Bilanz der Sturmschäden: Waldgebiete durch ,,Egon" unsicher für Spaziergänger

Im Licht der Laterne wird es deutlich: Sturmtief Egon bringt nicht nur schauerliches Wetter, sondern hat auch schon viele Schäden verursacht. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
Bilanz der Schäden in der Region - 40 mal so viele Einsätze der Feuerwehr wie im Regelbetrieb - In Nürnberg Tiergarten, Süd- und Westfriedhof geschlossen

FORCHHEIM/NÜRNBERG/REGION (pm/nf) - Die Stadt Forchheim macht darauf aufmerksam, dass durch das aktuelle Sturmtief „Egon“ auch in den Waldgebieten in und um Forchheim starke Schäden im Baumbestand verursacht wurden. Es ist deshalb dringend davon abzuraten, in den nächsten Tagen Waldspaziergänge zu unternehmen, es besteht Gefahr für Leib und Leben!

Stadtförster Stefan Distler erläutert dazu: „Bei allen Baumarten steht die Gefahr, dass an- und abgebrochene Äste und Kronenteile herabfallen können. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dadurch Spaziergänger verletzt werden.“ Die Stadtförsterei ist aktuell mit sämtlichen Kräften im Einsatz, um die Schäden zeitnah zu beseitigen. Besonders betroffen bzw. schon gesperrt sind Distrikt I, Burker Seite, und Distrikt II, Reuther Seite, auch bezeichnet als Stadtwald und Kellerwald. Aktuell gesperrt ist nun schon die land- und forstwirtschaftliche Verbindungsstraße zwischen Serlbach und Reuth.

Update: Auch für Nürnberg hat die Stadt vor Extremwetterlage gewarnt. Starke Schäden nach Unwetter, vermeiden Sie das Betreten von Parks und Wäldern.

Das Sturmtief Egon sorgt in ganz Nürnberg für Schäden an Bäumen. Beim Servicetelefon des Servicebetriebs Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) sind bislang acht entwurzelte Bäume gemeldet worden, die sich im öffentlichen Raum befanden. Sör sorgt dafür, dass die Bäume und Äste umgehend aus dem Weg geräumt werden, um den Verkehr so wenig wie möglich zu behindern. Am Sör-Servicetelefon werden aber auch zahlreiche Baumstürze auf privaten Grundstücken gemeldet. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sollen diese Schäden bitte über die Notruf-Nummer 112 der Feuerwehr melden.

Die Baumschäden im öffentlichen Raum betreffen bislang Standorte in der Nähe der Bar Celona Finca an der Insel Schütt, am Radweg längs des Prinzregentenufers, den Langwassersee, die Motterstraße, die Wolframs-Eschenbacher Straße, die Vogtsbergstraße , die Grolandstraße/Kreulstraße und Am Kappelberg. Die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich den ganzen Tag und gegebenenfalls auch über das Wochenende andauern.

Das Sturmtief Egon hält noch an. Es wird erwartet, dass es gegen Mittag an Stärke verliert. Sämtliche Verkehrsteilnehmer, das heißt Kraftfahrer, Radfahrer und Fußgänger, werden überall im Stadtgebiet um besondere Vorsicht gebeten. Die starken Windböen sorgen für unkalkulierbare Bewegungen im Straßenraum. Deshalb bittet Sör um besondere Rücksichtnahme auf Radfahrer und Fußgänger.

Schließung des Süd- und Westfriedhofs am Wochenende

Das Sturmtief Egon hat auch beim Baumbestand des Süd- und Westfriedhofs einen erheblichen Schaden verursacht. Deshalb bleiben der Süd- und der Westfriedhof mit ihrem dichten Baumbestand am nächsten Samstag und Sonntag, 14. und 15. Januar 2017, für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Die weniger waldreichen kleineren städtischen Friedhöfe sind geöffnet. Besucherinnen und Besucher werden aber trotzdem um besondere Vorsicht gebeten.
Da die Friedhöfe am Wochenende nicht besetzt sind, kann die Sicherheit der Friedhofsbesucher angesichts der Gefahr durch herabfallende Äste oder nicht mehr standsichere Bäume über das bevorstehende Wochenende nicht gewährleistet werden. Die Aufräumarbeiten beginnen am Montag, 16. Januar 2017. Die Friedhofsverwaltung hat dafür bereits zwei Hubarbeitsbühnen angemietet. Um das Personal nicht zu gefährden, können die Schäden aus Sicherheitsgründen erst nach dem Abklingen des Sturmtiefs aufgenommen und beseitigt werden. Bezüglich der kirchlichen Friedhöfe in Nürnberg verweist die städtische Friedhofsverwaltung auf die Regelungen der jeweiligen zuständigen Kirchenverwaltung.

