Das Bier aus der Kokosnuss

Exotische Ausstellung im Schloss Burgfarrnbach

FÜRTH (web) - Auf den ersten Blick ist Fürth, auch trotz der derzeitigen Aufbruchstimmung, doch relativ weit von einer gewissen Exotik entfernt. Eine Ausstellung im Schloss Burgfarrnbach will jetzt die Beziehung von heimischen Schätzen und exotischen Welten in der Kleeblattstadt näher bringen.



Ingrid Bayer (li.) und Bettina Wiemer mit einer Fahne des Gesangvereins Burgfarrnbach. Foto: Ebersberger


In drei Räumen des klassizistischen Bauwerks wird der Bogen zwischen Heimat und Fremde gespannt. Dabei wurde das Fragezeichen im Titel der Ausstellung Heimische Schätze - Exotische Welten? durchaus bewusst gesetzt, erklärt Pressesprecherin Bettina Wiemer. Die Besucher der Ausstellung können sich anhand der Exponate ihr eigenes Bild von der Fürther Exotik machen.

Zusammen mit der Archivpädagogin Ingrid Bayer hat Wiemer das umfangreiche Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und die Städtischen Sammlungen im Schloss durchforstet. Die beiden Frauen sind dabei auf allerlei Kurioses und Außergewöhnliches gestoßen.

Da darf ein aus einer Kokosnuss geformter Bierkrug mit dem Rathausabbild bewundert werden, ist die 85 Jahre alte Urkunde über die Einverleibung Burgfarrnbachs in den Stadtbezirk Fürth zu sehen oder sind für die Damenwelt gefertigte Sonnenschirme mit in Fürth filigran verarbeiteten Elfenbeingriffen aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt.

Im dritten Raum strahlt die Exotik den Besuchern farbenprächtig entgegen. Eine Wand ist geschmückt mit kunterbuntfröhlichen Werbemarken Fürther Firmen. Die historischen Bilder zeigen Motive aus Japan, Finnland, Brasilien oder Afrika aus der Sicht fränkischer Künstler. "Echte Schätze", so Wiemer, sind die noch gut erhaltenen Bücher zur Tier-, Insekten- und Pflanzenwelt. Das Kräuterbuch der englischen Ärztin Elizabeth Blackwell (1821 1910) gehört ebenso dazu wie "Die Insektenbelustigung". Werke, die bisher im Burgfarrnbacher Archiv unentdeckt blieben.

Ergänzt wird der Blick ins Spannungsfeld zwischen Heimat und Exotik durch handgemalte Wappenbücher, Bildern von Georg Weidenbacher und aufwändig gestalteten, historischen Puppenstuben. Mit der Ausstellung der außergewöhnlichen Exponate wolle man auch das dröge Image von Archivaren und Archivarbeit aufbessern und entstauben. Es sollen Einblicke in die spannende "Variationsbreite archivarischer Arbeit" (Bayer) ermöglicht werden.

Die Ausstellung "Historische Schätze - Exotische Welten?" ist noch bis 27. April zu sehen.
Öffnungszeiten: Die - Do (10 - 16 Uhr), Eintritt frei.
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