Genlobbyisten bissen sich die Zähne aus

Martin Kastler mit seiner österreichischen Agrarkollegin Elisabeth Köstinger. (Foto: oh)

REGION (pm/nf) - ,,Damit Sie auch morgen noch genussvoll zubeißen können...“ - frei nach diesem abgewandelten Werbeslogan hat das Europäische Parlament diese Woche mit einer großen Mehrheit (511 von 663 Stimmen) den Entwurf der EU-Kommission zur Saatgutverordnung abgelehnt - und ist damit einem Antrag des mittelfränkischen CSU-Europaabgeordneten Martin Kastler gefolgt. Der hat den Erfolg zum Anlass genommen und gemeinsam mit seiner österreichischen Agrarkollegin Elisabeth Köstinger beste Bio-Äpfel aus der Region verteilt (Foto) - als Symbol dafür, dass es sich lohnt für die traditionelle Sorten und die Artenvielfalt in Europa zu kämpfen.

,,Das muss erstes Ziel unserer Bemühungen sein. Der Richtlinienentwurf dagegen hatte einfach zu viele Fehler. Er ging in die falsche Richtung. Wer Sortenvielfalt auf Europas Speiseplänen will, darf Saatgut nicht in einen starren Binnenmarkt pressen. Das provoziert höchstens geschmacklosen, gentechnischen Einheitsbrei. Wir wollen: Einsatz für Sortenvielfalt, für kleine Züchter und Hobbygärtner, für Landwirtschaft und Hobbygärtner - und keinen Kniefall vor der Genlobby!" Als bayerischer Vertreter im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments habe er deshalb gemeinsam mit Köstinger über 70 Änderungsanträge eingebracht: "Die liegen jetzt als Hausaufgabe auf den Schreibtischen der EU-Kommission - als bindender Bürgerwille, abgestimmt vom Europaparlament. Daran können sich nun die Genlobbyisten die Zähne ausbeißen", lacht Kastler und genießt den Bio-Apfel in seiner Hand.
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