Bayerische Staatsmedaille für die Bereiche Gesundheit und Pflege in Nürnberg vergeben

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml zeichnet zehn Persönlichkeiten aus Bayern in Nürnberg für ihre Verdienste um Gesundheit und Pflege aus. (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)
 
Dr. Peter Landendörfer aus Heiligenstadt erhielt die Bayerische Staatsmedaille für die Bereiche Gesundheit und Pflege. (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)
 
Annerose Ackermann aus Bamberg erhielt die Bayerische Staatsmedaille für die Bereiche Gesundheit und Pflege. (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)
 
Karl Dieter Breivogel aus Kulmbach erhielt die Bayerische Staatsmedaille für die Bereiche Gesundheit und Pflege. (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)
Huml zeichnet zehn Persönlichkeiten aus Bayern für ihre Verdienste um Gesundheit und Pflege aus

REGION (pm/nf) - Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat am Freitag in Nürnberg die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege verliehen. Die Ministerin betonte aus diesem Anlass: ,,Ehrenamtliche Tätige sind das freundliche Gesicht einer menschlichen Gesellschaft. Sie geben mehr, als sie nehmen. Die heutige Auszeichnung ist ein Dankeschön für ihr Engagement. Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Menschen für ein Ehrenamt begeistern lassen!" Die Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege ist die höchste Auszeichnung des Gesundheits- und Pflegeministeriums. Es werden damit Personen geehrt, die sich langjährig ehrenamtlich im Bereich Gesundheit und Pflege engagiert haben.


Ausgezeichnet wurden in Nürnberg:

Dr. Peter Landendörfer aus Heiligenstadt hat besondere Verdienste auf dem Fachgebiet der Altersmedizin erworben. Die Ministerin unterstrich: ,,In einer älter werdenden Gesellschaft bedarf es einer speziell auf die besonderen Bedürfnisse der älteren Menschen zugeschnittenen Medizin. Dem wird die Geriatrie gerecht. Mit viel Engagement und Fachwissen vermittelt Dr. Landendörfer den Studenten Grundwissen im Bereich der hausärztlichen Geriatrie. Auch die hausärztliche Versorgung liegt Herrn Dr. Landendörfer am Herzen: Er ist Gründer und Vorsitzender des Vereins 'Förderung der Hausarztmedizin in Bayern'. Ich freue mich außerordentlich, dass er mit seinem Verein Studierende der Medizinischen Fakultäten Bayerns durch Stipendien und Spenden dabei unterstützt, praktische Ausbildungsabschnitte bei einem Landarzt abzuleisten.
Für die Landesärztekammer Bayern ist Dr. Landendörfer als Fachprüfer in den Bereichen Allgemeinmedizin und Geriatrie tätig, in den Prüfungskommissionen als Vorsitzender. Sehr engagiert arbeitet er in der ,Alzheimer Regionalgruppe Forchheim' mit. Dank seiner Tatkraft wurde in diesem Jahr die Demenzinitiative in Heiligenstadt gegründet. Seit 1984 ist Dr. Landendörfer zudem ehrenamtlicher Vorsitzender des Caritasverbandes für den Landkreis Bamberg sowie Mitglied im Vorstand des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg und Vorsitzender der Ethikkommission der Caritas. Seit mehr als 30 Jahren ist er außerdem verantwortlicher Arzt für den 'Lourdes Kinderzug' des Malteser Ritterordens. In dieser Funktion betreut er jedes Jahr etwa 50 geistig und körperlich schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche auf ihrer Pilgerfahrt."

Annerose Ackermann aus Bamberg ist Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes im Kreisverband Bamberg und Gründungsmitglied des ,,Fördervereins für psychisch kranke Menschen - FIDES" in Bamberg. Zudem ist sie Hauptschöffin. Die Ministerin unterstrich: ,,Wenn jemand ein Herz für kranke Menschen und Kinder hat, dann Annerose Ackermann. Seit mehr als 20 Jahren setzt sie sich unermüdlich für psychisch kranke Menschen ein. Die Verbesserung der Lebensbedingungen von psychisch kranken Menschen im Versorgungsgebiet der Nervenklinik Bamberg – und zwar innerhalb und außerhalb der Klinik – liegt ihr besonders am Herzen. Ihr Ziel ist die Teilhabe der Menschen. Sie setzt sich seit Jahren dafür ein, psychische Leiden aus der Tabuzone zu holen. Ich zolle meinen tiefen Respekt für ihren selbstlosen Einsatz."

