Feierliche Einweihung der Synagoge

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hielt die Eröffnungsrede

ERLANGEN - Die jüdische Gemeinde der Hugenottenstadt hat eine neue Synagoge.

Mit einem religiösen Festzug der Gläubigen und vielen Gästen wurden die Thorarollen unter einem Baldachin in das Gebetshaus an der Hindenburgstraße 38 gebracht.

"Wir freuen uns, dass die jüdische Gemeinde und ihre Zentren heute wieder ein Teil unserer Gesellschaft sind. Sie sind eine große Bereicherung für unser Land", freute sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann in seiner Rede bei der Eröffnung der neuen Synagoge.

Nach 1945 waren keine Mitglieder der ehemaligen jüdischen Erlanger Gemeinde in die Hugenottenstadt zurückgekehrt. Nur eine der drei Thoren erinnert noch an früher. Max Fleischmann, ehemaliges Mitglied der 1938 zerschlagenen Israelischen Kultusgemeinde, stiftete die Gebetsrolle in Erinnerung an seine 1944 im Konzentrationslager Ausschwitz ermordete Schwester und deren Familie.

Der Umzug aus dem alten Gebäude war längst überfällig, weil die alte Synagoge für ältere und behinderte Gläubige im zweiten Stock nicht erreichbar war.

Außerdem entsprach die Küche nicht den jüdischen Religionsgesetzen. Die neuen Räumlichkeiten sind mit Mitteln der Stadt, des Freistaats Bayern und durch Spenden gestaltet worden.

Der Architekt Jürgen Lembke hat das Gebäude die "blaue Synagoge" genannt, in Anlehnung an ein vergleichbares Gebetshaus in Jerusalem. Nach der Einhebung der Rollen in den Thoraschrein wurde gefeiert. Musik, Gedichte und koschere Köstlichkeiten machten die Einweihung erst zu einem Fest. An der Eröffnungsszeremonie nahmen viele Mitglieder aller Fraktionen des Erlanger Stadtrats teil. Unter ihnen der Bürgermeister Gerd Lohwasser, die Bürgermeisterin Elisabeth Preuß. Die Dekane Peter Huschke und Josef Dobeneck und andere kirchliche Würdenträger vertraten die christlichen Religionen. Auch Vertreter der muslimischen Gemeinden der Metropolregion waren gerne der Einladung gefolgt.



Der Vorbeter der Erlanger jüdischen Kultusgemeinde Awraham Rosenthal (Mitte) und der Erlanger Rabbiner Eliezer Chaim Chitrik (re.) führen die feierliche Zeremonie durch. Foto: Kötter
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