Die Feuerwehr Nürnberg meldete zahlreiche Einsätze im Rahmen des Orkantiefs ,,Egon"

Nachdem gegen Mittag der nach Osten ziehende Sturm ,,Egon" seinen Höhepunkt in Nürnberg überschritten hat, kann die Feuerwehr Nürnberg eine Zusammenfassung der Einsätze und Einsatzzahlen geben:

Im Gebiet der Integrierten Leitstelle Nürnberg (Stadt Nürnberg, Landkreis Nürnberger Land, Stadt Fürth, Landkreis Fürth, Stadt Erlangen und Landkreis Erlangen-Höchstadt) wurden im Zeitraum von 5.30 Uhr bis 13.30 Uhr insgesamt 406 Feuerwehreinsätze disponiert - was dem vierzigfachen der Einsatzzahlen im Regelbetrieb bedeutet.

Alleine im Stadtgebiet Nürnberg wurden davon 143 Einsätze bearbeitet.

So stürzten zahlreiche Bäume um, blockierten Straßen und Trambahnen. Herabfallende Äste beschädigten Fahrzeuge. Hausdächer wurden teilweise abgedeckt und durch umstürzende Bäume beschädigt.

Anfangs war Schadensschwerpunkt der Südosten von Nürnberg. Im weiteren Verlauf waren aber alle Stadtteile gleichmäßig betroffen.

Zusätzliche Drehleitern wurden in den Dienst genommen: Viele Sturmschäden können nur vom Rettungskorb der Drehleiter aus beseitigt werden. Bis jetzt sind keine Verletzte Personen aufgrund der Sturmauswirkungen bekannt.

Zur zeitgerechten Disposition wurde die Integrierte Leitstelle mit Personal verstärkt. Alle Feuerwachen der Berufsfeuerwehr sowie fast sämtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Nürnbergs sind im Einsatz.

Besondere Einsätze in Nürnberg:

Walter-Meckauer-Straße 7

In der Walter-Meckauer-Straße wurde von einem 5-geschossigen Wohngebäude das Dach abgedeckt. Ca. 400 m² Bitumenbahn wurde von den Windböen aus dem Dachverbund herausgerissen. Die schwere Bitumenbahn drohte auf einen Anbau im Hinterhof zu stürzen. Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Nürnberg sicherte mit Seilklettertechnik die Bitumenbahn. Teile davon wurden angetragen und der überwiegende Teil wurde mit Dachlatten sicher verschraubt.

Schmausenbuck - Wendeschleife der Straßenbahnlinie 5 In der dicht bewaldeten Wendeschleife des Schmausenbuck drohten mehrere bis zu 25 Meter hohe Bäume auf die unter Spannung stehende Oberleitung des Fahrdrahtes zu stürzen. Teilweise lagen umgestürzte Bäume auf den Abspannungen und den Strommasten. Kräfte der Feuerwehr und des Oberleitungsbaues der VGN waren stundenlang damit beschäftigt, die großen Bäume Stück für Stück abzutragen. Dazu wurde der Kranwagen der Feuerwehr und der VGN-Gleisbauwagen mit Plattform eingesetzt: Der Kran sicherte die Bäume und aus der Hubplattform wurde mit Motorsägen Ast für Ast vorsichtig abgetragen.

Einsatz in Seukendorf und Burgthann
Der Kranwagen der Feuerwehr Nürnberg musste weiterhin zur Hilfeleistung nach Seukendorf und nach Burgthann fahren. Dort unterstützte das Spezialfahrzeug die örtliche Feuerwehr bei der Beseitigung von Bäumen, die auf Wohnhäuser gestürzt sind und sicherte einen Wetterhahn auf einer Kirche.

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