Der lange Weg zum Welterbe

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem totalen Zusammenbruch des Deutschen Reiches begann am 20. November 1945 im Nürnberger Justizgebäude der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Foto: Stadt Nürnberg/D’Addario

Nürnberger "Saal 600" ist auf der "zur Probe-Liste" der UNESCO

NÜRNBERG - "Die Entscheidung der Staatsregierung, den Saal 600 und das dazugehörige Zellengefängnis als Ort der Nü?rnberger Prozesse auf die Liste der zur Probe stehenden Kandidaten der UNESCO fü?r den Welterbestatus zu setzen, ist ein wichtiger Etappensieg auf dem Wege zum Welterbestatus", kommentiert CSU-Bundestagsabgeordneter Michael Frieser den Kabinettsbeschluss.

Der Saal 600 steht authentisch wie kaum kein zweiter Ort fü?r das Urteil der Weltgemeinschaft ü?ber die Verbrechen, die im deutschen Namen begangen wurden und auch immer mit dem Namen Nü?rnberg verbunden sein werden. Gleichzeitig ist der Saal 600 auch die Wiege des modernen Völkerstrafrechts und markiert damit den Ausgangspunkt der großen Anstrengungen der Stadt auf dem Weg von einem Ort der Täter zur Stadt des Friedens und der Menschenrechte. Dabei braucht Nü?rnberg Unterstü?tzung auf Landes- und Bundesebene, weil es um Aufgaben und Herausforderungen geht, die allein nicht zu bewältigensind. "Dass die Bewerbung Nü?rnbergs gerade jetzt Rückenwind erfährt, hat Symbolgehalt. Denn mit der kü?rzlichen Verurteilung zu 14 Jahren Haft fü?r den kongolesischen Rebellenfü?hrer Thomas Lubanga hat der Internationale Strafgerichtshof erstmals eine Strafe gegen einen Kriegsverbrecher verhängt und damit den Nü?rnberger Prinzipien zur praktischen Durchsetzung verholfen", so Frieser, der auch Hauptberichterstatter seiner Fraktion fü?r den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) ist.

"Ob Menschenrechtspreis, Straße der Menschenrechte, Dokuzentrum, Memorium Nürnberger Prozesse, Menschenrechtslehrstuhl oder die geplante UN-Akademie zum Völkerstrafrecht – unsere Stadt stellt sich ihrer besonderen Verantwortung. Mit diesem Prozess, diesem Werden verfü?gt die Bewerbung ü?ber ein Alleinstellungsmerkmal, das es verdient, auf Landes- und Bundesebene fü?r den Welterbestatus vorgeschlagen zu werden", so Frieser, der auch Mitglied im Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages ist.
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