Es geht um Nächstenliebe, nicht um ein Aushebeln demokratischer Gesetze

Stadtdekan Hubertus Förster nimmt Stellung zum Thema Kirchenasyl. (Foto: oh/Elke Pilkenroth/Katholische Stadtkirche)
Stadtdekan Hubertus Förster zur Kritik am Kirchenasyl

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Zahl der Menschen, die in den letzten Monaten Zuflucht in einer Kirchengemeinde in Deutschland gefunden haben, ist deutlich gestiegen – von 34 auf momentan 411 Flüchtlinge. Die kritischen Stimmen, die sich gegen die Tradition des Kirchenasyls aussprechen, waren in den vergangenen Tagen kaum zu überhören. Besonders deutlich waren die Worte von Bundesinnenminister Thomas de Maizière.


Hubertus Förster: ,,Als Katholischer Stadtdekan von Nürnberg wehre ich mich entschieden gegen diese Vorwürfe. Auch in einigen unserer Gemeinden haben Menschen auf ihrer Flucht vor Krieg und Verfolgung Zuflucht erhalten. Ziel des Kirchenasyls ist nicht, demokratische Gesetze auszuhebeln oder rechtsfreie Räume zu öffnen, sondern Menschen, die Hilfe brauchen, Hilfe zu gewähren. Wir verfolgen einen humanitären, keinen politischen Ansatz. Die Kirchen sind oft die letzte Instanz, die diese Menschen noch haben. Manchen Flüchtlingen, die für eine bestimmte Zeit in einer Kirchengemeinde Schutz finden, droht auf Grund der sogenannten Drittstaatenregelung eine Abschiebung, obwohl sie in ihrer Heimat verfolgt und bedroht werden. Ein Großteil der Asylanträge wurde bei einer erneuten Überprüfung anerkannt, stellte bereits der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx fest. Das ist für mich auch ein Grund, warum wir in Zukunft weiter an der Tradition des Kirchenasyls festhalten wollen!"
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