„Der Pleitegeier“ kreist um das Thema Armut

Von Aufregung war bei den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern nach wenigen Minuten nichts mehr zu spüren. Sie strahlten regelrecht auf der Bühne. (Foto: Andrea Wismath)
 
Eine tolle Leistung auf der Bühne zeigten alle jungen Schauspielerinnen und Schauspieler. „Lisa“ (l.) und ihre „Mutter“ blieben mit ihrer Darstellung besonders in Erinnerung. (Foto: Andrea Wismath)
Arm zu sein, heißt in vielen Fällen nicht dabei sein zu können. Nürnberger Schüler aller Schularten setzen sich in den kommenden Jahren mit dem Thema Armut (schauspielerisch) auseinander: Aktion Schutzbengel unterstützt das mehrjährige Projekt in Nürnberg

NÜRNBERG (pm/nf) – Wie ist es, wenn ein Kind ausgelacht wird, weil es keine Markenschuhe trägt? Wie ist es, wenn es nicht mit den Klassenkameraden Döner essen kann, weil das Geld nicht reicht? Wie ist es, wenn man sich entscheiden muss, ob man Schulhefte kauft oder einen warmen Pullover?


Mit diesen Fragen konfrontiert das Theaterstück „Der Pleitegeier“ seine Zuschauer ebenso wie die jungen Schauspieler von Nürnberger Schulen. Die Aufführung des Stücks am Freitagvormittag in der Kulturwerkstatt auf AEG war gleichzeitig der Startschuss für das mehrjährige Projekt. Schauspieler und Regisseur Jean-Francois Drozak möchte gemeinsam mit den Projektpartnern, zu denen auch die Stadt Nürnberg und die Aktion Schutzbengel der Rummelsberger Diakonie gehören, auf die Folgen von Armut aufmerksam machen.

„Willkommen in der größten Schulklasse Nürnbergs“, begrüßte Theaterpädagoge Drozak die rund 250 Schülerinnen und Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums Bärenschanze, der Geschwister-Scholl-Realschule und der Mittelschule Johann-Daniel-Preißler. Sie alle waren gekommen, um einen „erlebnisreichen Vormittag“ zu verbringen, wie Stefanie Dunker von der Kulturwerkstatt auf AEG ankündigte. Bevor es losging, wandte sich Reiner Prölß, Referent für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg, an die jungen Gäste. „Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben“, betonte er. „Der Pleitegeier“ hat auch die Aufgabe, den „Nürnberg-Pass“ noch bekannter zu machen. Mit ihm erhalten Nürnberger, die Sozialleistungen beziehen, ermäßigte Eintrittspreise für Angebote in den Bereichen Bildung, Sport, Kultur und Freizeit.

Olaf Forkel, Fachlicher Leiter der Rummelsberger Dienste für junge Menschen und Mitglied der Geschäftsleitung, bekräftigte das Engagement der Aktion Schutzbengel der Rummelsberger Diakonie für den „Pleitegeier“: „Der Schutzbengel ist nur für die Kinder da“, sagte er und wünschte anschließend den acht Schauspielerinnen und Schauspielern des Sonderpädagogischen Förderzentrums und der Geschwister-Scholl-Realschule nur noch: „Toi, toi, toi!“ Die sichtlich aufgeregten Jungen und Mädchen hatten das Stück mit Regisseur Drozak in nur vier Projekttagen eingeübt. Keine leichte Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler – schließlich galt es, nicht nur einander kennenzulernen und Texte zu studieren, sondern auch noch alternative Szenen zu entwickeln. Denn wie „Der Pleitegeier“ an entscheidenden Stellen weitergeht, durfte das Publikum per Handzeichen bestimmen.

Kräftigen Applaus ernteten die strahlenden Jungschauspieler nach der Aufführung. Auch Theaterpädagoge Drozak zeigte sich „sehr zufrieden“ und freut sich schon auf die nächsten Projekttage mit weiteren Schulen aus unterschiedlichen Stadtteilen Nürnbergs. Denn dank der Förderung der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg können dieses Jahr zwei weitere Theaterkooperationen stattfinden. Weitere Unterstützer der Kampagne sind die Sparkasse Nürnberg, die WBG 2000 Stiftung und der Kunstverlag Josef Fink.
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