Deutscher Fahrradpreis für Nürnberger Projekt

Verleihung des Deutschen Fahrradpreises in Essen am Donnerstag, 25. Februar 2016 (v. links): Bettina Meyer-Rost, Projektleiterin beim Verkehrsplanungsamt der Stadt Nürnberg, Dr. Veit Steinle, Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Frank Jülich, Leiter des Verkehrsplanungsamts der Stadt Nürnberg. (Foto: Der Deutsche Fahrradpreis/Endermann)
NÜRNBERG (pm/nf) - Für das Projekt „Radständer für die Nordstadt“ hat die Stadt Nürnberg den Deutschen Fahrradpreis erhalten. Nürnberg wurde in der Kategorie Infrastruktur mit Deutschlands bekanntester und renommiertester Auszeichnung zum Thema Radverkehr ausgezeichnet. Der seit 2000 alljährlich ausgerichtete bundesweite Wettbewerb ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) sowie des Zweirad-Industrie- Verbands. Der Preis ist mit insgesamt 3 000 Euro dotiert.

Vor rund 300 Gästen aus Politik, Verwaltung und Initiativen nahmen am Donnerstag, 25. Februar 2016, in Essen Frank Jülich, Leiter des städtischen Verkehrsplanungsamts, und Projektleiterin Bettina Meyer- Rost den Preis für die Stadt Nürnberg entgegen. Die weiteren Plätze belegten die Stadt Göttingen mit dem Projekt eRadschnellweg. und eine Berliner Baugruppe mit ihrem Fahrradloft Projekt. „Wir sind sehr stolz, dass wir mit diesem Projekt in der Kampagne ‚Nürnberg steigt auf‘ den Deutschen Fahrradpreis gewonnen haben. Überzeugen konnten wir die Jury vor allem mit unserem Konzept, ein flächenhaftes Angebot an Radständern zu schaffen und gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen“, freut sich Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. „Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt dieses Projekt auf weitere Stadtteile zu übertragen.“ Bereits im nächsten Verkehrsausschuss am 10. März 2016 soll ein weiteres Radständer-Projekt auf den Weg gebracht werden.

In der Begründung der Jury heißt es: „Die Stadt Nürnberg hat durch das erfolgreiche Projekt ‚Radständer für die Nordstadt‘ gezeigt, dass Radverkehrsförderung vor allem im aktiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern und dem Einzelhandel hervorragend funktionieren kann. Hintergrund des Projekts ist, dass im Nürnberger Norden, wie in vielen anderen Städten, geeignete Abstellmöglichkeiten im unmittelbaren Wohnumfeld fehlen. Die dichte Bebauung der Wohngebiete mit hohem Altbaubestand bedingt, dass Fahrräder im Regelfall aus dem Keller getragen werden müssen. Das war gerade für die Kurzstreckenmobilität, die einen schnellen Zugriff auf das Rad erforderlich macht, bislang ein ärgerliches Hindernis. Im intensiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, dem Einzelhandel und Vereinen wurde in einem zwei Quadratkilometer großen Gebiet Platz für 500 Radständer an insgesamt 155 Standorten (zusätzlich zu den bestehenden Standorten) identifiziert. Bis Oktober 2016 sollen alle Radständer zur Verfügung stehen und damit die Nordstadt systematisch und flächendeckend mit Abstellmöglichkeiten versorgen. Herausragend sind nach Auffassung der Jury vor allem der intensive Austausch zwischen Verwaltung und Anwohnerinnen und Anwohnern. Durch die hohe Bereitschaft, hier an einem Strang zu ziehen, wurde dem Fahrrad Vorrang gegenüber anderen Flächenansprüchen gegeben. Zudem wird die Sichtbarkeit des ‚Fahrrads‘ im Verkehrs-und Stadtraum erhöht ...“

Nürnberg wurde schon einmal mit dem deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet. 2008 konnte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly für die Einrichtung der regelmäßigen mobilen Bürgerversammlungen den Preis der „fahrradfreundlichsten Entscheidung“ entgegennehmen.
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