Erste virtuelle Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums

Gruppenbild aus dem Umkreis des Simplicissimus (mit Karl Arnold), 1907. (Foto: Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg)
 
Franz Marc beim Teetrinken, um 1910, Fotograf unbekannt. (Foto: Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg)
Das Deutsche Kunstarchiv bittet um Mithilfe: Wer erkennt Personen auf den Gruppenbildern?

NÜRNBERG (pm/nf) - Eine virtuelle Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums zeigt Fotografien aus dem beruflichen und privaten Umfeld bekannter und neu zu entdeckender Künstlerinnen und Künstler. Wie sah eigentlich Erich Heckel aus? Wie war Franz Marc eingerichtet? Und in welchen Kreisen bewegte sich der Münchner Karikaturist Karl Arnold? Eindrucksvolle, überraschende, zum Teil witzige, aber auch nachdenklich stimmende Fotografien aus dem Bestand des Deutschen Kunstarchivs im Germanischen Nationalmuseum erlauben unter dem Link

http://www.gesichter-des-dka.gnm.de

Einblicke in das Leben von Künstlerinnen und Künstlern aus dem ausgehenden 19. und dem 20. Jahrhundert. Bei einem Festakt im Germanischen Nationalmuseum wurde die neue online-Präsentation offiziell freigeschaltet.

Insgesamt 460 Aufnahmen wurden in zwölf Themen gegliedert, ergänzt um biografische Angaben der Dargestellten. Es ist die erste virtuelle Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums, worüber sich Generaldirektor Prof. Dr. G. Ulrich Großmann sehr freut. Seit seinem Amtsantritt fördert er das Deutsche Kunstarchiv, dessen Bestände von unschätzbarem Wert für die wissenschaftliche Forschung sind.

Die virtuelle Ausstellung „Gesichter des Deutschen Kunstarchivs“ zeigt klassische Porträtbilder, wie sie für Ausweise benötigt werden, aber auch private Aufnahmen von Feiern und geselligem Beisammensein. Es gibt ein Foto von Karl Hofer in Hemd, Krawatte und Weste, mit Zigarre im Mundwinkel in schwungvoll-dynamischer Körperhaltung beim Kegeln, oder ein Bild von der Gründungsfeier der Dresdner Sezession mit Otto Dix und Conrad Felixmüller.

Aufnahmen von Festen zu einem bestimmten Motto, zu dem die Gäste verkleidet erschienen, lassen ebenso schmunzeln wie extravagante Porträts in zeitgenössischer Mode. In Atelierräumen kann man Künstlern mit Palette und Pinsel oder Hammer und Meißel quasi bei der Arbeit über die Schulter blicken. Auch Frauen sind in der Auswahl vertreten, wie beispielsweise die Karikaturistin Franziska Bilek beim Hutmacher oder die Puppengestalterin Käthe Kruse am Schreibtisch. Überraschend viele Aufnahmen entstanden während des Ersten Weltkriegs, sie sind in der Rubrik „Im Krieg“ zusammengefasst.

Alle Fotografien gehören dem Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, das seit 50 Jahren Vor- und Nachlässe von Malern, Bildhauern, Grafikern, Fotografen, Architekten, Kunstwissenschaftlern, Kunstsammlern und Kunstinstitutionen sammelt. Der Schwerpunkt liegt auf der klassischen Moderne, doch auch das späte 19. Jahrhundert und die Nachkriegszeit sind gut vertreten. Anlässlich des runden Jubiläums der renommierten Einrichtung hat dessen Leiterin, Dr. Birgit Jooss, eine Auswahl an Fotografien zusammengestellt, thematisch gegliedert und digitalisieren lassen.

Ganz bequem von zu Hause aus kann sich jeder durch die historischen Aufnahmen klicken. Auf dem Bildschirm können Details vergrößert und damit eingehender betrachtet werden. Auch für die wissenschaftliche Forschung bedeutet diese online-Stellung eine große Arbeitserleichterung. Doch nicht alle auf den Fotos zu Sehenden wurden bislang identifiziert. Vor allem auf Gruppenbildern herrscht manchmal Unklarheit über Personen der zweiten Reihe.

Hier bittet das Deutsche Kunstarchiv um Mithilfe. Unter jedem Bild auf der Onlineseite des Germanischen Nationalmuseums steht ein Kontakt, an den sich jeder wenden kann, der ein ihm bekanntes Gesicht entdeckt. So können, hofft DKA-Leiterin Dr. Birgit Jooss, künftig weitere Lücken in der Forschung geschlossen werden.
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