Bevölkerungszuwachs stellt die Stadt vor große Herausforderungen

Wirtschafts- und Wohnungsreferent Dr. Michael Fraas hat am Donnerstag, 23. Juni 2016, den Wohnungsbericht 2015 sowie den Mietenspiegel 2016 vorgestellt. Der Bericht zieht Bilanz wohnungspolitischer Aktivitäten des Stabes Wohnen im Wirtschaftsreferat im vergangenen Jahr. Wohnungsbericht und Mietenspiegel werden am 6. Juli 2016 im Stadtrat behandelt. (Foto: ©ArTo/Fotolia.com)
Neuer Wohnungsbericht und Mietenspiegel

NÜRNBERG (pm/nf) - Wirtschafts- und Wohnungsreferent Dr. Michael Fraas hat den Wohnungsbericht 2015 sowie den Mietenspiegel 2016 vorgestellt. Der Bericht zieht Bilanz wohnungspolitischer Aktivitäten des Stabes Wohnen im Wirtschaftsreferat im vergangenen Jahr. Wohnungsbericht und Mietenspiegel werden am
6. Juli 2016 im Stadtrat behandelt.


Dr. Fraas bewertet die Situation wie folgt: „Der starke Bevölkerungszuwachs in den letzten vier Jahren stellt die Nürnberger Wohnungspolitik vor große Herausforderungen. Denn mit der gestiegenen Nachfrage hat der Wohnungsneubau, insbesondere im Sektor des preiswerten Mietwohnungsbaus, nicht Schritt gehalten. Zudem sinkt der Bestand an geförderten Wohnungen, da von Jahr zu Jahr Bindungen auslaufen, aber zu wenige neue Wohnungen im geförderten Wohnungsbau entstehen. Bezahlbarer Wohnraum wird zu einem knappen Gut. Daher haben wir gehandelt und die Weichen dafür gestellt, dass in den nächsten Jahren mehr Wohnungen gebaut werden. Aus dem im letzten Jahr vorgestellten wohnungspolitischen Konzept ‚Wohnen 2025‘ wurde ein Handlungsprogramm abgeleitet, das die Grundlage für die strategische Ausrichtung der Wohnungspolitik der kommenden Jahre bildet und nun abgearbeitet wird. Eine der Maßnahmen ist zum Beispiel das Sonderprogramm Wohnen, im Zuge dessen auf zehn Flächen der Stadt und einer Fläche des Freistaats etwa 1 450 Wohnungen entstehen, davon ein großer Teil im geförderten Wohnungsbau. Die ersten Ausschreibungen dieser Flächen haben begonnen.“

Zum 31. Dezember 2015 waren im Melderegister der Stadt 526 920 Menschen mit ihrer Hauptwohnung erfasst. Dies ist der höchste jemals registrierte Wert. Gegenüber 2014 (516 770 Personen) ist dies ein Plus von 10 150 Menschen. Einen Tiefstand erreichte im Jahr 2015 der geförderte Wohnungsbau. Finanziell unterstützt wurden Neubau, Umbau, Erwerb und die Modernisierung von insgesamt 289 Wohneinheiten (2014: 503). Mit einem Fördermitteleinsatz von 18,1 Millionen Euro (2014: 30,6 Millionen Euro) sind 86 (2014:136) Mietwohnungen, 11 (2014: 199) Heimplätze, 17 (2014: 20) Eigentumswohnungen, 52 (2014: 72) Familienheime, 63 (2014: 32) Anpassungsmaßnahmen an die Belange von Menschen mit Behinderung sowie 60 (2014: 44) Sanierungen im Schallschutzfensterprogramm gefördert worden.
Allerdings sieht Wirtschafts- und Wohnungsreferent Dr. Fraas die Talsohle beim geförderten Wohnungsbau durchschritten und erwartet für das Jahr 2016 eine Trendwende, da der Freistaat Bayern im Zuge des Wohnungspakts Bayern die Förderkonditionen erheblich verbessert hat.

Um gerade jungen Familien den Erwerb eines Eigenheims zu erleichtern, wurde auch die städtische Förderung von Wohneigentum im Rahmen des Programms „100 Häuser für 100 Familien“ verbessert und hierdurch der veränderten Situation auf dem Wohnungsmarkt mit steigenden Grundstücks- und Baupreisen Rechnung getragen. Es wird nun auch der Kauf von gebrauchten Eigenheimen und Eigentumswohnungen gefördert, bislang erfolgte dies nur für den Ersterwerb von Neubauten. Auch wurde die Einkommensgrenze für die Förderberechtigung um 30 Prozent angehoben. Die Verbesserungen des 100-Häuser-Programms zeigen Wirkung, denn bereits Anfang Juni 2016 waren die hierfür vorgesehenen Haushaltsmittel abgerufen. Zusätzliche Gelder für weitere Anträge konnten kurzfristig bereitgestellt werden.

Dr. Fraas: „Mit der Verbesserung der Konditionen im städtischen 100-Häuser-Programm wollen wir dem Anstieg der Immobilienpreise Rechnung tragen und wieder mehr Familien beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen. Viele Familien erhielten bisher keine Förderung, weil ihr Einkommen knapp über der Einkommensgrenze lag oder weil sie ein gebrauchtes Eigenheim, aber keinen Neubau erwarben. Hier schaffen wir jetzt Abhilfe. Damit verringern wir auch die Abwanderung junger Familien ins Umland.“

Laut Mietenspiegel 2016 sind im Zeitraum von zwei Jahren die Preise für neu vereinbarte Wohnungsmieten um durchschnittlich 6,6 Prozent gestiegen. Die Durchschnittsmiete bei Neuvermietungen liegt bei 7,31 Euro pro Quadratmeter, nachdem sie zwei Jahre zuvor noch bei 6,86 Euro pro Quadratmeter lag. Im Vergleich zum vorausgegangenen Mietenspiegel (2014) ergibt sich ein durchschnittlicher Anstieg der in den letzten vier Jahren neu vereinbarten Mieten um durchschnittlich 6,6 Prozent.
Im Zeitraum von 2014 bis 2016 sind, wie bereits im Zeitraum 2012 bis 2014, Mietpreissteigerungen in allen Wohnungsgrößen- und Baualtersklassen festzustellen. Die höchsten Mietsteigerungen
(8,9 Prozent) sind bei neu gebauten Wohnungen mit Flächen von 40 bis 60 Quadratmetern festzustellen. Auch die Mieten kleinerer Neubauwohnungen von 30 bis 40 Quadratmetern sind mit 8,1 Prozent stärker als der Durchschnitt gestiegen.

Mietenspiegel komplett lesen?

Der Mietenspiegel 2016 ist ab dem 1. August 2016 beim Stab Wohnen des Wirtschaftsreferats, Marienstraße 6, Zimmer 313, 3. Stock, bei den Bürgerämtern, im Bürgerinformationszentrum, Hauptmarkt 18, und bei den beteiligten Verbänden zum Preis von 2,50 Euro erhältlich. Auch informiert der Stab Wohnen des Wirtschaftsreferats unverbindlich über die Möglichkeiten der Förderung von Bau und Erwerb von Wohnraum unter der Telefonnummer 09 11 / 2 31-26 04 und im Internet unter www.wohnen.nuernberg.de.
Der Wohnungsbericht 2015 im Netz: www.nuernberg.de/internet/wohnen/publikationen.html
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