Der MarktSpiegel Christkindlesmarkt-Blog 05.12.2011 - Rauschgoldengel

Drei neumodische Rauschgoldengel mit Arme.
 
Die neueren Rauschgoldengel sehen aus wie das Christkind.

Was ist Rauschgold? Und warum gibt es Rauschgoldengel. Welche Geschichte steckt hinter den lieblich anzusehenden Figuren. Das erklären wir in unserem heutigen Blog zum  Nürnberger Christkindlesmarkt.

Sie schweben meist hoch über unseren Köpfen. Goldene Gewänder zieren ihren Leib. Auf dem Kopf thront eine große Krone. Natürlich kann man sie nur zur Weihnachtszeit sehen. Sie sitzen auf den Weihnachtsbäumen und hüten die Wege, die durch die Altstadt führen. Die Rauschgoldengel sind überall auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt zu sehen.

„Ihr Engelein kommet…“

Egal von welchem Weg man auf den Nürnberger Christkindelmarkt gelangt. An jedem größerem Zugang wacht ein riesiger Rauschgoldengel über den Markt und lädt Besucher zur Besichtigung ein. Kleinere Abbilder, aus grünen Kunstzweigen, sind in der ganzen Altstadt zu finden.

„Die Engelchen sind doch so lieblich an zu sehen“, meint Frau Kellner, „besonders gefallen mir die alten Rauschgoldengel, obwohl sie keine Arme haben.“ Keine Arme? Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber viele Rauschgoldengel haben wirklich keine Arme. Erst die neueren Engel haben welche. Diese sehen aber auch eher dem Christkind ähnlich.

Der jüngeren Generation scheinen die Engel mit allen Gliedmaßen besser zu gefallen. „Engel ohne Arme sehen doch komisch aus und in der Kirche werden Engel auch immer menschenähnlich dargestellt. Warum sollten sie also keine Arme haben?“, meint Franziska, die sich eben einen Engel gekauft hat.

Zum Thema „Arme, ja oder nein“ sollten Sie eine kurze Sage kennen:

Der Erfinder des Rauschgoldengels, soll ein trauernder Vater gewesen sein, dessen Tochter in einem wunderschönen Sonntagskleid verstarb. Dieser war ein Meister der Holzschnitzerei. Er sperrte sich zur Trauer in eine Kammer. Später war er einfach verschwunden. Nur eine kleine Figur aus Holz stand auf dem Tisch. Diese hatte ein langes, gefaltetes Kleid aus Rauschgold an, das dem der Tochter sehr ähnlich sah. Den Kopf zierte eine Krone und statt der Arme hatte die Figur Flügel.

So zumindest die Sage. „Wer aber wirklich der Erfinder des Rauschgoldengels war, weiß niemand“, meint Herr Schubert. Er besitzt einen Stand an dem es vor Rauschgoldengeln nur so wimmelt. Die Engel gibt es in mehreren Größen und Farben. Golden, rot oder blau sind die gängigsten Varianten.

„Ich stelle Rauschgoldengel nun schon seit über 20 Jahren her und bin mir trotzdem nicht sicher, wie genau sie nun aussehen sollten“, sagt er lachend. „Aber der Fantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt.“ Da hat er Recht und deswegen werden auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt auch viele verschiedene Rauschgoldengel angeboten.

Herr Hubert meinte sogar Folgendes: „Ich habe einmal einen schwarzen Rauschgoldengel gesehen. Unglaublich oder? Das war in einer Museumsaustellung. Der Künstler bezog sich darauf, dass die Herkunft und das Aussehen nicht eindeutig seien.“ Rauschgoldengel mit schwarzer Hautfarbe werden zwar nicht auf dem Christkindlesmarkt angeboten, aber es ist doch schön zu wissen, dass etwas Traditionelles Auslegungsache bleibt.

„Was heißt eigentlich Rauschgold?“

Rauschgold wurde seit 1977 aus Messing hergestellt, indem man das Material so lange bearbeitete, bis es die Dicke von Papier erreicht hatte. Rauschgold wurde nur in Nürnberg und Augsburg hergestellt. Heutzutage wird echtes Rauschgold nur noch vereinzelt in Nürnberg hergestellt. Rauschgoldengel die industriell hergestellt werden bekommen kein Rauschgoldkleid mehr, sondern eines aus Aluminiumfolie.

Vielleicht holen auch Sie sich einen kleinen Beschützer nach Hause, der dieses Jahr einmal den Weihnachtsstern, auf der Spitze des Christbaumes vertritt.
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