Erneuter Bahnstreik auf dem Rücken der Reisenden?

Das Verständnis der Reisenden für den aktuellen Streik bei der Bahn schwindet. Schließlich haben sich auch die Pfingsturlauber ihre Ferien sauer verdient. (Foto: Fotolia/Firnis)
Einige Fakten rund um den Bahnstreik

REGION (nf) - Der erneute Bahnstreik hat begonnen. Die Reisenden sind mehr als genervt und die Unternehmen fürchten große Verluste. Treibt es Gewerkschafts-Boss Weselsky auf die Spitze? Denn dieses Mal hat er offen gelassen, wie lange der Streik dauern wird. Zu befürchten ist, dass sich der Streik über Pfingsten hinziehen wird. Eine schlechte Nachricht für alle, die in ihre wohl verdienten Ferien fahren woll(t)en.


Streikgeld wurde erhöht - was heißt das?

Streikgeld ist eine von Gewerkschaften bezahlter Beitrag für den während eines Arbeitskampfes entgangenen Lohn. Während eines Streiks ruht nämlich der Anspruch auf Arbeitsentgelt. Als Ersatz hierfür richteten Gewerkschaften eine Streikkasse ein, um den streikenden Gewerkschaftsmitgliedern als Ausgleich eine Unterstützung zukommen zu lassen. Das Streikgeld beträgt in der Regel drei Monatsbeiträge pro Streiktag. Streikgeld gilt in Deutschland weder als Einkommen noch als Entschädigung. Daher unterliegt es nicht der Einkommensteuer.

Durch die vielen Streiktage hat sich das Einkommen der Lokführer verringert. Jetzt hat die Gewerkschaft GDL das Streikgeld, das die Lokführer pro Arbeitskampftag von der Gewerkschaft erhalten, von 75 auf 100 Euro erhöht.

Worum geht es den Streitparteien eigentlich?

GDL und Bahn kämpfen vor allem um die ,,Tarifeinheit“. Die Bahn will in Verhandlungen mit GDL und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) unterschiedliche Regelungen für die gleichen Berufsguppen verhindern. Die GDL wirft der Bahn vor, den Tarifabschluss bis zum Inkrafttreten des ,,Tarifeinheitsgesetzes“ zu verzögern.
Geht es nach dem Gesetzentwurf, soll in einem Betrieb nur noch der Tarif der größeren Gewerkschaft bindend sein. Ein Abschluss der kleineren GDL würde dann möglicherweise nicht mehr gelten.
Parallel verhandelt die Bahn mit der ,,EVG“. Die Forderung dort: sechs Prozent mehr Einkommen, mindestens 150 Euro im Monat. Wird man sich nicht einig, hat auch die ,,EVG“ mit Streiks gedroht.

Infos zu Zugausfällen und Fahrplanänderungen hier auf www.marktspiegel.de
http://www.marktspiegel.de/nuernberg-nord/lokales/...
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