Der harte Kampf einer starken Frau

Kasha Jacqueline Nabagesera kämpft für die Rechte von Minderheiten. Foto: Stadt Nürnberg
 
Für Ihr beispielhaftes Engagement erhält Sie den Nürnberger Menschenrechtspreis 2013. Foto: Nabagesera privat

Verleihung des Nürnberger Menschenrechtspreises 2013 an Kasha Jacqueline Nabagesera aus Uganda

NÜRNBERG - Die ugandische Menschenrechtsaktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera erhält den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2013. Die 33-Jährige setzt sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen ein, die in ihrer Heimat bedroht und misshandelt werden. Für ihr Engagement wird sie in Uganda angefeindet, muss ständig ihren Wohnsitz und ihre Identität wechseln.


Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly wird den mit 15.000 Euro dotierten Preis am Sonntag, 29. September 2013, um 11 Uhr bei einem Festakt im Opernhaus übergeben.  Seit ihrem 21. Lebensjahr kämpft Kasha Jacqueline Nabagesera für die Rechte derer, die wegen ihrer sexuellen Orientierung in vielen afrikanischen Ländern an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Sie gründete die Organisation „Freedom and Roam Uganda“ (FARUG)“, die homosexuellen Menschen und Transgender Schutzräume anbietet. In Uganda kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Homosexuelle, die neben der Achtung der Gesellschaft auch den Job und das soziale Umfeld verlieren. Selbst die Justiz fährt immer härtere Geschütze auf: Sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern können mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet werden. 2009 gab es einen Gesetzesentwurf, der die Todesstrafe für Homosexuelle verlangte und zur Denunziation aufrief. Nabageseras Mitstreiter David Kato wurde 2011 kurz nach einer Zeitungskampagne gegen Homosexuelle Opfer eines Mordanschlags.
 
„Unsere Entscheidung soll nicht als erhobener Zeigefinger gegenüber dem afrikanischen Kontinent verstanden werden, sondern ganz klar als weltweite Aufforderung noch stärker für die Rechte sexueller Minderheiten einzutreten“, betonte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly bei der Bekanntgabe der Juryentscheidung. Alltägliche Diskriminierung von sexuellen Minderheiten sei leider immer noch ein weltweites Phänomen – auch in Europa und auch in Deutschland. Bei der Preisverleihung im Opernhaus werden unter anderem als EU-Vertreter Stavros Lambrinidis, EU-Sonderbeauftragter für Menschenrechte, und als Vertreterin der Vereinten Nationen Angela Melo, Direktorin in der Unesco/Abteilung für Sozial- und Geisteswissenschaften, sprechen. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Boris Dittrich, Direktor des Programms für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LSBT) der Organisation Human Rights Watch in Berlin.
 
Friedenstafel 
Im Anschluss an die Preisverleihung am 29. September 2013 sind die Nürnbergerinnen und Nürnberger eingeladen, von 13 bis 16 Uhr rund um den Kornmarkt ihre Preisträgerin zu feiern. Bei der „Nürnberger Friedenstafel“ kommen die Bürger für die Menschenrechte und ein solidarisches Miteinander zusammen. Die Tafel knüpft an die historische „Friedenstafel“ nach dem 30-jährigen Krieg an, die 350 Jahre später im Jahr 1999 von 40.000 Nürnbergerinnen und Nürnbergern wieder belebt wurde und als „längste Friedenstafel der Welt” ein überwältigendes Zeichen setzte.




Rund um die Preisverleihung:


Rund um das Preis-Wochenende findet das „Internationale Filmfestival der Menschenrechte” vom 2. bis 9. Oktober 2013 statt, das zu Ehren der Preisträgerin einen filmischen Schwerpunkt zum Thema Schwulen- und Lesbenrechte weltweit bietet.


Weitere Informationen im Internet:


http://www.nuernberg.de/internet/menschenrechte/
http://www.filmfestival-der-menschenrechte.de/






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