Funkhaus am neuen Standort

Funkhaus-Geschäftsführer Alexander Koller (r.) begrüßt Innenminister Joachim Herrmann im neuen Funkhaus. Foto: John R. Braun

Radiomacher arbeiten jetzt in der Nürnberger Südstadt

NÜRNBERG - Seit dem 1. Oktober senden die im Funkhaus Nürnberg vereinten Radiosender "Das Neue Charivari 98.6", "Radio F", "Gong 97.1", "Hit Radio N1" und "Pirate Gong" aus den neuen Räumen in der Ulmenstraße 52 und somit direkt aus der Nürnberger Südstadt. Voraus gingen monatelange Planungen für den Umzug vom bisherigen Standort in der Senefelderstraße. 

Der MarktSpiegel sprach exklusiv mit Funkhaus-Geschäftsführer Alexander Koller, dessen fast 100 Mitarbeiter nun aus dem modernsten privaten Radio-Funkhaus Europas für die Menschen in der Metropolregion Nürnberg senden.


MarktSpiegel: Warum der Umzug?

Alexander Koller:
Nach 18 Jahren im Funkhaus in der Senefelderstraße war einfach die Betriebsstätte nicht mehr in dem Zustand, in der man sich ein modernes Medienhaus wünscht. Die Machart des Radios hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre drastisch verändert. Vieles wurde durch die digitale Technik vereinfacht. Selbstverständlich sprechen nach wie vor die Menschen in ein Mikrofon, aber alle zusätzlichen Elemente können über Computer in die Programme eingespielt werden. Das bedeutet aber auch, dass man weniger Menschen benötigt, um professionell im hart um­kämpften Radiomarkt Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach zu bestehen. So mussten wir in den meisten Fällen Mitarbeiter, die uns durch die natürlich Fluktuation verlassen haben, nicht mehr mit neuen Kollegen ersetzen. Dadurch hat sich auch der Platzbedarf im Funkhaus sehr verringert. In den letzen Jahren gab es viele Freiflächen, die die Kommunikation im Hause nicht leichter gemacht haben.


MarktSpiegel: Wie hat sich das Funkhaus darauf vorbereitet?

Alexander Koller:
Wir haben sehr viel von anderen namhaften Radiosendern mit nagelneuen Räumen und Studios im In- und Ausland gelernt. Besuche bei "89,0 RTL" in Luxemburg, "Radio Brocken", "Radio FFH" in Frankfurt, "104.6 RTL" und "Spreeradio" in Berlin sowie "Radio Hamburg" haben uns tolle Ideen geliefert. Aber auch Anregungen aus den USA, vornehmlich bei Radiostationen in Kalifornien wie bei der CBS-Radio-Gruppe mit "94,7 The Wave", "K-EARTH" und den berühmten Rock-Stationen "KROQ" oder "KABC" haben inspiriert.


MarktSpiegel: Worauf wurde bei Planung und Ausführung besonders Wert gelegt?

Alexander Koller:
Grundlage unserer gesamten Entscheidung war die sofortige Erreichbarkeit der Mitarbeiter. Radio ist ja das anerkanntermaßen schnellste Medium der Welt. Egal, was wir Radiomacher gerade mitbekommen – es kann sofort über das Mikrofon an die Zuhörer weiter gegeben werden. Wir haben die Studios zentral an die Redaktion angebaut. Der Senderchef ist mit einem Fenster mit dem Studio und dem Vorproduktionsstudio verbunden. Alle Radiomacher befinden sich in direkter Sicht- und Rufweite, so können Informationen sehr schnell gesendet werden. Im alten Funkhaus waren teilweise die einzelnen Abteilungen einer Radiostation über vier (!!!) Stockwerke verteilt. Das haben wir abgestellt, und mit der neuen Lösung sind wir mehr als zufrieden. Aber auch alles was man "nicht hören" kann, ist ein wichtiger Teil des Radios: Vor allem Verkauf und Marketing müssen näher an den Programmen sein. Der Zentrale Punkt ist unser neuer Empfangsbereich – eine Begegnungsstätte für alle Mitarbeiter. Sogar der Besucher bekommt sofort den richtigen Eindruck, wenn er in das neue Funkhaus kommt. Wir haben ein gläsernes Showstudio eingebaut, das in Sichtweite zum Empfang steht und wo prominente Gäste interviewt werden. Es kann also sein, dass ein Hörer, der seinen Preis von einem Gewinnspiel abholen will, Zeuge eines Interviews mit Peter Maffay, Kim Wilde, einem Stadtoberhaupt aus der Metropolregion oder sogar dem Ministerpräsidenten wird.


MarktSpiegel: Was waren die größten Probleme des Umzugs bei laufendem Sendebetrieb?

Alexander Koller:
Dreh- und Angelpunkt ist die Signalübertragung. Wir können zwar die schönsten Studios bauen, aber was hilft es, wenn man nichts hört? Hier wurde schon Enormes von unseren Programmtechnikern verlangt. Es wurden zuerst Notstudios in normalen Büroräumen eingerichtet und dann nach und nach die großen Hauptmischpulte in den dafür neuen und nach allen Regeln der Akustikwissenschaft ausstaffierten Sendestudios eingerichtet. Aber wie die Metropolregion mitbekommen hat, lief die Umstellung problemlos, es wurde bisher noch kein Sendeausfall produziert. Das ist eine Leistung, für die ich mich an dieser Stelle ganz besonders bei unseren Technikern bedanken möchte.




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