gemeinsame Pfingstfest ist der Höhepunkt für uns in Nürnberg." Gleichzeitig erinnerte Körnlein aber auch an die seit Jahrzehnten funktionierende Ökumene in der Stadt. Nach dem Gottesdienst gab auf dem Sebalder Platz ein schönes Fest für alle Teilnehmer. Veranstalter und Ideengeber des ökumenischen Pfingstfestes waren die Katholische Stadtkirche Nürnberg und das Evangelisch-Lutherische Dekanat Nürnberg. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Evangelische Bezirksposaunenchor.

Zentrale Fronleichnamsfeier am Hauptmarkt am 15. Juni 2017

Für Gläubige steht in Kürze die nächste Feierlichkeit an. Die Katholische Stadtkirche lädt zur zentralen Fronleichnamsfeier am Donnerstag, 15. Juni 2017, um 10 Uhr auf den Hauptmarkt vor der Frauenkirche ein. Hauptzelebrant ist Stadtdekan Hubertus Förster, die Predigt hält Pfarrer Joachim Wild. ,,Vergiss den Herrn, deinen Gott, nicht!" lautet das Thema der diesjährigen „Statio Urbis“. Vorbereitet wurde der Gottesdienst vom Pfarreienverbund St. Clemens - St. Hedwig - St. Thomas.
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