Afrika im Doppelpack

In der kerzenbeleuchteten Sophienhöhle bietet Chancho Va mit viel Rhythmus und guter Laune afrikanische Momente. Foto:oh

Kulturtage in Gräfenberg und Forchheim

GRÄFENBERG / FORCHHEIM - Die Region steht in diesen Tagen ganz im Zeichen des schwarzen Kontinents. Afrika Kulturtage gibt es heuer gleich zweimal – vom 6. bis 8. Juli in Gräfenberg und eine Woche später in Forchheim.

Nachdem die Stadt Forchheim sich mit dem Ideengeber und früheren Veranstalter nicht einigen konnte, ist dieser mit dem Festival nach Gräfenberg umgezogen. Wegen des hundertsten Geburtstag des Forchheimer Pfalzmuseum waren bereits 2011 die Afrika-Kulturtage nach Fürth ausgelagert worden.

In Gräfenberg könnten sie jetzt eine bleibende Heimat finden. Auf der Bühne am Kirchplatz ist ein pulsierendes, hochkarätiges Afrika-Programm geboten, der Afrika-Basar mit seinem Maquis (afrikanisches Freiluftrestaurant) ist nebenan mitten in der Innenstadt auf dem idyllischen Marktplatz und den umliegenden Gassen der Altstadt beheimatet. Gräfenbergs Bürgermeister Werner Wolf eröffnete bereits die zu den Kulturtagen gehörende Ausstellung mit Werken des nigerianische Malers Fidel Oyiogu in den Räumen in der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg am Kirchplatz. Künstler des diesjährigen Festivals sind wie immer international renommierte MusikerInnen, u.a. die kapverdische Sängerin Gabriela Mendes mit ihrer wunderbar leichtfüssigen Musik und als Deutschlandpremiere die 13-köpfige Formation des Meistertrommlers Mansa Camio aus Baro in Guinea. Es wird auch wieder das traditionelle Trommlertreffen geben und einen Umzug durch die ganze Stadt mit weit über 100 Trommler- und TänzerInnen aus Afrika und Deutschland, außerdem gibt es wieder Trommelkurse in Schulen und Kindergärten und vieles mehr.

Unabhängig von den Kulturtagen bietet Chancho Va am Freitag, 6. Juli, um 20.00 Uhr mit viel Rhythmus und guter Laune afrikanische Momente in der kerzenbeleuchteten Sophienhöhle. Das beliebte Trommelensemble spielt traditionelle Festmusik der Malinke aus Haute-Guinea und lädt mit dem temperamentvollen Zusammenspiel von Basstrommeln und Djemben gleichermaßen zum Zuhören und Tanzen ein.

"Nomaden der Kulturen"
Weil Forchheim trotzdem die Tradition der Afrika-Kulturtage fortsetzen wollte, haben das Pfalzmuseum und das Junge Theater die Organisation der 6. Afrika-Kulturtage übernommen. Exotische Kunst und Kultur, Musik, Literatur und Trommelklänge beleben vom 13. bis 15. Juli die Kaiserpfalz. Hauptanliegen, so der Kulturreferent der Stadt Forchheim, Dr. Dieter George, ist auch in diesem Jahr die Kultur des schwarzen Kontinents: Rund um die Kaiserpfalz wird ein qualitativ hochwertiges Programm mit Sonderausstellung, literarischer Matinee, Konzerten und natürlich dem traditionellen afrikanischen Markt geboten. Trommel- und Tanzworkshops in Schulen und Kindergärten versprechen Spaß und Unterhaltung. Die Afrika Kulturtage Forchheim unterstützen seit 2008 die Spendenaktion "Lourenço Amadeu" für ein Waisenhaus und eine Grundschule in Angola.

Ein Highlight ist das Konzert von MoZuluArt am 14. Juli um 20.00 Uhr im Innenhof der Kaiserpfalz. Drei afrikanische Sänger aus Zimbabwe, ein Pianist und ein Streichquartett der Wiener Symphoniker geben in der Forchheimer Kaiserpfalz ein musikalisches Gastspiel der besonderen Art. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Afrika-Kuturtage bietet das Pfalzmuseum: Derzeit ist die Sonderausstellung "Nomaden der Kulturen – Werke zeitgenössischer afrikanischer Künstler" dort zu besichtigen. Diese außergewöhnliche Sammlung von Werken bedeutender afrikanischer Künstler zeigt einen Querschnitt durch die zeitgenössische afrikanische Kunst. Die Werke von 15 Künstlern wie beispielsweise El Loko aus Togo oder Kofi Setordji aus Ghana wurden 2011 von dem Wiener Ehepaar Birgit Froese-Kindermann und Erich Kindermann der Oberfrankenstiftung übergeben. Diese besitzt nun das IWALEWA-Haus in Bayreuth als Dauerleihgabe.

Die Werke repräsentieren nicht mehr die afrikanische Herkunft der Künstler, sondern sind das Ergebnis aus dem Zusammenprall zwischen Afrika und dem Westen. Die Künstler sind "Nomaden der Kulturen", auf der Suche nach der eigenen Identität, nach Heimat, nach einer universellen Wahrheit. Sie öffnen durch ihre Kunst ein Fenster, durch das wir eine verborgene neue Welt hinter den Vorgängen unserer Zeit entdecken können.

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