Siegfried Bäumel aus Mallersdorf-Pfaffenberg engagiert sich seit 1979 für die Interessen von Dialysepatienten. Huml betonte: ,,Selbst nierentransplantiert gibt Siegfried Bäumel sehr vielen Menschen immer wieder Mut. Trotz einer schweren Erkrankung und den damit verbundenen Einschränkungen will Siegfried Bäumel Wege zurück in ein fast normales Leben aufzeigen. Zum Beispiel dass trotz Dialyse ein erholsamer Urlaub möglich ist. So organisiert Herr Bäumel nicht nur die Reisen, sondern sorgt auch für den reibungslosen Ablauf im Feriendialysezentrum. Ein Meilenstein seiner innovativen Aktivitäten war der Abschluss eines Vertrages mit der Deutschen Rettungsflugwacht. Dieser Vertrag gewährleistet im Krankheitsfall eine sichere Rückholung deutscher Dialysepatienten aus einem Urlausgebiet zum Transplantationszentrum. Als Gründungsvater und Vorsitzender der Stiftung für Nierenkranke berät er in allen Fragen, die Nierenkranke betreffen."

Karl Dieter Breivogel aus Kulmbach ist seit 2005 in der Sucht- und Drogenprävention aktiv. Die Ministerin unterstrich: ,,Karl Dieter Breivogel ist Vorsitzender und treibende Kraft des Vereins Sucht- und Drogenprävention Oberfranken (SDO). Mit außergewöhnlichen Aktionen will der Verein junge Menschen für ihren Lebensweg stärken und für die Gefahren des Drogenkonsums sensibilisieren. Mit eigenen Songtexten, die sich mit dem Thema Drogen auseinandersetzen, und der Präsentation harter Fakten über die Folgen von Alkohol, Nikotin und anderen Genussmitteln informiert Herr Breivogel Schülerinnen und Schülern bis heute über die Wirkung von Drogen. Seine 'Anti-Drogen-Live-Konzerte' vermeiden ganz bewusst den erhobenen Zeigefinger."

Dr. Astrid Bühren aus Murnau a. Staffelsee engagiert sich seit vielen Jahren als Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes. Die Ministerin betonte: ,,Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Dr. Astrid Bühren ein wichtiges Anliegen. Voller Tatendrang setzt sie sich für eine konkrete Verbesserung vor allem für die jüngere Ärztinnengeneration in Wissenschaft, Klinik und Praxis ein. So engagiert sie sich beim 'Runden Tisch Vereinbarkeit Beruf und Familie' und hat intensiv für die Überarbeitung der Mutterschutzgesetzgebung gekämpft. Gleichzeitig macht sie sich für die Belange von Patientinnen und Patienten stark. Vor allem aber zeichnet sie sich durch ihr unermüdliches Engagement in der Hospizarbeit aus. Sie setzt sich seit 1994 intensiv für Familien in traumatisierenden Krisen, insbesondere mit schwerstkranken Kindern und Jugendlichen ein."

Ewald Kraus aus Margetshöchheim erhält die Staatsmedaille für seine Verdienste um die Patientensicherheit. Huml betonte in ihrer Laudatio: ,,Mit außerordentlichem Engagement hat sich Ewald Kraus viele Jahre für Menschen, die Behandlungsfehler erlitten haben, eingesetzt. Dabei hat er viele Möglichkeiten genutzt, um hilfreiche Kontakte zu knüpfen und die Situation geschädigter Patientinnen und Patienten öffentlich darzustellen. Sein Engagement galt vor allem den Vereinen 'Notgemeinschaft Medizingeschädigter – Patient im Mittelpunkt – Bayern (NGM-Bayern e.V.)' und dem Bundesverband der Notgemeinschaft Medizingeschädigter in Deutschland. Von 1997 bis 2015 hat er medizingeschädigte Patienten sowie Unfallopfer dabei unterstützt, Schmerzensgeld und Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Ewald Kraus hat sich für ein partnerschaftliches Arzt-Patienten-Verhältnis stark gemacht und sich für die Durchsetzung eines modernen Patientenschutzgesetzes eingesetzt."

