Deutsche Post Glücksatlas 2016: Franken sind optimistisch und zufrieden

Glücksmomente in Franken – beispielsweise im Nürnberger Burggarten in aller Ruhe ein Buch lesen. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
 
So zufrieden sind die Franken. (Foto: Deutsche Post AG)
REGION (nf) - Bassd scho. Geht es nach dem Deutsche Post Glücksatlas 2016 macht zwar ganz Deutschland einen deutlichen Glückssprung – das Glücksniveau liegt 2016 bei 7,11 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10. Aber: Im Ranking der Regionen konnte sich Franken erstmals gleich hinter dem Spitzenreiter Schleswig-Holstein auf Platz zwei gemütlich einrichten.

Die Franken setzen also ihre Aufwärtsdynamik konsequent fort. Verantwortlich dafür dürfte die gute Beschäftigungslage und der nachhaltige Anstieg der Reallöhne sein. Franken hat zwar nur 4,7 Übernachtungen pro Einwohner, das bedeutet etwa 40 Prozent weniger als im südlichen Teil Bayerns (7,7). Allerdings hält in Franken der positive Glückstrend der vergangenen Jahre an. 2013 lag Franken im Regionenvergleich noch auf Platz 13. Über die Plätze neun (2014) und fünf (2015) kletterte es in diesem Jahr bis auf den zweiten Platz. Unser Franken erreicht in fast allen Bereichszufriedenheiten Spitzenwerte. Einzig ihre Gesundheit bewerten die Franken mit 6,4 Punkten etwas niedriger als die Menschen im Rest der Republik (6,5).

Das diesjährige Schwerpunktthema ist „kulturelle Vielfalt“. Der „Deutsche Post Glücksatlas“ befragte die Bevölkerung in einer repräsentativen Erhebung, wie offen und tolerant sie gegenüber der kulturellen Vielfalt in Deutschland sind – und welchen Einfluss diese auf ihre persönliche Lebenszufriedenheit hat. 75 Prozent der Befragten sehen Deutschland als weltoffenes und tolerantes Land, lediglich 19 Prozent sehen das Land nicht so.

Obwohl 65 Prozent der Deutschen Einwanderung als persönliche Bereicherung betrachten, fällt das Urteil über den tatsächlichen Status quo der Integration nüchtern aus. So meint knapp die Hälfte der Bevölkerung, das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern habe bisher alles in allem gut funktioniert. Im Westen wird das Zusammenleben (54 Prozent) besser bewertet als im Osten (35 Prozent). Generell sind die Ostdeutschen skeptischer als die Westdeutschen: Während 70 Prozent der Westdeutschen es gut finden, dass Deutschland durch die Einwanderung vielfältiger wird, sind es im Osten nur 56 Prozent. Auch hier ist der persönliche Kontakt ausschlaggebend: 88 Prozent der Westdeutschen geben an, persönlich Kontakt zu Menschen zu haben, die nicht in Deutschland geboren wurden. Bei den Ostdeutschen sind es nur 62 Prozent.

Stärken und Schwächen

– Franken belegt im Regionenvergleich 2016 mit 7,22 Punkten den zweiten Platz.

– Einen großen Anteil an den hohen Zufriedenheitswerten haben sicherlich das hohe Lohnniveau und die geringe Arbeitslosenquote, beide Faktoren sind mit entscheidend für das Lebensglück. Mit 23.080 Euro liegt das verfügbare Einkommen in Franken deutlich über dem Bundesdurchschnitt (21.117 Euro), die Arbeitslosenquote mit 4,1 Prozent deutlich darunter (6,4).

– Die hohen Mietkosten dämpfen die Zufriedenheitswerte im Bereich „Wohnen und Freizeit“ etwas. Mit 36,0 Prozent müssen die Menschen in der Region einen deutlich höheren Anteil ihres Einkommens für Miete ausgeben als der Rest der Republik (30,0).

Hintergrund:
Bereits zum sechsten Mal legt die Deutsche Post nun schon den Glücksatlas vor. Er ist die aktuellste regelmäßige Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen. Die Daten für den Glücksatlas 2016 stammen aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) sowie einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Frühsommer 2016 (5.888 repräsentativ Befragte ab 16 Jahren). Zudem befragte das Institut für Markt- und Politikforschung (dimap) insgesamt 1.001 Deutsche ab 18 Jahren, wie offen und tolerant sie gegenüber der kulturellen Vielfalt in Deutschland sind – und welchen Einfluss diese auf ihre persönliche Lebenszufriedenheit hat. Die wissenschaftliche Leitung des Glücksatlas haben Professor Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg, und Reinhard Schlinkert, Geschäftsführer von dimap.
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