Auf den Spuren der Kaiser in Nürnberg - Buchvorstellung auf der Kaiserburg

Stolz über das gelungene Werk (v.l.) Dr. Horst-Dieter Beyerstedt, Bianca Bauer-Stadler, Petra Kluger und Prof. Dr. Peter Fleischmann. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
 
Unterstützer und Autoren des neuen Bildbandes ,,Kaiserstadt Nürnberg" (v.l.): Hans-Peter Schmidt, Honorarkonsul der Tschechischen Republik, die Autoren Bianca Bauer-Stadler, Petra Kluger, Dr. Horst-Dieter Beyerstedt, Dr. Natalie Schwägerl, Nürnberger Versicherungsgruppe, Verleger Gunther Oschmann und Prof. Dr. Peter Fleischmann, Direktor Staatsarchiv Nürnberg. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
Neuer Bildband ,,Kaiserstadt Nürnberg - Glänzende Pracht und herrschende Macht“ ab sofort im Buchhandel erhältlich

NÜRNBERG (nf) - Nach den beiden Patrizierbüchern (Schürstab beziehungsweise Tucher) und dem Handwerkerbuch wurde gestern im Hochzeitszimmer der Kaiserburg das neue Buch ,,Kaiserstadt Nürnberg“ aus dem Verlag Hans Müller vorgestellt. Der aktuellste Band mit prachtvollen Bildern liest sich wie ein spannender Roman, manchmal auch wie ein Krimi. Die Autoren Dr. Michael Diefenbacher, Dr. Horst-Dieter Beyerstedt, Prof. Dr. Peter Fleischmann, Bianca Bauer-Stadler und Petra Kluger haben tief nach den Spuren der Kaiser in Nürnberg geschürft.


Ein interessantes Buch, dass viele, den meisten Lesern wahrscheinlich unbekannte Einblicke in Politik, Wirtschaft und das Leben in der alten Reichstadt gibt. Nicht nur, aber vor allem für Nürnberger, die ihre bedeutende Stadt noch besser kennenlernen möchten. Unzählige Monarchen haben im letzten Jahrtausend ihre Geschichte und ihr Gesicht geprägt. So verlieh Kaiser Friedrich II. Nürnberg den Freiheitsbrief und sicherte damit die rechtliche und wirtschaftliche Stellung der Stadt und ihrer Kaufleute.

Leben und Wirken der Kaiser

Wie Prof. Dr. Peter Fleischmann, Direktor des Staatsarchives Nürnberg, erläuterte, unterzeichnete Kaiser Karl IV. das Reichsgesetz der Goldenen Bulle, das jeden neu gewählten deutschen Herrscher verpflichtete, seinen ersten Reichstag in Nürnberg abzuhalten. Nürnberg war zu dieser Zeit quasi das logistische Zentrum des Reiches. Allein zwischen 1050 und 1571 kamen alle 51 regierenden Reichsoberhäupter nach Nürnberg. Mit ,,goldene Bulle“ wird dabei übrigens nur das goldene Siegel auf dem Dokument bezeichnet. Eine goldene Bulle lagert im Staatsarchiv Nürnberg. Dass Staatsminister Söder neben der Modernisierung der Kaiserburg, für die Sicherung der historischen Dokumente rund 48 Millionen Euro für die Sanierung und Erweiterung des Staatsarchives Nürnberg bereitstellt, habe ihn gerührt, so Prof. Dr. Peter Fleischmann. Das Staatsarchiv Nürnberg ist für alle Fragen des Archivwesens in Mittelfranken zuständig, wie für die Reichsstadt Nürnberg, das Markgraftum Brandenburg-Ansbach, das Hochstift Eichstätt und der größte Teil der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Das Staatsarchiv besitzt rund acht Millionen Archivalien, darunter etwa 89.000 Urkunden, 3.750.000 Notariatsurkunden ab 1862 und etwa 1.500 handgezeichnete Karten und Pläne vor 1806.

Ein heißes Thema bis zum heutigen Tag ist die Verfügung des Kaisers Sigismund, dass Nürnberg auf ewig die Reichskleinodien aufbewahren soll. Wir wir wissen, werden sie in Wien verwahrt. Autorin Petra Kluge erklärte, dass Nürnberg durch seine Reichstreue auch Nachteile hatte. Wie fast immer ging es ums Geld. Und Kaiser brauchten viel Finanzmittel. Rund 30 Prozent oder mehr des reichsstädtischen Haushaltes ging für die Kaiser drauf. Dafür gab es aber auch Privilegien für die Stadt, wie etwa die Kaiserbesuche. Und diese waren ein echter Groß-Event mit umfangreichen, kostspieligen Vorbereitungen (inklusive jeder Menge Ärger), wie Horst-Dieter Beyerstedt schilderte. Für den Honorarkonsul der Tschechischen Republik Hans-Peter Schmidt – Fachmann für die Beziehungen Nürnbergs zu Prag – ist Karl IV. der größte Politiker, der ihm bewusst sei: ,,Was er geeint hat, das müssen wir erst mal schaffen.“ Schmidt erläuterte weiter, dass wir ihm sogar unsere Sprache verdanken, da er die Dialekte zusammengefasst habe.

Verleger Gunther Oschmann ist stolz auf das neue Buch und dankte allen Beteiligten, Förderern und Unterstützern für ihr Engagement. Wie der bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder – der per Videogrußbotschaft in den Saal zugeschaltet war – rät Gunther Oschmann zu einem gesunden Selbstbewußtsein der Nürnberger. Er bewundere zwar die ,,Mia san mia“-Mentalität der Münchner, ist sich jedoch sicher: ,,Wir sind Nürnberg, zu mehr kann’s der Mensch nicht bringen.“ Und bei aller Orientierung in Richtung digitale Welt, ziehe er bei einem solchen Nürnberg-Buch das gedruckte Werk eindeutig vor. Bereits in den Vorgänger-Bänden über die Nürnberger Handwerker und Patrizier zögen sich die Spuren der Kaiser wie ein roter Faden durch die Nürnberger Geschichte. Heute noch sichtbar beispielsweise beim ,,Männleinlaufen“ der Kurfürsten um Kaiser Karl IV., am Schönen Brunnen oder an der Karlsbrücke (Kaiser Karl VI.).

Kaiserstadt Nürnberg
144 Seiten, über 100 hochwertige Fotografien und Illustrationen
Sechs Kapitel:
Kaiserstadt Nürnberg, Kaiserburg Nürnberg, Auf den Spuren der Kaiser in Nürnberg Karl IV.
Die Goldene Bulle
Orte an der Goldenen Straße
Verlag Hans Müller 2016
Im Buchhandel für 29.80 Euro
ISBN 978-3-924773-05-2
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