Gesundheitsministerium kommt nach Nürnberg

Die Noris - hier ein Symbolbild mit Blick über die Altstadt - bekommt das Gesundheitsministerium. (Foto: © Hartmut Knipp/Fotolia.com)
 
Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. (Foto: © Rolf Poss/CSU)

NÜRNBERG (pm/vs) - Ein Paukenschlag und eine großartige Aufwertung für die Noris: Im Rahmen der aktuellen Klausur am Tegernsee hat der bayerische Ministerrat beschlossen, das Ministerium für Gesundheit und Pflege mit Ressortchefin Melanie Huml von München nach Nürnberg zu verlagern.

Die Maßnahme ist Teil des Strukturkonzeptes „Chancen im ganzen Land“ und soll noch in der aktuellen Legislaturperiode in Angriff genommen werden.
„Nun zünden wir die nächste Stufe und wollen erstmals ein ganzes Staatsministerium verlagern. Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege soll von München nach Nürnberg und damit in das Herz der Gesundheitsregion Franken umziehen. Damit setzen wir wichtige strukturelle Impulse für den gesamten nordbayerischen Raum. Für die Gesundheitsregion Franken bietet sich die einmalige Chance, Synergien und Effizienzsteigerungen zu erzielen und weiter zu wachsen“, freut sich der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer.
Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege beschäftigt über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Ressort bündelt alle Themen der Gesundheit und Pflege, das heißt Krankenhausversorgung, Gesundheitspolitik, ambulante Versorgung, Krankenversicherung, Gesundheitsdienste, Pflege und Prävention. Die Arbeit des Ministeriums sei stark vom engen Kontakt mit den Akteuren im Gesundheitsbereich geprägt, so Seehofer. Die Europäische Metropolregion Nürnberg habe sich unter der Bezeichnung „Medical Valley EMN“ besonders der Medizintechnik verschrieben mit Global Playern wie Siemens und mittelständischen Betrieben. Die Universitätsklinika in Erlangen und Würzburg seien Pioniere für Spitzenmedizin. „An der Hochschule für angewandte Wissenschaften Aschaffenburg werden wir den Gesundheitsbereich ausbauen. Hinzu kommen das „Green Hospital Lichtenfels“, das Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen und zahlreiche weitere Projekte im Gesundheitsbereich. Diese fachlichen Vernetzungen sind neben den strukturpolitischen Zielen wichtige Gründe für den Umzug des Gesundheitsministeriums“, erläutert der Bayerische Ministerpräsident.

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly begrüßt den Umzug

Die Stadt Nürnberg begrüßt die Ankündigung der bayerischen Staatsregierung, das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, von München nach Nürnberg zu verlegen. „Auch wenn es sich um das kleinste aller bayerischen Ministerien handelt, ist es dennoch ein Symbol des Freistaats, Nürnberg auch im Blick auf die Präsenz höchster staatlicher Institutionen zu stärken. Ich freue mich, dass es sich auch um ein ganzes Ministerium und nicht nur eine Münchner Außenstelle handelt“, sagte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly in einer ersten Reaktion.
Am Samstag, 30. Juli 2016, hatte die Staatsregierung nach einer Klausurtagung über ihr neues Strukturkonzept für Bayern informiert. In dem Zusammenhang soll auch das Gesundheitsministerium mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von München nach Nürnberg und „damit in das Herz der Gesundheitsreform Franken“ umziehen, wie es in einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatskanzlei heißt. Das Staatsministerium bündle „alle Themen der Gesundheit und Pflege, das heißt Krankenversorgung, Gesundheitspolitik, ambulante Versorgung, Krankenversicherung, Gesundheitsdienste, Pflege und Prävention“. „Fachliche Vernetzungen“ seien „neben den strukturpolitischen Zielen wichtige Gründe für den Umzug des Gesundheitsministeriums“.

Entscheidungsträger vor Ort

Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas: "Die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, den Sitz des Bayerischen Gesundheitsministeriums nach Nürnberg zu verlegen, ist auch aus wirtschaftspolitischer Sicht sehr zu begrüßen und ein starkes Signal! Nürnberg und die gesamte Metropolregion werden hierdurch in ihren Kompetenzen als Standort für Medizin, Medizinwirtschaft und -technik gestärkt. Denn wenn hier eines Tages das Ministerium mit seinen Entscheidungsträgern sitzt, zieht dies weitere Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen an. Das Ministerium trägt zudem die Bezeichnung "für Gesundheit und Pflege" - daher darf auch das Thema Pflege im Zuge des demographischen Wandels nicht unterschätzt werden. Es trifft sich gut, dass die Metropolregion Nürnberg am 22.07. ihr Leitbild Wachstum und Beschäftigung ("Leitbild WaBe") neu beschlossen und dabei die digitale Gesundheitswirtschaft als eines der Aktionsfelder und damit zentralen Zukunftsfelder definiert hat (neben intelligenter Mobilität, vernetzter Produktion und nachhaltigen Energiesystemen). Die Digitalisierung durchdringt die medizinische Versorgung, Pflege, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik. Diese Branchen werden im Zuge des demographischen Wandels an Bedeutung gewinnen und wachsen. Der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen ("E-Health") bietet Chancen für die Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle aus der Kombination von Medizintechnik und IT - beides Kernkompetenzfelder der Metropolregion. Summa summarum: Die Sitzverlegung des Ministeriums ist Strukturpolitik für Nürnberg und die gesamte Metropolregion"

Aufwertung der Metropolregion

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch: „Wir freuen uns sehr, dass die Bayerische Staatsregierung das Gesundheitsministerium in Nürnberg ansiedelt. Damit würdigt und stärkt sie die Aktivitäten der ,Gesundheitsregion Franken‘ und des ,Medical Valley‘ unserer Europäischen Metropolregion Nürnberg. Besonders erfreulich ist, dass erstmals ein ganzes Ministerium seinen Sitz in Nordbayern haben wird.“

Qualifizierte Arbeitsplätze

Staatsminister Dr. Markus Söder: „Ich freue mich sehr, dass das Gesundheitsministerium nach Nürnberg kommt. Der Region tut es sehr gut, 200 qualifizierte Arbeitsplätze zu bekommen. Die grundsätzliche Entscheidung zur Strategie Bayerns, nicht alles ausschließlich nach München, nicht nur zentralisiert ist gut und richtig“.
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