Der MarktSpiegel Christkindlesmarkt-Blog: 12.12.2011 - Touristen aus Asien

Dieses Bild zeigt eine junge Asiatin mit ihrer Mutter. In der Hand hält sie eine Schneekugel in der ein süßer Teddybär sitzt.
 
Herr und Frau Do aus Japan freuen sich darüber, dass der Christkindlesmarkt schöner ist als sie erwartet hatten.

Foto, Foto. Foto! Foto? So könnte man das Klischee ausdrücken, das hinter diesen Worten steckt. Wenn sie jetzt wissen wollen, was es damit auf sich hat, dann sollten Sie die heutige Ausgabe des Christkindlesmarkt-Blogs nicht verpassen.

Was ist neben Schnee – der ziemlich auf sich warten lässt – noch wichtig für den Nürnberger Christkindlesmarkt? Richtig, Touristen. Am häufigsten anzutreffen: Fotografen, die in großen Reisegruppen auflaufen und alles knipsen, was ihnen vor die Linse kommt. Die Rede ist natürlich von Touristen aus Fernost.

Konichiwa!

So wird ein Japaner Sie begrüßen, wenn Sie ihn ansprechen und er nur der Landessprache mächtig ist. Mit Ni hao hingegen werden Ihnen Chinesen antworten. Beides bedeutet Guten Tag oder Hallo. Doch dieser Blog soll heute keine Nachhilfe in asiatischer Sprachkunst geben. Vielmehr soll er kurz zeigen, weswegen die asiatischen Touristen so scharf auf Fotos sind.

Warum  sind die denn nun scharf auf so viele Fotos.

In vielen asiatischen Ländern gilt: Eine große Fotogalerie von möglichst vielen verschiedenen und berühmten Orten ist ungefähr gleichzusetzten mit dem deutschen Statussymbol Auto.

Wer viele Fotos hat, genießt ein hohes Ansehen von den Nachbarn, Großeltern sind stolz auf Kinder und Enkel, wenn diese viel von der Welt gesehen haben. Das ist natürlich nicht in allen asiatischen Staaten so. Aber in den bekanntesten, China und Japan, wird es so gehandhabt.  Dazu muss man sagen, dass die Sammelei von Fotos in den großen Städten wie Tokyo und Peking, einen nicht so hohen Stellenwert hat, wie ein schönes Haus oder eben das teure Automobil. Doch je weiter man sich von der Stadt entfernt und hinaus aufs Land kommt, desto mehr sind Fotos und Souvenirs ein Zeichen für Wohlstand.

Ähnlich ist es mit dem Essen in China. Wer alles aufisst, drückt seine eigene Armut aus und beschämt gleichzeitig den Gastgeber, nicht genügend Essen vorbereitet zu haben.

Asiaten sind sehr freundlich und zuvorkommend. Auf dem Christkindlesmarkt wird ihnen deshalb keiner begegnen, der sie versehentlich anrempelt, ohne sich sofort zu entschuldigen.

Wieso bilden asiatische Touristen immer solche Grüppchen?

Zuerst einmal: Das tun die Deutschen auch! Aber Asiaten haben auch ein viel größeres Bedürfnis am Zusammensein. Immerhin ist man ja zu Gast in einem fremden Land. Da fällt es einfacher sich zu Recht zu finden, wenn man jemanden hat, an den man sich wenden kann. Außerdem sind diese großen Gruppen meist jene die einem Fremdenführer folgen. Jetzt zum Christkindlesmarkt kann man so etwas vermehrt betrachten. Die Führungen starten meist auf der Nürnberger Burg gehen hinunter zur Sankt Sebaldus Kirche und führen dann auf den Weihnachtsmarkt. Danach in die Frauenkirche und so weiter, bis man alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert und natürlich wieder viele Fotos gemacht hat.

Wer sich nun noch über die Asiaten wundert, dem sei gesagt: Andere Länder andere Sitten.
Vielleicht treffen Sie ja bald einmal wieder einen Asiaten auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt, dann tun Sie ihm doch den Gefallen und fragen nach den selbstgeschossenen Meisterwerken.
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