Erhöhte Luftbelastungen durch Inversionswetterlage

Erhöhte Luftbelastung durch Inversionswetterlage, zusätzlich werden Feinstaubanteile aus dem reichlich ausgebrachten Streusalz erfasst, das nun trocken auf den Straßen liegt und von den Fahrzeugen immer wieder aufgewirbelt wird. (Foto: Nicole Fuchsbauer)
NÜRNBERG (pm/nf) - Am vergangenen Wochenende wurden als Folge der aktuell vorherrschenden Inversionswetterlage an den städtischen Luftmessstationen am Jakobsplatz und am Flughafen deutlich erhöhte Feinstaub-Konzentrationen (PM10 – Bezeichnung von Partikeln mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als zehn Mikrometern) gemessen. Sie lagen über dem Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

An der verkehrsnahen Luftmessstation des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) in der Von-der-Tann-Straße setzte dieser Effekt bereits deutlich früher, nämlich am Mittwoch,18. Januar 2017, ein. Hier werden zusätzlich Feinstaubanteile aus dem reichlich ausgebrachten Streusalz erfasst, das nun trocken auf den Straßen liegt und von den Fahrzeugen immer wieder aufgewirbelt wird. Bis zum Sonntag, 22. Januar, kam es so zu fünf Überschreitungen bei den Tagesmittelwerten für die Feinstaub- Fraktion PM10.

Die Messstation Jakobsplatz wird von den Streusalzeffekten hingegen nur wenig beeinflusst. Am Wochenende stieg die Luftbelastung mit Feinstaub, aber auch mit Stickoxiden witterungsbedingt soweit an, dass es auch an dieser Luftmessstation zu zwei Grenzwertüberschreitungen beim Tagesmittelwert für den Feinstaub PM10 kam. Dass es sich dabei um ein überregionales Problem zunehmender Luftschadstoff-Anreicherungen in der bodennahen Atmosphäre während einer austauscharmen Wetterlage handelt, zeigt der Anstieg der Feinstaubkonzentrationen auch an der Messstation am Flughafen, die die regionale Hintergrundbelastung erfasst. Auch hier wurde am Sonntag, 22. Januar, der Grenzwert für Feinstaub PM10 letztlich überschritten.

Die aus der Anwendung von Streusalz oder Streusanden resultierenden erhöhten Feinstaubkonzentrationen werden nach EU-Recht bei der Ermittlung von Grenzwertüberschreitungen nicht berücksichtigt. So war etwa im Jahr 2015 an der Von-der-Tann-Straße ein Drittel der insgesamt 21 Überschreitungstage beim Feinstaub PM10 auf den Einsatz von Streusalz zurückzuführen. Für 2016 mit insgesamt nur sechs Tagen mit erhöhten Feinstaub-Belastungen für PM10 liegen die entsprechenden Auswertungen des LfU noch nicht vor.

Am Jakobsplatz und an der Messstation in Muggenhof wurden am Wochenende auch für Stickstoffdioxid (NO2) Stundenmittelwerte von mehr als 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Der Stundengrenzwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde damit aber nicht überschritten.

Bedingt durch die Inversionswetterlage, bei der sich eine Warmluftschicht wie ein Deckel über der bodennahen Kaltluft befindet, ist bis zum Wochenende mit weiter steigenden Luftbelastungen zu rechnen. Heute, 24. Januar, kann es zu einer kurzen Auflösung der Inversion kommen, die aber nicht lange anhalten soll.
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