Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Die Unterzeichner des Memorandums (v. l.): Dr. Pavel Vanoušek (Altoberbürgermeister der Stadt Cheb), Dr. Birgit Seelbinder (Präsidentin Euregio Egrensis Bayern), Dipl. Ing. Lubomir Kovář (Euregio Egrensis Böhmen), Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst (Wirtschaftvorsitzender der Metropolregion Nürnberg), Armin Kroder (Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg), Ing. Edmund Janisch (Vertreter des Bezirks Kralsbad). (Foto: oh/Metropolregion Nürnberg)
 
Die Teilnehmer der Abschlussveranstaltung „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit stellten sich im Stadthaus Hersbruck zum Gruppenfoto. (Foto: oh/Metropolregion Nürnberg)
Metropolregion Nürnberg und Bezirk Karlsbad unterzeichnen Memorandum

REGION (pm/nf) - Vertreter der Metropolregion Nürnberg und des Bezirks Karlsbad haben am Mittwoch, 19. November 2014, im Stadthaus Hersbruck ein Memorandum unterzeichnet, das eine internationale Arbeitsgemeinschaft begründet. Damit ist erstmals ein Gremium gefunden, das kontinuierlich ausleuchtet, welche Themen und gemeinsamen Projekte auf den Weg gebracht werden können.


In dem Gremium werden vertreten sein: der Bezirk Karlovy Vary/Karlsbad, die Stadt Cheb/Eger, die Metropolregion Nürnberg, die Euregio Egrensis sowie Vertreter der Wirtschaft unter Begleitung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren haben sich die grenznahen Gebiete auf beiden Seiten der ehemaligen Demarkationslinie aufeinander zubewegt. Rund ein Sechstel der 811 km langen Grenze zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik verläuft zwischen der Metropolregion Nürnberg und Böhmen. Die Organisation Euregio Egrensis hat hier auf beiden Seiten der Grenze erfolgreich teilräumliche Kooperationen geschmiedet.
Metropolregion Nürnberg und Westböhmen sind zum Teil heute schon eng in Kontakt: 22 Städte und Gemeinden aus der Metropolregion unterhalten Partnerschaften mit Kommunen aus Tschechien. Einige Beispiele: Amberg-Usti nad Orilici, Forchheim-Broumov, Hof-Cheb, Neustadt/Aisch-Hluboká nad Vlatvou, Nürnberg-Prag, Roth-Opava, Tirschenreuth-Planá. Kommunen aus Tschechien – besonders die Stadt Cheb/Eger – haben Interesse an einer inhaltlichen Zusammenarbeit mit der Metropolregion Nürnberg.

Die Metropolregion Nürnberg hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um weitere Aspekte, Potenziale und Handlungsfelder für eine großräumige grenzüberschreitende Zusammenarbeit aufzudecken. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie wurden auf der Abschlussveranstaltung in Hersbruck vorgestellt.
Studie/Download www.metropolregionnuernberg.de/dokumentation/publikationen.html
Eine formelle Mitgliedschaft tschechischer Kommunen in der Metropolregion Nürnberg steht dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, in einen qualifizierten Austausch zu treten und gemeinsame Anliegen voranzutreiben. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen dabei den Handlungsrahmen bilden.

Eine erste gemeinsame Aktivität stellt die Mitgestaltung der Bayerisch-tschechischen Landesausstellung 2016/2017 dar, die unter der Federführung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst organisiert wird. Die Unterzeichner des Memorandums setzen sich dafür ein, dass die Ausstellung möglichst viele Orte in der Metropolregion und in Westböhmen einbezieht.

Statements:

Staatsminister Dr. Markus Söder: „Bayern liegt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Tschechien sehr am Herzen. Bereits im Sommer haben Tschechien und Bayern beschlossen, ein länderübergreifendes Entwicklungskonzept für die Grenzregion zu erstellen. Wir wollen sie bewusst stärken und zu einem Zukunftsraum entwickeln – dies können wir nur gemeinsam schaffen. Das Memorandum zwischen Nürnberg und Karlsbad ist ein weiterer wichtiger Schritt in diese richtige Richtung.“

Landrat Armin Kroder (Nürnberger Land) , Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg: „2016 findet voraussichtlich in Nürnberg die Landesausstellung Bayern-Böhmen anlässlich des 700. Geburtstags von Kaiser Karl IV. (Wenzel) statt. Diese gemeinsam zu einer Herzensangelegenheit Westböhmens und der Metropolregion mit verschiedenen Veranstaltungen an weiteren Orten zu machen, wäre mir eine große Freude!“

Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst, Wirtschaftsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg: „Wenn die Europäische Metropolregion Nürnberg ihre Gateway-Funktion ernst nimmt, ist die Einbindung in die transeuropäische Verkehrsinfrastruktur ein zentraler Aspekt. Indem wir die Potenziale der Zusammenarbeit mit tschechischen Regionen nutzen, machen wir uns und unsere tschechischen Partner in der globalisierten Wirtschaftswelt besser sichtbar.“

Lydie Holinková, Konsulin, Generalkonsulat der Tschechischen Republik in München: ,,Wir sollten das Leben im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet als Vorteil und gegen-seitige Bereicherung ansehen und gemeinsam daran arbeiten, dass die Region zu einer unentbehrlichen Vervollständigung der Großstädte München/Nürnberg und Prag/Pilsen wird."

Hans-Peter Schmidt, Honorarkonsul der Tschechischen Republik:
„Mehr als 2000 Jahre Geschichte verbinden Deutschland und die Tschechische Republik kulturell, wissenschaftlich und wirtschaftlich. Die Landesausstellung 2016 „Bayern-Böhmen“, von Prag bis Nürnberg, wird dazu Zeugnis ablegen.“
RNDr. Pavel Vanoušek, Altoberbürgermeister der Stadt Cheb: „Ich freue mich sehr, dass die Initiative der Stadt Cheb erweitert wurde auf den Bezirk Karlsbad. Das macht in meinen Augen großen Sinn!“

Ing. Edmund Janisch, Vertreter des Bezirks Karlsbad: ,,Ich bin einfach nur froh, bei der Unterzeichnung des Memorandums dabei zu sein. Ich hoffe, dass unsere Mitarbeit noch ausgeweitet wird.“

Dr Udo Raab, Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik und Unternehmensförderung, Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken: „Das heute unterzeichnete Memorandum zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der Metropolregion Nürnberg und Westböhmen bietet die große Chance, den bereits seit Jahren gut eingespielten deutsch-tschechischen Austausch zur Verbesserung des Schienenpersonen- und Güterverkehrs zwischen Nürnberg und Prag auf andere Bereiche auszudehnen. Besonders spannend könnte für die Wirtschaftsräume die Herausarbeitung grenzüberschreitender Wertschöpfungsketten basierend an den Kompetenzfeldern der Metropolregion Nürnberg sein."
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