Eine halbe Million Besucher im Memorium

Henrike Claussen (r.), Leiterin des Memoriums Nürnberger Prozesse, überreicht den 500 000. Besuchern - das Ehepaar Pastor Dominguez mit seinen beiden Kindern Eugenia und Gonzalo - einen Katalog des Memoriums Nürnberger Prozesse sowie Nürnberger Lebkuchen. (Foto: Andrea Danner/Museen der Stadt Nürnberg)
NÜRNBERG (pm/nf) - Sechseinhalb Jahre nach seiner Eröffnung konnte das Memorium Nürnberger Prozesse am Montag, 17. Juli 2017, seine 500 000. Besucher begrüßen. Eine spanische Familie aus Madrid freute sich über freien Eintritt und ein kleines Präsent des Hauses.

Das Ehepaar Jesus Pastor Gomez und Monica Dominguez Martin mit seinen beiden Kindern Eugenia (12 Jahre) und Gonzalo (9 Jahre) zählt zum großen Anteil ausländischer Gäste, die jedes Jahr die Dauerausstellung und den historischen Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse in der Bärenschanzstraße 72 besuchen. Rund 40 Prozent der mehr als 90.000 Besucher pro Jahr stammen aus englischsprachigen Ländern, insbesondere den USA. Aber auch die Anzahl west- und südeuropäischer, russischer sowie chinesischer Touristen wächst stetig. Lediglich ein Viertel der Gäste kommt aus Deutschland.

Prof. Dr. Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, sieht hier die große internationale Bedeutung des Ortes bestätigt: „Der Nürnberger Schwurgerichtssaal ist ein weltweit einzigartiger Ort der Rechtsgeschichte. Hier begann 1945 die Praxis des Völkerstrafrechts, die den Grundstein für die Entwicklung der Internationalen Strafgerichtshöfe in der Gegenwart gelegt hat. Umso mehr freut es uns, dass der Saal in wenigen Jahren dauerhaft für Ausstellungsbesucher zugänglich sein wird.“

Das Memorium zählt zu den Erfolgsgeschichten der Museen der Stadt Nürnberg, wie Ingrid Bierer, Direktorin des Museumsverbunds, erläutert. „Neben der großen Zahl an Touristen nimmt auch die Anzahl der Buchungen von ausstellungsbegleitenden Bildungsangeboten zu. Der historische Ort der Nürnberger Prozesse ist schließlich auch ein wichtiger Lernort der Gegenwart.“

Familie Pastor Dominguez freute sich, das Memorium ausgerechnet an einem der Tage besucht zu haben, an dem der Schwurgerichtssaal ganztägig zugänglich ist. „Sobald der Neubau der Justiz vollendet ist, wird der Saal 600 unserem Publikum an nahezu allen Öffnungstagen des Memoriums offenstehen“, betont die Leiterin des Hauses, Henrike Claussen. Täglich erreichen die Mitarbeiter des Memoriums Anrufe mit der Frage, ob der Saal aktuell besichtigt werden kann. „Das gesamte Team freut sich schon auf den Moment, wenn wir bei solchen Anfragen niemanden mehr vertrösten müssen.“
An Wochenenden ist der Saal 600 fast immer öffentlich zugänglich. Dann bietet das Memorium auch Führungen an: samstags um 14 Uhr auf Englisch und sonntags zur gleichen Zeit in deutscher Sprache.
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