Als Nürnberger in Berlin! CSU-Bundestagsneuling Brehm: „Ick gloob, ick spinne!"

Diplom-Kaufmann Sebastian Brehm sitzt seit dieser Woche als CSU-Abgeordneter für Nürnberg-Nord im Deutschen Bundestag in Berlin. Foto: Privat
Von SEBASTIAN BREHM
Es ist schon etwas Besonderes, die Heimatstadt Nürnberg in Berlin vertreten zu dürfen. Berlin ist ein tolle Stadt – international, weltoffen, ein bisschen verrückt aber dennoch bescheiden. Offene Kommunikation, direkte Ansprache und immer mit Esprit und Witz – also wie zu Hause in Franken. Die fränkische Seele und die Berliner Seele passen irgendwie zusammen. Bratwurst und Currywurst, Berliner Weiße und Hefeweizen, Spree und Pegnitz, Wöhrder See und Wannsee. Als Franke wird man gut aufgenommen. Bei der ersten Taxifahrt in Berlin werde ich begrüßt mit „Ick gloob, ick spinne“. Als gut vorbereiteter Neu-Berliner antwortet man mit „ick ooch“. Also ein Berliner „bassd scho“ – und die Kommunikation ist – wie in Franken – vorbei.
Schon am ersten Arbeitstag in Berlin mit Gottesdienst, CSU-Landesgruppensitzung und CDU/CSU-Fraktionssitzung wird es ernst bei der Wahl des Bundestagspräsidenten, des zweithöchsten Amtes in Deutschland. Wolfgang Schäuble gibt eine brillante Figur ab, ein Vollprofi in der Berliner Politik, sehr beeindruckend. Er wird dem 19. Deutschen Bundestag mit Sicherheit einen ernstzunehmenden Stil und die notwendige Würde geben. Und bei meiner ersten Begegnung in der CSU-Landesgruppe reicht mir ein langjähriger Freund und politischer Weggefährte einen Umschlag und sagt: „Das ist für Dich mein Freund." Ich freue mich auf eine Einladung zu einer Berlinrundfahrt, zu einer Geburtstagsfeier oder zu einem Abendessen mit den neuen Kolleginnen und Kollegen. Vorsichtig mache ich den Umschlag auf – und bekomme eine Einladung samt Mitgliedsantrag des „FC Bayern Fanclub im Deutschen Bundestag“. Ich bin Clubfan seit meinem ersten Lebensjahr! Es war ja wirklich gut gemeint und man will keinen Freund verprellen, aber mit der fränkischen Seele und dem Nürnberger Club-Herz ist das unvereinbar. Vielleicht wäre ein Club-Fanclub im Bundestag das notwendige Gegengewicht? Da fällt mir der Satz ein, der mich an den Taxifahrer meiner ersten Minuten in Berlin erinnert: „Ick gloob, ick spinne!"
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