Für 27,6 Mio! Nürnberg bekommt ein Science-Fiction-Museum

In Star-Trek-Outfit präsentieren sich die Raumschiff-Enterprise-Fans Finanzminister Dr. Markus Söder (Mitte) und Prof. Dr. Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums München. Rechts Immobilien-Entwickler Gerd Schmelzer. Foto: © Peter Maskow
 
Bei der Vertragsunterzeichnung: Generaldirektor Prof. Dr. Wolfgang Heckl, Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder und Investor Gerd Schmelzer. Foto: © Peter Maskow

NÜRNBERG (mask) – Das wird das coolste Museum Deutschlands: Für 27,6 Mio Euro entsteht auf dem Augustinerhof-Areal im Herzen der City ein Nürnberger Ableger des Deutschen Museums München – und was für einer!

„Der Bau der neuen Zweigstelle des Deutschen Museums in Nürnberg kann beginnen. Dies bringt einen Quantensprung für die vielseitige Nürnberger Museumslandschaft“, so Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder (CSU) jetzt bei den Vertragsunterzeichnungen im Heimatministerium. Er unterschrieb eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Deutschen Museum und dem Freistaat Bayern mit dem Generaldirektor des Deutschen Museums, Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl.
Im Anschluss unterschrieben Heckl und Gerd Schmelzer, Geschäftsführer des Investors alpha-Gruppe, einen 25-Jahres-Mietvertrag für das Museum. „Damit ist jetzt der Weg frei für die Errichtung der Nürnberger Zweigstelle. Der Freistaat will allein in der Aufbauphase rund 27,6 Millionen Euro für das neue Museum in die Hand nehmen“, betonte Söder. Spatenstich soll heuer im August sein. "Dann entsteht die Baugrube für die Tiefgarage", verrät Schmelzer. "Das wird kein leichtes Projekt, wir bauen ja quasi ins Wasser, direkt nebenan ist die Pegnitz."
Ende 2019 will er den Bau an das Deutsche Museum übergeben.

Die neue Zweigstelle erhält mit rund 5500 Quadratmetern Fläche auf fünf Ebenen rund ein Drittel mehr als ursprünglich geplant für optimalen Museumsbetrieb mit entsprechender technischer Gebäudeausstattung. „Mit den größeren Raumhöhen können wir auch großzügiger präsentieren. Das bedeutet mehr Platz für die Science Fiction, die den erzählerischen Rahmen in der neuen Zweigstelle bildet.“, freut sich Generaldirektor Heckl.

„Die Zweigstelle ist eine große Bereicherung der Kulturstadt Nürnberg. Es wird nicht nur ein Ableger des Museums sein, sondern bekommt mit dem eigenen Standort auch eine eigene Ausrichtung“, kündigt Söder an.

In Nürnberg entsteht etwas Besonderes mit einem eigenständigen Charakter und auf dem hohen Niveau des Deutschen Museums. Erstmals erfolgt eine Darstellung neuester Entwicklung und Erkenntnisse in die Zukunft gerichtet mit Ausblick auf künftige Lösungen. Mit dem Angebot als aktiver Lernort insbesondere für Schüler und Heranwachsende sollen junge Menschen die wissenschaftlichen und technischen Zusammenhänge sowie neueste Entwicklungen auf spielerische Weise entdecken. Im Fokus steht der technische Bereich. „Dies ist wichtig im Hinblick auf eine Bekämpfung des Fachkräftemangels bei MINT-Fächern und ist damit auch für bayerische Wirtschaft von großer Bedeutung. Die Ausrichtung bietet zudem eine optimale Ergänzung zu der vom Ministerrat erst jüngst beschlossenen Errichtung einer neuen Universität mit technischer Schwerpunktsetzung in Nürnberg“, stellt Söder fest.

Gerd Schmelzer ergänzt: „Ich freue mich, dass wir dem Deutschen Museum, ein Bauwerk mit hohem inhaltlichen und architektonischen Anspruch, eine Heimat in Nürnberg bieten können. Gleichzeitig findet hiermit die lange ,Leidensgeschichte' des Augustinerhofs, einem historischen Areal im Herzen von Nürnberg, ein Ende.“
Hintergrund: Seit zwei Jahrzehnten stellte die Brachfläche in 1A-Lage Städteplaner, Investoren und Architekten vor gewaltige Probleme. Gerd Schmelzer hatte das Areal vor sieben Jahren gekauft. Er erinnert sich: "Es war ein regelrechtes Rattenloch, ein Problemobjekt. Schon der damalige OB Schönlein war daran gescheitert." Um bauen zu können, musste er sich mit Nachbarn einigen, ein besonders Hartnäckiger (selbst Bauunternehmer) zog sogar vor Gericht. Am Ende siegte Schmelzer, der das Gelände bis jetzt als Großparkplatz nutzte.
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