Früher Saisonstart 2017: Spargelanstich im Nürnberger Knoblauchsland

Spargelpinzessin Veronika Höfler (l.) und Spargelkönigin Anna Hennicke mit dem ersten Spargel der Saison 2017. (Foto: Udo Dreier)
 
Start der Spargelsaison (v.l.): BBV-Kreisobmann Peter Höfler, Spargelpinzessin Veronika Höfler, Dr. Peter Pluschke und Spargelkönigin Anna Hennicke. (Foto: Udo Dreier)
NÜRNBERG (nf/pm) - Dem Spargel hat das warme Frühjahr wohl gefallen - früher als üblich fand demnach auch der Start in die Spargelsaison statt. Heute haben die Knoblauchsländer Spargelprinzessin Veronika Hoefler, die Fränkische Spargelkönigin Anna Hennicke zusammen mit Nürnbergers Umweltreferenten Dr. Peter Pluschke das erste ,,Gold" geerntet und damit ganz offiziell die Spargel- und Gemüsesaison eröffnet.

Die Spargelbauern hoffen auf eine gute Ernte, denn die Nachfrage nach dem weißen Gold steigt beständig. Gut auch, dass über 80 Prozent des Spargels aus heimischer Produktion stammen - typischerweise aus unserem Knoblauchsland. Die Flächen für den Anbau wachsen stetig. Große Nachfrage sowie wachsendes regionales Bewusstsein stehen bei den fränkischen Kunden im Vordergrund, weiß Horst Krehn, Landwirtschaftsdirektor beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Beim Preis für Spargel in bester Qualität müssen die Kunden zwischen acht und neun Euro pro Kilogramm rechnen.

Das sollte den Verbrauchern ihre Gesundheit wert sein. Nicht von ungefähr kommt daher der botanische Name „Asparagus officinalis“. Der Zusatz ist ein Hinweis auf seine Verwendung als Arznei- oder Heilmitel. Noch im vorigen Jahrhundert wurde Spargel im amtlichen Arzneibuch als Heilpflanze geführt und musste in Apotheken vorrätig sein. Seine herausragende Stellung hat sich der Sparge auch dadurch erhalten, dass es ihn nur begrenzte Zeit gibt - nämlich ab jetzt bis Johanni am 24. Juni. Und im Zeitalter der Globalisierung demonstriert man durch den Kauf von Regionalprodukten auch wieder ein Stück Verwurzelung mit der Heimat und der Region. Auf dem Gebiet der Stadt Nürnberg wird schon seit mindestens 300 Jahren Spargel angebaut. Rund 84 Prozent des in Bayern verkauften Spargels stammen aus heimischer Produktion. Laut Landwirtschaftsminister Helmut Brunner werden im Raum Nürnberg und Fürth auf 75 Hektar die Spargelpflanzen angebaut. In MIttelfranken (Nürnberg, Fürth, Erlangen, Roth) sind es knapp 370 Hektar.

Zudem stellt der Spargelanbau für unsere Region einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor dar. Etwa zehn Millionen Euro Verkaufserlös erwarten die mittelfränkischen Spargelbauern dieses Jahr. Damit trägt die Spargelproduktion nach wie vor wesentlich zur Existenzsicherung für viele Familienbetriebe bei und ist meist auch die erste Einnahmequelle im Jahr. Nicht zuletzt deshalb, soll die junge, dynamische Landwirtschaft weiter gefördert werden und für die Zukunft fit gemacht werden. Aber: So leicht der Genuss, so schwer die Arbeit. Verbraucher sollten dieses edle Gemüse mit Verstand, Respekt vor der Natur und der bäuerlichen Handarbeit genießen.

Wussten Sie, dass Spargel zu etwa 95 Prozent aus Wasser besteht? Da er gleichzeitig wenig Eiweiß, Kohlenhydrate und kein Fett enthält, ist er sehr kalorienarm. Andererseits ist eine Spargelportion aufgrund des hohen Anteils an unverdaulichen Fasern sehr ballaststoffreich. Ballaststoffe unterstützen damit die bei Schlankheitskuren so wichtige Darmentgiftung. Damit ist Spargel auch für Diabetiker in jeder Beziehung ein geeigneter Genuss. Wie alle Gemüsearten enthält Spargel kein Cholesterin, kann also den oftmals mit Übergewicht einhergehenden erhöhten Blutcholesterinspiegel (LDL-Cholesterin) günstig beeinflussen. Allerdings sollten dann auf fett- beziehungsweise cholesterinreiche Soßen und Beilagen verzichtet werden.

Am besten frisch gestochen und am selben Tag zubereitet

Das königliche Gemüse erfordert viel Fingerspitzengefühl – nicht nur bei der Ernte, sondern auch in der Küche. Frisch gestochen und am selben Tag zubereitet lautet die wichtigste Regel für die Zubereitung des edlen Gemüses. Darauf sollten Sie achten: Die Stangen sind prall und glänzend, lassen sich leicht brechen und quietschen, wenn sie gegeneinander gerieben werden. Die Schnittenden sind glatt und feucht, der Saft frischen Spargels verströmt einen angenehm aromatischen Duft. Der nach Handelsklassen sortiert weiße Spargel ist erstklassig (Klasse Extra), wenn er 17 bis 22 cm lang ist, gleichmäßig gerade gewachsen ist und feste, geschlossene Spitzen hat.

Spargel aufbewahren

Erntefrischer Spargel lässt sich in feuchte Tücher gewickelt zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren. Weißer Spargel sollte immer großzügig geschält werden, und zwar, indem man mit dem Messer - besser noch mit einem speziellen Spargelschäler - unterhalb der Köpfe ansetzt und nach unten hin dicker schält. Schalen und Endstücke, die ebenfalls abgeschnitten werden müssen, sind kein Abfall, sondern lassen sich gut verwerten, beispielsweise als Spargelcremesuppe.
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