Dürer kehrt ins Nürnberger Rathaus zurück

Original Rathausfresko aus der Bemalung „Verleumdung des Apelles” nach Dürer, Stand Renovierung 1613/21. © Generalrevision Gemälde- und Skulpturensammlung der Museen der Stadt Nürnberg
 
Originalfresko Nordwand. Zustand der Bemalung 1613/21. © Gemälde- und Skulpturensammlung der Museen der Stadt Nürnberg

Multimediale Zeitreise durch die Wandmalereien im Rathaussaal

NÜRNBERG - „Dürers Triumphzug – eine multimediale Zeitreise durch die Wandmalereien im Rathaussaal“ präsentiert die Stadt Nürnberg als ihren diesjährigen Dürer-Schwerpunkt. Die Veranstaltung im Historischen Rathaussaal nimmt von Freitag, 3. August, bis Sonntag, 12. August, Albrecht Dürers (1471-1528) wohl größten Auftrag in den Blick.

Das Kulturreferat thematisiert damit ein in der Dürerforschung kaum beleuchtetes Thema und zugleich auch den heute etwas in Vergessenheit geratenen „Kunst- und Kulturort“ Nürnberger Rathaus. Mit diesem späten Werk – der Auftrag zur Rathausgestaltung kam sieben Jahre vor Dürers Tod – schließt das Kulturreferat den Bogen zum „Frühen Dürer“, der großen Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, die noch bis 2. September das Frühwerk des Künstlers in den Mittelpunkt stellt.

Im Nürnberger Rathaussaal wird Dürers vergessener großer Wandmalereizyklus, mit dem er 1521 beauftragt wurde, in einer Projektion wieder erlebbar. Sieben Panoramaprojektoren mit 6-facher Full HD-Auflösung und Kino-Sound zaubern die Rathausbemalungen auf die 40 Meter lange Nordwand. Die etwa zehnminütige multimediale Präsentation erzählt die Geschichte der Wandmalereien – eine Geschichte über Albrecht Dürer, über Restaurierung, Renovierung, Übermalung und die unwiederbringliche Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Zu sehen sind die Vorarbeiten und Entwürfe Dürers, die Ergebnisse der ersten Renovierung 1621, der Versuch, einige Wandfresken zu bewahren und kaum bekannte Farbaufnahmen von 1943/45, die im Auftrag der NS-Regierung entstanden.

Ort der Kunst und Kultur
Drei Fresken aus der Nordwand des Saals sind ausgestellt. 1904/05 nahmen Restauratoren Teile der bemalten Putzschicht der Wände ab und fertigten Kopien mancher Wandmalereien an, die als Farbmuster dienten. Einige der Fresken haben sich erhalten – diese ältesten authentischen Zeugnisse zeigen die Bemalung im Zustand von 1621, unmittelbar nach der ersten Renovierung des Saals.

Erstmals präsentiert die Stadt Nürnberg auch die Entwürfe von Michael Mathias Prechtl (1926-2003) für eine neue Ausmalung. Der berühmte Nürnberger Künstler hatte einen zeitgenössischen Wandmalereizyklus für den Rathaussaal entwickelt, seine Entwürfe veranlassten eine intensive Diskussion, die 1989 zu dem Beschluss führte, die Wände weiß zu lassen. Prechtl hatte zudem seine Entwürfe zurückgezogen.
 
Begleitend zur Zeitreise im Rathaussaal verwandelt sich das Rathaus während des Auftaktwochenendes von „Dürers Triumphzug“ von Freitag bis Sonntag (3. bis 5. August) in einen Ort der Kunst und Kultur. Die erste „RathausART“ präsentiert Nürnberger Galerien und deren Künstler, ein Mitmachprogramm richtet sich an kleine und große Besucherinnen und Besucher. Renommierte Dürer-Forscher geben zudem ihr Wissen in Vorträgen weiter. 
Weitere Informationen:   www.duerer.nuernberg.de


Auf einen Blick:

„Dürers Triumphzug – eine multimediale Zeitreise durch die Wandmalereien im Rathaussaal“, Historischer Rathaussaal, Rathausplatz 2: Freitag, 3. August, 18.00 bis 21.00 Uhr; Samstag, 4. August, 11.00 bis 21.00 Uhr; Sonntag, 5. August, 11.00 bis 18.00 Uhr; Montag, 6. August, bis Sonntag, 12. August, 10.30 bis 16.30 Uhr.

Eintritt im Rathaussaal: 2 Euro (Kinder, Schüler/Studenten frei).
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