Ein Brief von Albrecht Dürer

Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner, Dr. Christiane Sauer (Leitung Historisch-Wissenschaftliche Stadtbibliothek), Elisabeth Sträter (Direktorin der Stadtbibliothek) und Dr. Wolfgang Eckart (Direktor Bildungscampus Nürnberg / v.l.n.r.) vor den alten Handschriften. Fotos (2): oh/Simon
 
Außergewöhnliche Druckwerke sind in der Ausstellung zu sehen.

Ausstellung ,,642 Jahre Stadtbibliothek Nürnberg“ zeigt besondere Schätze

NÜRNBERG - Lange lagerten die wertvollen Handschriften und Drucke der Stadtbibliothek Nürnberg im Verborgenen – im Ausstellungskabinett, das im Neubau der Stadtbibliothek eröffnet wurde, werden sie nun erstmals wieder der Öffentlichkeit gezeigt. In 17 Wandvitrinen liegen für begrenzte Zeit besondere Schatzstücke aus, wie etwa ein Brief Albrecht Dürers. 

Die Ausstellung „642 Jahre Stadtbibliothek Nürnberg. Von der Ratsbibliothek zum Bildungscampus“ ist bis 20. April in der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumplatz 4, jeweils Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr und Samstag von 11 bis 16 Uhr geöffnet (8. bis 13. Februar sowie an Sonn- und Feiertagen geschlossen). Zu sehen ist eine der ältesten Handschriften der Stadtbibliothek, ein auf der Bodenseeinsel Reichenau um das Jahr 1030 kostbar ausgestattetes Evangeliar. Daneben liegen ein großformatiges, von den Nonnen von St. Katharina in Nürnberg 1458 hergestelltes Chorbuch, einer der ersten in Nürnberg hergestellten Drucke und eine Handschrift mit Initialen von einem Mitglied der Nürnberg Illuministenfamilie Glockendon. Zu den besonders kostbaren Schätzen zählen ein von Albrecht Dürer 1506 in Venedig geschriebener Brief mit scherzhaft skizziertem Frauenkopf und ein Band mit Handwerkerbildern aus den Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen. Jeder der gezeigten Bände ist aussagekräftig für ein Kapitel aus der mittlerweile 642-jährigen Geschichte der Stadtbibliothek. Mittwochs um 17 Uhr wird eine kostenlose Führung durch die Ausstellung angeboten, die Termine sind: 20. und 27. Februar, 6. und 13. März sowie 3. und 10. April 2013. Treffpunkt ist jeweils auf der Ebene L2.

Optimale Bedingungen erforderlich
Um die wertvollen historischen Bestände zu schützen, müssen die Räumlichkeiten der Ausstellung spezielle Anforderungen erfüllen, denn Handschriften und alte Drucke benötigen für ihren Erhalt ein möglichst konstantes Raumklima mit engen Schwankungsbreiten und schadstofffreier Zuluft. Im neuen Ausstellungskabinett der Stadtbibliothek Zentrum soll mit minimiertem Energieaufwand ein konstantes Raumklima gehalten werden – eine gute Wärmedämmung und eine Wandtemperierung mit unter Putz verlegten Kapillarrohrmatten unterstützt eine hocheffiziente, mit einer Solaranlage ausgestattete Klimaanlage.

Anlass für die Ausstellung ist nicht nur die Einweihung des Ausstellungsraums, sondern auch das Erscheinen eines Aufsatzbands „642 Jahre Stadtbibliothek Nürnberg“, der erstmals die Geschichte der städtischen Büchersammlungen nachzeichnet. Diese reicht von der ersten Erwähnung im Jahr 1370 bis zur Zusammenlegung mit dem Bildungszentrum zum Bildungscampus im Jahr 2011 und zur gerade erfolgten Eröffnung der neuen Stadtbibliothek Zentrum. Das Erscheinen des Bands in der Reihe „Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg“ im Verlag Harrassowitz ermöglichte ein großzügiger Druckkostenzuschuss der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg. Der von Christine Sauer herausgegebene Aufsatzband ist als Broschüre in der Ausstellung für 25 Euro erhältlich, das Hardcover kann im Buchhandel für 29,80 Euro erworben werden.

Weitere Informationen im Internet unter

http://www.nuernberg.de/internet/stadtbibliothek/





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