Silke Mader aus Karlsfeld setzt sich seit 1999 für Frühgeborene und ihre Familien ein. Huml betonte: ,,Silke Mader hat selbst erlebt, was es bedeutet, Mutter frühgeborener Zwillinge zu sein; eines ihrer Kinder verstarb kurz nach der Geburt. Frühgeburten sind kein Einzelfall. Deshalb ist es so wichtig, den vielen Frühchen und Eltern zu helfen – in Deutschland kommen pro Jahr 66.000 Kinder viel zu früh auf die Welt. Silke Mader kontaktiert betroffene Eltern und macht sich stark für die Dinge, die auf sie zukommen können. 2008 hat sie die europäische Stiftung 'European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI)' mitgegründet. Seitdem ist sie dort geschäftsführende Vorstandsvorsitzende. Mit der Stiftung leisten Frau Mader und ihr Team Aufklärungsarbeit, um das Thema Frühgeburt in der Gesellschaft differenzierter bekannt zu machen. Sie kämpft dafür, die Frühgeborenenrate durch Aufklärung, Ausbildung und Forschung zu senken. Ebenso setzt sie sich tatkräftig dafür ein, die medizinische, psychologische und sozialpädagogische Unterstützung der betroffenen Eltern sicherzustellen."

Dr. Klaus Ottmann aus Ochsenfurt war als niedergelassener Urologe in Kitzingen tätig und über 30 Jahre lang in unterschiedlichen berufspolitischen Bereichen engagiert. Die Ministerin sagte über den Geehrten: ,,Seit über 30 Jahren engagiert sich Dr. Klaus Ottmann in außergewöhnlicher Weise für das Gesundheitswesen in Bayern. Von 1979 bis 2001 war er Mitglied der Vertreterversammlung, von 1996 bis 2001 stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Sein besonderes Interesse lag dabei immer auf dem Erhalt der ärztlichen Freiberuflichkeit in den Praxen. Von 1987 bis 1995 war er zudem gewähltes Mitglied im Vorstand der Bayerischen Landesärztekammer; von 1995 bis 2013 zweiter Vizepräsident der BLÄK. Bis 2009 hat Dr. Ottmann in der Funktion eines Fachberaters der BLÄK Anträge junger Ärzte, die Fachärzte werden wollten, geprüft. Darüber hinaus ist er zudem seit 2003 zusätzlich als Vizepräsident des Verbandes Freier Berufe in Bayern e.V. (VFB) tätig."

Zu den Geehrten gehört auch Reinhilde Rath aus Höchberg, die sich in außergewöhnlicher Weise für die Belange der Hospizarbeit und der Palliativmedizin engagiert. Die Ministerin betonte: ,,Reinhilde Rath hat nicht nur den Hospizverein Würzburg mitgegründet. Sie hat auch maßgeblich an der Hospizbewegung in Unterfranken mitgewirkt. Nach wie vor ist sie das Gesicht des Hospizvereins Würzburg. Es ist nicht zuletzt Reinhilde Raths Verdienst, dass eine Palliativstation mit Hospizcharakter am Krankenhaus Juliusspital Würzburg gegründet wurde. Bereits im Jahre 2001 konnte dort diese Palliativstation mit neun Betten in Betrieb genommen werden. Das Modell der Zusammenarbeit zwischen dem 'Hospizverein Würzburg' und der Palliativstation des Juliusspitals Würzburg hatte Modellcharakter für viele Einrichtungen in Bayern. Es trägt maßgeblich dazu bei, die Lebensqualität von Patienten mit schwersten und lebensbegrenzenden Erkrankungen möglichst lange zu erhalten oder wiederherzustellen. Es ist beeindruckend, wie es Frau Rath zusammen mit anderen Hospizhelferinnen und Hospizhelfern gelungen ist, die Hospizidee und Hospizarbeit im ländlichen Raum zu verankern."

Werner Semeniuk aus Puschendorf unterstützt Kehlkopfoperierte und deren Angehörige. Gesundheitsministerin Huml erläuterte: "Werner Semeniuk hat außergewöhnliche Verdienste um das allgemeine Wohl erworben. Er betreut seit einer eigenen Kehlkopf-Erkrankung mit überaus großem Engagement Menschen, die an Kehlkopfkrebs leiden, im Nürnberger Raum. Er hilft den Betroffenen nach der Diagnose über die ersten Schwierigkeiten hinweg. Auch den Familienangehörigen stehen Sie stets mit Rat und Tat zur Seite. Werner Semeniuk vertritt die Kehlkopfoperierten auf Landes-, Bundes- und Europaebene. Seit 2003 ist er Sektionsleiter der Sektion Nürnberg der Kehlkopfoperierten und seit 2008 zudem Vizepräsident des Landesverbandes Bayern der Kehlkopfoperierten. Im Bundesverband für Kehlkopfoperierte war er zunächst Beisitzer; seit 2010 ist er Vizepräsident. Mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen hilft Semeniuk nicht nur Kehlkopfoperierten und ihren Angehörigen, sondern verschafft ihnen auch eine Lobby."
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