Energie Campus: Frische Ideen für Nürnbergs Zukunft

Smart City Energy Jam: –intensiver Austausch und kreative Arbeit prägten die Veranstaltung. (Foto: Wirtschaftsförderung Nürnberg)
 
Der Energie Campus Nürnberg verwandelte sich für zwei Tage in eine Kreativwerkstatt für zukunftsfähige Energielösungen. (Foto: Wirtschaftsförderung Nürnberg)
„Smart City Energy Jam“ für intelligente Energielösungen

NÜRNBERG (pm/nf) - „Energie für Nürnbergs Zukunft gestalten“ – unter diesem Motto fand die erste „Smart City Energy Jam“ auf dem Energie Campus Nürnberg statt. Knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer experimentierten mit innovativen Problemlösungsmethoden (zum Beispiel Design Thinking) für eine sichere, klimafreundliche und bezahlbare Energieversorgung in Nürnberg.


Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas: „Mit frischen Ideen wollen wir intelligente Lösungen für die Energieversorgung von Nürnberg identifizieren. Das haben wir mit der ‚Smart City Energy Jam‘ erreicht. Ich bin begeistert, mit welch gewitzten Ideen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Nürnberg als nachhaltige, innovative und lebenswerte Stadt und als Wirtschaftsstandort voranbringen wollen.“ Jam als englisches Slang-Wort für Improvisation bezeichnet ein kreatives Veranstaltungsformat, bei dem in kurzer Zeit hoch interaktiv Lösungen entwickelt und getestet werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung kürte eine dreiköpfige Expertenjury die drei besten Ideen aus den interdisziplinären Arbeitsgruppen. Als zukunftsweisendste Idee wurde das Konzept „bee.care.free“ für einen intelligenten Schwarm autonom fahrender Fahrzeuge im gemischten Personen- und Güterverkehr ausgezeichnet. Der Clou: Über Werbeeinnahmen, Sponsoring und Einkünfte aus der Güterbeförderung fahren die Passagiere kostenfrei mit.

Für seinen hohen Innovationsgrad wurde das Konzept „RE-Coin“ zur Einführung einer Energie-Währung (dem „RE-Coin“) ausgezeichnet. „RE-Coins“ können gespart sowie gehandelt und vornehmlich immer dann ausgegeben werden, wenn Strom günstig und aus erneuerbaren Energien zu haben ist.

Der Preis für das Projekt mit der größten Umsetzungsnähe ging an das Team Energiehandel der Zukunft. Die Teammitglieder schlugen vor, eine lokale, versorgerbasierte Internet-Handelsplattform aufzubauen, auf der jeder direkt und regional Strom kaufen und verkaufen kann. Ähnlich wie heute Menschen über Airbnb ihre Zimmer privat und direkt miteinander teilen. Der Energieversorger betreibt die Plattform, garantiert aber auch als Rückgrat die Versorgungssicherheit. „Die N-Ergie setzt auf Effizienz, Nachhaltigkeit und neue Ideen, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Bereits von den Ergebnissen des Hackathons, das kürzlich am Digitalen Gründerzentrum Zollhof stattfand, waren wir begeistert. Deshalb haben wir uns auch am Smart City Energy Jam sehr gern beteiligt“, sagt Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE Aktiengesellschaft.

Für Dr. Alexander Buchele, Geschäftsführer des Energie Campus Nürnberg, war es selbstverständlich, den interdisziplinären Energieforschungscampus für ein neues Eventformat wie eine Design Thinking Jam zu öffnen: „Für die Wissenschaftler am Energie Campus Nürnberg ist die Jam eine tolle Gelegenheit, um das Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zu kombinieren und dabei in kreativer Weise Anwendungen und Produkte zu entwerfen. Sie erhalten ein direktes Feedback zu ihren Ideen und einen guten Eindruck, was in naher Zukunft möglich sein könnte.“
„Die intensive und direkte Zusammenarbeit von Studenten, Bürgern, Unternehmen, Forschung und Stadtverwaltung im Jam-Format ermöglicht einen sehr interaktiven, konkreten Verbesserungszyklus. Die neuen Impulse werden wir in unserer Arbeit in der Energieregion und im Energie-Technologischen Zentrum etz 2.0 weiterverfolgen“, sagt Dr. Jens Hauch, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Energieregion Nürnberg e.V.

Thomas Vogel, Geschäftsführer der „zeitgeist engineering GmbH“, freut sich vor allem über die offenen und inspirierenden Ideen und sagt: „Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, müssen neue Wege der Energieerzeugung und vor allem der Verteilung und Nutzung diskutiert werden. Die Jam zeigte, dass mittels intelligenter Marktmodelle und sinnvoller Energiesteuerung bereits heute vieles möglich ist und das zu überschaubaren Kosten. Die die Politik ist gefordert, die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Die „Smart City Energy Jam“ wurde von der Stadt Nürnberg zusammen mit der N-ERGIE, dem Energie Campus Nürnberg, der Energieregion Nürnberg e.V., dem Energie-Technologischen Zentrum 2.0, der openBIT e.V. (insertEFFECT, workcult.re, Silbury) und „zeitgeist engineering GmbH“ organisiert. Sie ist ein Baustein der „Digitalen Stadt Nürnberg“. Das Wirtschaftsreferat koordiniert ein integriertes Stadtentwicklungskonzept „Digitale Stadt“ Nürnberg, um die Chancen der Digitalisierung für die Stadtentwicklung, zum Beispiel in Punkto Lebensqualität, Ressourcennutzung, Beschäftigung, Mobilität und Bürgerservices zu nutzen.
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