Baugeschehen in Nürnberg hat mächtig angezogen

Für das aktuelle Jahr ist die Lage in der Bauwirtschaft noch nicht abzuschätzen. Foto: dapd

Bauordnungsbehörde nach Rekordjahr

NÜRNBERG - Das Baugeschehen in Nürnberg zieht an: Im Jahr 2012 wurden mehr als 1 Milliarde Euro Baukosten beantragt. „So viel wurde gemessen an den Baukosten in Nürnberg schon lange nicht mehr beantragt und genehmigt“, so Bau- und Planungsreferent Wolfgang Baumann. 

Diese Summe verteilt sich auf etwa 2.500 Bauanträge. Die Zahl der Bauanträge blieb damit gegenüber den Vorjahren in etwa stabil, der Kostenanstieg liegt an der Qualität der Vorhaben. Es wurden größere, kompliziertere und teurere Objekt beantragt. Man kann dies auch am Anstieg der Zahl der sogenannten Sonderbauten sehen. Von 2010 auf 2012 gab es dort einen Zuwachs von über 25 Prozent, so Daniel Ulrich, Leiter der Bauordnungsbehörde: „Das sind nicht nur die Kindertageseinrichtungen, das sind auch große gewerbliche Vorhaben“. Auf der anderen Seite hat aber auch der Wohnungsbau angezogen. „Es werden größere Vorhaben beantragt und hoffentlich auch gebaut als in den Vorjahren“, so Ulrich. Beispiel sind hier das Heumann-Areal, die Flächen am Nordbahnhof und andere Projekte. In normalen Jahren werden bei der Stadt Nürnberg Bauanträge mit Baukosten von um die 650 Millionen Euro beantragt. Bereits 2011 stieg diese Summe auf 800 Millionen Euro an. 2012 aber erreichte mit 1 008 000 000 Euro die bisher höchste Summe. 
Die Kehrseite der Medaille sind Engpässe im Genehmigungsverfahren. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bauordnung und den anderen am Genehmigungsverfahren beteiligten Ämtern haben es 2012 in einem ungewöhnlichen Kraftakt geschafft, dieses enorme Antragsvolumen in gerade noch erträglichen Zeiten zu genehmigen. Wenn man bedenkt, dass das alles ohne Personalmehrung zu leisten war, ist dies schon beeindruckend“, betont Ulrich. Trotzdem seien Laufzeiten von um die drei Monate für durchschnittliche Bauanträge natürlich nicht befriedigend. Die Bauordnungsbehörde ist daher aktuell gemeinsam mit den Partnerdienststellen dabei, zu strafferen Verfahren zu kommen. 
Für 2013 ist die Lage aktuell noch unübersichtlich. „Der Januar war schwächer als 2012, der Februar etwas stärker“, so Ulrich. „Eine Tendenz können wir noch nicht erkennen. Vielleicht wäre eine Normalisierung auf normalem Niveau für Bauherren, Planer und Genehmigungsbehörden erfreulich.“ In etlichen Fällen könnte es auch deutlich schneller gehen, wenn sich Planungen an den bestehenden Bebauungsplänen orientieren würden. 
„Befreiungen und Abweichungen verzögern das Verfahren erheblich, in vielen Projekten werden damit nur ein paar Quadratmeter gewonnen – um den Preis von teils Monate langen Verzögerungen. Bauwirtschaft und Planer sind ebenfalls stark gefordert, mit den Vorgaben zu arbeiten und maßgeschneiderte Konzepte im Rahmen des Planungsrechts zu liefern“, so Baureferent Baumann. „So kann erreicht werden, dass die Zeit von Planung bis Genehmigung nicht zu lange wird!“




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