600 Goldmadonnen ziehen am Kornmarkt alle Blicke auf sich!

Gut versteckt zwischen den Goldmadonnen (v.l.) Ottmar Hörl, Ulrich Großmann, Julia Lehner und Markus Söder. (Foto: © Udo Dreier)
 
Die Nachbildung ist rund 90 Zentimeter lang und besteht aus recyclebarem Kunststoff. (Foto: © Udo Dreier)

NÜRNBERG (vs) - Sie sind DER Blickfang auf dem Kornmarkt vor dem Germanischen Nationalmuseum: Bis 17. September präsentiert der Nürnberger Künstler sowie zugleich auch Professor und Präsident der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg, Ottmar Hörl, fast 600 goldene Madonnen-Figuren. Auf Holzleisten montiert, wirken sie beinahe wie eine überdimensionale goldene Leinwand.

Heute Vormittag hatte der Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Prof. Dr. G. Ulrich Großmann zusammen mit dem Künstler Ottmar Hörl, Staatsminister Dr. Markus Söder sowie Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner Presse und Medien zur Eröffnung eingeladen.
Großmann ist von dem Projekt begeistert. Bereits jetzt sehe er viele Menschen, die das Kunstobjekt fotografierten oder als Hintergrund für ein Selfie nutzten. Für das nach Angaben von Großmann Deutschlands erfolgreichstes Forschungsmuseum sei es eine gelungene Abwechslung, auch einmal etwas Spaßiges machen zu dürfen. Auch Ottmar Hörl schlug in diese Kerbe. Er sehe sich als Vermittler von Kunst. Anders als Kunst in Museen, wo sie vor allem vom versierten Fachpublikum studiert werde, habe Kunst im öffentlichen Raum nur eine Chance, wenn sie auch Kunstferne innerhalb von nur maximal etwa 15 Sekunden anspreche, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Für ihn sei die so genannte Nürnberger Madonna nicht nur ein wichtiger Teil der Kunstgeschichte, sondern auch die Gelegenheit, Kontakt mit der christlichen Kultur zu suchen, die unsere Gesellschaft trotz aller neuen Einflüsse weiterhin mitpräge, und diese auch immer wieder zu hinterfragen. Da man den Schöpfer der Nürnberger Madonna aus der Dürer-Zeit bis heute nicht kenne, sei dieses Werk auch ein gutes Beispiel dafür, dass nicht nur bekannte Namen Schönes geschaffen haben. In diesem Zusammenhang sprach Ottmar Hörl sein Kompliment an den unbekannten Künstler aus.
Gerne nutzte Markus Söder die Gelegenheit, sich als Fan von Ottmar Hörl zu bekennen. Auch in seinem Münchner Amtsraum stünden Figuren des Nürnberger Künstlers, darunter auch der Mann mit Fernrohr, das er aus dem Fenster Richtung Staatskanzlei habe richten lassen: "Ich muss ja wissen, was dort passiert". Erst kürzlich habe er von Julia Lehner den bekannten Hörl-Mops geschenkt bekommen. Ob es da irgendwelche Hintergedanken gegeben habe? - Julia Lehner lächelte nur.
Natürlich durften auch Details zum Original der Nürnberger Madonna nicht fehlen. Hierzu gab die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg einen kurzen historischen Rückblick. Die Holzfigur aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts ist ein Überrest einer Kreuzigungsgruppe, die einst für die ehemalige Dominikanerkloster in Nürnberg von einem unbekannten Künstler angefertigt worden ist. Obwohl Nürnberg früh die Reformation angenommen habe, sei diese Figur trotzdem in den nachfolgenden Jahrhunderten in ähnlicher Darstellung in vielen Häusern und öffentlichen Plätzen aufgestellt worden. Das Original kann heute im Germanischen Nationalmuseum bewundert werden. Wegen der idealen Darstellung diente die Figur vielen Künstlergenerationen als Studienobjekt für Frauen-Skulpturen.
Die Präsentation auf dem Kornmarkt kann bis 17. September kostenlos besichtigt werden. Die Figuren sind mehrfach gegen Diebstahl gesichert und werden unter anderem von einer eigenen Security überwacht.

Projektbüro

Während der Präsentationszeit ist neben der Gold-Madonnen-Wand ein Infopavillon aufgebaut. Es bis 17. September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es bei Eva Schickler unter der Rufnummer 0151/70827722. 

Mehr zum Goldprojekt

Die Großskuptur auf dem Kornmarkt ist 80 Meter lang, 2,5 Meter breit und 3,42 Meter hoch. Die fast 600 Figuren sind jeweils 92 Zentimeter hoch und bestehen aus hochwertigem Kunststoff, der in der Nähe von Coburg gegossen worden ist. Die Statuen sind mit insgesamt 10.000 Schrauben auf Aluplatten befestigt. Nach dem Ende der Präsentation werden die Figuren verkauft. Bereits jetzt sind Vorbestellungen mit und ohne Autogramm des Künstlers möglich. Infos dazu gibt es unter anderem im Infopavillon.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet.
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