Frauenquote sorgt für gute Stimmung beim 3. Neujahrsempfang

Freuen sich über den gelungenen Auftakt des dritten Neujahrsempfangs von erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) im Schauspielhaus Nürnberg und über das in Kürze in Kraft tretende Quotengesetz: Parlamentarische Staatssekretärin Elke Ferner (l.) und Claudia Specht, 1. Vorsitzende von efF. (Foto: Kurt Fuchs)
 
Parlamentarische Staatssekretärin Elke Ferner informierte die Gäste über das Quotengesetz beim 3. efF-Neujahrsempfang. (Foto: Kurt Fuchs)
erfolgsfaktor FRAU e.V. begrüßte rund 200 Gäste im Nürnberger Schauspielhaus

NÜRNBERG (pm/nf) – Gute Stimmung beim dritten Neujahrsempfang von erfolgsfaktor FRAU (efF) im Schauspielhaus in Nürnberg. Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft freuten sich über einen gelungenen Auftakt in das Jahr, dass die von efF geforderte Geschlechterquote wenigstens für einige Aufsichtsräte bringen wird.


Gastrednerin Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, informierte über die Hintergründe des geplanten Quotengesetzes, das diese Woche erstmals im Bundestag auf der Agenda steht. Renate Schmidt, Familienministerin a.D. und Schirmherrin von erfolgsfaktor FRAU, ermunterte in einem leidenschaftlichen Plädoyer Frauen, ihren eigenen Weg nach ganz oben in Wirtschaft und Politik zu gehen. Zwischen den Redebeiträgen versprühte die Sängerin Danny Tollemer ihren ganz eigenen französischen Charme als sie begleitet vom Pianisten Andreas Rüsing Chansons von Edith Piaf vortrug. Piaf wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Claudia Specht, 1. Vorsitzende des Vereins, machte in ihrer Begrüßungsrede deutlich, dass es dem Verein nicht um ein Wirtschafts- oder Männer-Bashing gehe. Vielmehr sei es wichtig, Rollenklischees aufzubrechen und damit allen Menschen eine faire Chance zu geben, das Beste aus sich zu machen. Sie forderte die Unternehmen auf, „lassen sie uns gemeinsam die Metropolregion Nürnberg zu einem Vorreiter beim Thema Frauen in Aufsichtsräten, Beiräten und Vorständen machen“. Die Unternehmen würden von dem größeren Talentpool aus qualifizierten Fach- und Führungskräften profitieren und die Region von einem Imagegewinn, gab sich Specht zuversichtlich.

„Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft hat nichts gebracht“

Auch Elke Ferner erläuterte, dass die Politik gerne auf das Quotengesetz verzichtet hätte, wenn die Unternehmen ohne dieses Druckmittel für einen Wandel weg von der männlichen Monokultur in den obersten Führungsetagen gesorgt hätten. „Aber die seit über zehn Jahren geltende Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, hat ja so gut wie keinen Fortschritt gebracht“, so Ferner. Renate Schmidt untermauerte dies mit aktuellen Ergebnissen einer Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW). Demnach hat allein schon die Diskussion über eine gesetzlich vorgegebene Frauenquote in den Unternehmen für Bewegung gesorgt. „Dennoch würde es ohne das Gesetz bei der derzeitigen Geschwindigkeit des Wandels weitere 15 Jahre dauern, bis in den Aufsichtsräten eine Geschlechterparität erreicht wäre.

Und 56 Jahre müssten wir warten, bis gleich viele Männer und Frauen in Vorständen einen Posten innehätten“, erläuterte Schmidt die DIW-Ergebnisse. 2015 sei deshalb für Deutschland ein wichtiger Meilenstein, denn in Sachen Gleichberechtigung hinke es den meisten europäischen Ländern hinterher. Aber das Quotengesetz allein reiche nicht aus, auch die Führungskultur müsse sich in vielen Unternehmen ändern.
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