Entscheidung zur S-Bahn-Vergabe Nürnberg: DB Regio bleibt Betreiber der Nürnberger S-Bahn

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hofft, dass die juristischen Auseinandersetzungen nun ein Ende haben. (Foto: Victor Schlampp)
Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann: Die DB Regio ist ein bewährter Partner für den Freistaat Bayern

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Bahntochter DB Regio bleibt Betreiber der Nürnberger S-Bahn. Das gab heute die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) bekannt. Dazu sagte Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann: „Ich hoffe, dass die juristischen Auseinandersetzungen nun ein Ende haben und sich der alte und neue Betreiber jetzt auf den neuen Vertrag konzentriert. Die DB Regio ist ein bewährter Partner für den Freistaat Bayern. Mit der Entscheidung haben wir jetzt Klarheit für die nächsten Jahre.“ Er erwarte von der DB Regio, dass sie das gleiche Engagement, mit dem sie um diesen Vertrag gekämpft hat, auch für die Nürnberger Fahrgäste an den Tag legen wird, damit es im Service und bei der Qualität keine Abstriche gibt.


Da es für den Freistaat um hohe Millionenbeträge für mehrere Jahre geht, ist es Herrmann ein großes Anliegen, dass das jetzige Ergebnis ein attraktives Angebot für den Schienenpersonennahverkehr beinhalte.
Die ursprüngliche Angebotsauswertung der BEG hatte ergeben, dass das britische Verkehrsunternehmen National Express (NX) für beide Lose das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat. Nachdem NX sein Angebot nach langwierigem Rechtsstreit im Oktober dieses Jahres überraschend zurückgezogen hatte, wertete die BEG unter den neuen Voraussetzungen die verbliebenen Angebote neu aus.
Herrmann wies darauf hin, dass der neue Vertrag auch einen Ersatz älterer Fahrzeuge durch moderne enthalte wie auch die geplante S-Bahn-Verlängerung über Ansbach hinaus nach Dombühl sowie eine neue S5 von Nürnberg nach Allersberg.

SPD erleichtert über Zuschlag für DB Regio

Zufrieden und erleichtert zeigt sich die Rathaus-SPD nachdem heute bekannt wurde, dass die Deutsche Bahn auch ab dem Jahr 2018 das S-Bahn-Netz Nürnberg betreiben wird. SPD-Vorsitzender und Stadtrat Thorsten Brehm erklärt: „Nach beinahe zwei Jahren juristischem Tauziehen sind wir über das Ende der Hängepartie froh und erleichtert. Wir freuen uns für die rund 500 Beschäftigten, die nun ohne Zukunftsängste Weihnachten feiern können.“

Ein Betreiberwechsel ab 2018 hätte nach Ansicht der SPD wahrscheinlich große Probleme mit sich gebracht und den S-Bahn-Betrieb nachhaltig gestört. Dem Anbieter National Express (NX), der zunächst den Zuschlag erhielt, wurden nach Betriebsstart in Nordrhein-Westfalen chaotische Zustände nachgesagt. „Zudem hatten wir starke Zweifel, dass NX rechtzeitig Züge zur Verfügung gehabt und beim Thema Tariftreue und Ausbildung ordentliche Standards gesetzt hätte“, meint Brehm und erinnert daran, dass der bayerische Innenminister Hermann auf eine Ausschreibung des S-Bahn-Netzes in München verzichtet hat, weil er die Netzstabilität nicht gefährden wollte, während entsprechende Überlegungen für Nürnberg anscheinend keine Rolle spielten. „Das ganze Hin und Her in der Frage der S-Bahn-Vergabe war eine politisch zu verantwortende Zumutung. Wir wollen zukünftig ein ähnliches Hickhack vermeiden und fordern, dass die Fragen von Tariftreue, Ausbildung und Beschäftigungssicherheit bei Ausschreibungen zukünftig stärker berücksichtigt werden müssen“, erklärt der Sozialdemokrat abschließend.
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